Eine von Ericsson und Qualcomm beauftragte Studie habe ergeben, dass Deutschland durch den Aufbau eines 5G-Netzes mit einem hohen volkswirtschaftlichen Nutzen rechnen könne. Liegen die Analysten richtig, winkt der Gesamtwirtschaft hierzulande ein Nettonutzen von mehr als 38 Mrd. Euro.
Im untersuchten Cluster Smart Production and Logistics liegt Deutschland hinter Irland und der Schweiz auf dem dritten Platz.
Die Studie „5G Action Plan Review for Europe“ befasst sich mit Kosten und Nutzen von 5G-Netzen in Europa und den damit verbundenen Anwendungsfällen. Für ganz Europa, so die Studie, stehen den etwa 50 Mrd. Euro Kosten für den Aufbau eines 5G-Netzes über 200 Mrd. Euro Nutzen gegenüber. Deutschland könne einen volkswirtschaftlichen Nutzen von knapp 45 Mrd. Euro bei Kosten von rund sechs Mrd. Euro erwarten.
Für die Studie seien die 15 europäischen Länder ausgewählt worden, die im Studienzeitraum bereits mit dem Aufbau von 5G-Netzen begonnen hatten. Außerdem habe man weitere zwölf Länder in Europa untersucht, die zum Zeitpunkt der Datenerhebung (2. Quartal 2020) zwar noch nicht mit dem 5G-Aufbau begonnen hatten, dieser jedoch kurz bevorstand. Im Fokus der Studie standen die Kosten im Verhältnis zum wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Nutzen für jedes einzelne Land. Der Kosten-Nutzen-Faktor in den untersuchten europäischen Ländern habe durchschnittlich bei 4,5 gelegen – in Deutschland sei der Wert mit 7,5 besonders hoch.
Die neuen 5G-Netze könnten ein breites Spektrum möglicher Innovationen in verschiedenen Markt- und Industriesektoren unterstützen. Diese könnten gemeinsam als eine umfassende „offene Innovationsplattform" betrachtet werden. Innerhalb dieser Plattform habe Analysys Mason die Anwendungsmöglichkeiten von 5G in vier Cluster eingeteilt: Smart Production and Logistics, Smart Rural, Smart Urban, Smart Public Services.
Die größten Chancen für Deutschland, so die Analysten, liegen in den Bereichen Smart Production, also dem Einsatz von 5G in Fabriken, Häfen, Flughäfen oder im Bergbau und Smart Urban, was die Baubranche, den öffentlichen Nahverkehr und den Automotive-Sektor umfasst. Das decke sich auch mit den Erfahrungen von Ericsson im Segment der privaten Mobilfunknetzlösungen für die Industrie, sogenannte Campusnetze.
1. Smart Production and Logistics
Zu diesem Bereich zählen Anwendungsfälle wie Smart Factories, intelligentes Energiemanagement und der Einsatz von Drohnen und autonomen Fahrzeugen im Bergbau, an Häfen oder Flughäfen. Dieses Cluster berge die größten wirtschaftlichen Chancen von 5G. Der Kosten-Nutzen-Faktor liege hier bei durchschnittlich vier. Die Studie habe herausgefunden, dass mit Investitionen von ca. 22 Mrd. Euro ein Nutzen im Wert von 90 Mrd. Euro generiert werden könne. Deutschland liege mit einem Faktor von 7,3 auf dem dritten Platz der untersuchten Länder hinter Irland und der Schweiz. Am geringsten sei der Nutzen von Smart Production in Lettland mit einem Faktor von nur 0,9.
2. Smart Rural
Hier geht es um den Zugang zu schnellen Verbindungen in ländlichen Gebieten und um den Einsatz von 5G in der Landwirtschaft, beispielsweise durch intelligente Sensoren, welche Gesundheit, Bewässerung und Krankheiten von Pflanzen überwachen. Hier seien die Niederlande mit einem Kosten-Nutzen-Faktor von 21,7 in Führung. Deutschland befinde sich auf Platz elf mit dem Faktor 6,0, Italien sei mit Faktor 1,9 das Schlusslicht. Im Gesamtvergleich liege der Kosten-Nutzen-Faktor über alle Länder hinweg bei vier.
3. Smart Urban
Smart Urban beinhaltet den Automotive-Sektor, die Baubranchen und urbane Hotspots wie den öffentlichen Nahverkehr. Hier könne 5G einen großen Beitrag zur Reduktion der CO2-Emmissionen leisten. Smart Urban habe mit acht den größten Kosten-Nutzen-Faktor und laut der Studie profitiert die Schweiz mit einem Faktor von 37,4 am meisten in diesem Cluster. Deutschland liege mit dem Faktor 11,7 auf Platz fünf der untersuchten Länder. Den letzten Platz nehme die Slowakei mit einem Faktor von 1,3 ein.
4. Smart Public Services
Unter diesen Bereich fallen alle Anwendungsfälle, die sich mit dem Gesundheitswesen, kommunalen Gebäuden, dem Bildungswesen und dem Tourismus beschäftigen. In diesem Cluster würden vor allem Länder mit einer geringen Anzahl von kommunalen Gebäuden profitieren, da die Kosten für 5G-Netze hier rund 50 Prozent höher lägen als beispielsweise bei Krankenhäusern. Schweden führe das Ranking mit einem Faktor von 54,0 mit Abstand an. Deutschland liege auf Rang elf mit einem Faktor von 7,4 – über dem länderübergreifenden Durchschnitt von fünf. Beim Schlusslicht Bulgarien betrage der Kosten-Nutzen-Faktor nur 0,6.
Stand: 08.12.2025
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Was den 5G-Ausbau betrifft, liege Deutschland im Vergleich mit den anderen untersuchten Ländern auf Platz acht.