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Intelligente Klima- und Verkehrssteuerung Wien setzt auf das Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Die Stadt Wien und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) setzen auf das Internet der Dinge (IoT): In den kommenden Jahren werden 1.200 Ampelanlagen mit rund 10.000 Wetter- und Umweltsensoren ausgerüstet.

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Supercomputer an der ZAMG in Wien.
Supercomputer an der ZAMG in Wien.
(Bild: ZAMG / Lammerhuber)

„Ampelanlagen sind der ideale Ort, um in Städten ein hochwertiges, engmaschiges Messnetz für Wetter- und Umweltdaten aufzubauen“, erklärt Günther Tschabuschnig, Leiter der Abteilung für Informations- und Kommunikationstechnologie an der ZAMG. Ampeln haben eine durchgehende Strom- und Internetversorgung und befinden sich direkt im Lebensraum der Menschen. Über an ihnen angebrachte Sensoren lassen sich daher belastbare Daten sammeln, die etwa für ein Stadtklimamodell oder die Steuerung des Verkehrsflusses genutzt werden. Auf diese Weise wird zum Beispiel die Luftqualität verbessert, da im fließenden Verkehr weniger Schadstoffe entstehen als beim ständigen Bremsen und Beschleunigen der Fahrzeuge. Im ersten Anlauf werden zunächst Sensoren zur Messung von Temperatur und Luftfeuchte verbaut. Später sollen auch Stickoxide, Schwefeloxide und Schall gemessen werden. Das System ist grundsätzlich so ausgelegt, dass sich jede Art von Sensoren anschließen lässt.

Enorme Datenmengen

Die Messungen werden täglich große Datenmengen liefern. Für die Verarbeitung sorgen Hochleistungsrechner der ZAMG in Kombination mit KI- und Machine-Learning-Verfahren. Per Big Data Analytics werden Muster und Zusammenhänge erkannt und für praktische Anwendungen nutzbar gemacht. So gehen die Daten nicht nur in die Verkehrsplanung ein, sondern werden auch für Modelle zur Wettervorhersage genutzt. Zum Beispiel lassen sich besonders hitzeanfällige Gebiete der Stadt identifizieren. Dort kann dann mit baulichen Maßnahmen wie etwa Begrünung oder Wasserflächen gegengesteuert werden. Auch eine intelligente Taxisteuerung ist denkbar: Kombiniert man Wetterdaten mit Ankunftszeiten von Zügen und den Spielplänen von Theatern und Kinos, lässt sich beispielsweise der höhere Bedarf an Taxis bei plötzlichem Regen vorhersagen.

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