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Kommentar von Clara Shih, Hearsay Social Wie halte ich Maschinen davon ab, meinen Job zu klauen?

Autor / Redakteur: Clara Shih / Nico Litzel

In der nahen Zukunft ist es wahrscheinlich, dass Technik Millionen von Jobs ersetzen wird. Bereits heute sind selbstfahrende Autos Realität und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die menschlichen Fahrer nicht mehr gebraucht werden. Diese Umwälzung steht auch vielen anderen Bereichen bevor.

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Die Autorin: Clara Shih ist CEO von Hearsay Social
Die Autorin: Clara Shih ist CEO von Hearsay Social
(Bild: Hearsay Social)

Laut eines Berichts von The Economist über die Zukunft der Arbeitswelt ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Maschinen in den kommenden 20 Jahren Jobs wie Buchhalter, Rechnungsprüfer und Immobilienverkäufer ersetzen werden.

Bereits seit einiger Zeit zeichnet sich eine Trendwende ab: Bisher hat neue Technik oft zu mehr Arbeitsplätzen verholfen, künftig wird Technik verstärkt Jobs kosten. Bislang waren es überwiegende Fabrikarbeiter, die durch Maschinen ersetzt wurden. In der kommenden Dekade werden es Fahrer und Verkäufer sein. Das kann sich zu einem großen sozialen Problem entwickeln: Was passiert wenn soundsoviel Prozent der Bevölkerung arbeitslos sind, weil ihre Arbeitskraft nicht mehr gebraucht wird?

Arbeitsplätze, die stark bedroht sind, sind „Transaktionsberufe“ – also Berufe in Bereichen wie Verkauf, Handel und Vermarktung. In diesen Branchen scheint es nicht ökonomisch zu sein, dass Menschen tätig sind, denn Personal ist kostenintensiv – und unflexibel. Ein Beispiel sind Flugbuchungen: Sitz 3B im Flugzeug LH1612 bleibt gleich, egal ob man ihn via Online-Flugsuche oder in einem Reisebüro bucht. Die meisten von uns buchen bereits heute online.

Mit Kreativität punkten

Berufe wie etwa Sportmediziner, Pfarrer und Therapeuten – also Berufe, in denen es um Kreativität und um menschliche Beziehungen geht, sind dagegen weniger bedroht. Eine persönliche Beratung, ob finanziell, religiös oder motivierend, können Computer nicht – noch nicht.

Beispielsweise stellen für Finanzberater sogenannte Robo-Advisor die größte technische Bedrohung dar. Plattformen wie vaamo oder DeinAnlageberater.de sind für Konsumenten an und für sich tolle Tools. Als traditioneller Versicherungsberater bietet man grundsätzlich denselben Level an Dienstleistungen, nur dass man mehr Geld verlangt. Angesichts von Robo-Advisors wird das zum Problem. Die Berater, die keinen Mehrwert bieten, werden verschwinden.

Persönliche Beratung zählt

Man muss die Technik nutzen, um sich selbst besser darzustellen. Der Berater spielt eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Zukunft zu planen, wie zum Beispiel die Rente oder wenn es darum geht, sein Kind auf eine Privatschule zu senden. Das sind hochemotionale Entscheidungen, bei denen man nicht mit Maschinen diskutieren will. Hier braucht man eine persönliche, individuelle Beratung, speziell an die jeweilige Situation angepasst.

Wenn man ein vertrauenswürdiger Experte in seinem Bereich ist, der auch noch Empathie mit sich bringt, ist der Job nicht nur sicher, sondern man kann durchaus mehr verlangen, weil das etwas ist, was Menschen zu schätzen wissen. Diese Experten können den Extralevel an Service bieten und sind für ein Unternehmen sehr wertvoll.

Das was einen vertrauenswürdigen Experten erfolgreich macht, ist, dass sie sich individuell an die Kunden anpassen und sympathisch sind. Es gibt erstklassige Mitarbeiter, die es verstehen, Beziehungen aufzubauen und die durch ihre emotionale Komponente hervorragen.

Die Menschen sehnen sich nach Menschlichkeit. Vielen Leuten fehlt das, was ihnen das digitale Zeitalter genommen hat. Seien Sie menschlicher, denn das ist was Sie von den Maschinen unterscheidet und Sie unersetzbar macht!

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