Künstliche Intelligenz

Xilinx übernimmt chinesisches KI-Start-up Deephi

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Nico Litzel

Wettrennen um KI-Dominanz: FPGA-Spezialist Xilinx hat das 200 Mann starke KI-Start-up Deephi übernommen.
Wettrennen um KI-Dominanz: FPGA-Spezialist Xilinx hat das 200 Mann starke KI-Start-up Deephi übernommen. (Bild: Xilinx)

Wettrennenn um KI-Dominanz: FPGA-Spezialist Xilinx hat das 200 Mann starke KI-Start-up Deephi Technology übernommen. Marktbeobachter vermuten hinter diesem Schritt, dass sich Xilinx speziell die chinesische KI-Expertise einverleiben wolle. Experten für Künstliche Intelligenz sind derzeit auf dem Weltmarkt enorm gefragt.

Xilinx hat die Übernahme des chinesischen Start-ups Deephi Technology angekündigt. Das auf maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen mit 200 Mitarbeitern hat seinen Hauptsitz in Peking. Die Höhe der Transaktionssumme ist nicht bekannt.

Globales Wettrennen um KI-Expertise

Marktanalysten sehen in der Akquise den Versuch, Spezialisten für KI-Lösungen zu finden, die bereits auf Xilinx' FPGA-Technologie implementierbar ist. Experten für Künstliche Intelligenz sind derzeit enorm gefragt, im Silicon Valley findet ein regelrechtes Wettrennen der Konzerne um Fachkräfte für dieses Spezialgebiet statt. Dieser Ausverkauf der Spezialisten weite sich immer mehr auf die globale Ebene aus. „Auf dem heutigen Markt ist es sehr schwierig, gute Talente für das Maschinenlernen einzustellen“, sagt beispielsweise Kevin Krewell, Analyst bei Tirias Research. „Daher ist es oft die beste Alternative, Start-ups zu kaufen.“

Xilinx hatte bereits von früh auf in das chinesische Start-up Deephi investiert. Das Unternehmen wurde 2016 von einer Gruppe von Absolventen der Universitäten Tsinghua und Stanford gegründet. Deephi besäße spezielle Expertise in „Deep Compression, Pruning und System-Level-Optimierung für neuronale Netzwerke“, wie Xilinx in einer Pressemitteilung anlässlich seiner ersten Investitionen Anfang 2017 erklärte.

Zu den bekannten Produkten Deephis zählen zwei KI-Architekturen: Eine selbstlernende Algorithmus-Plattform für Video- und Bilderkennung namens „Aristotle“ (benannt nach dem griechischen Philosophen Aristoteles) und ein neuronales Netzwerk für Spracherkennung namens „Descartes“. Letzteres kommt auf einer FPGA-Plattform von Xilinx zum Einsatz.

Darüber hinaus wird vermutet, dass Deephi hinter den Deep-Learning-Beschleunigungsalgorithmen steckt, die in Samsungs Smartphone-Flaggschiff Galaxy S9 zum Einsatz kommen. Neben Xilinx und Samsung zählten noch der taiwanische Elektronikkonzern Mediatek und sieben hauptsächlich in China ansässige Venture-Capital-Gruppen zu den Investoren des Start-ups.

Wettkampf mit der Konkurrenz misst sich an der KI

Mit der Übernahme eines KI-Start-ups rüstet sich Xilinx weiter gegen seinen Hauptkonkurrenten auf dem FPGA-Markt: Die Intel Programmable Solutions Group, ehemals bekannt als Altera, hat seit seiner Übernahme durch den US-Chipkonzern direkten Zugriff auf das Know-how zahlreicher unterschiedlicher KI-Start-ups, die sich Intel in den letzten beiden Jahren ebenfalls einverleibte. Zudem möchte Xilinx besonders auf dem Automotive-Markt Konkurrenten wie Nvidia herausfordern, die ebenfalls starke Expertise in den Bereichen KI und maschinelles Lernen besitzen.

„Talent und Innovation sind der Schlüssel zur Verwirklichung unserer Vision“, sagte Salil Raje, Executive Vice President der Software- und IP-Produktgruppe von Xilinx, in der Pressemitteilung des Unternehmens. „Xilinx wird weiterhin in DeePhi investieren, um unser gemeinsames Ziel, beschleunigte maschinelle Lernanwendungen sowohl in der Cloud als auch am Rande zu implementieren, voranzutreiben.“

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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