Kommentar von Tim van Baars, Precisely Wie Datenintegration Datenintegrität schafft

Von Tim van Baars

Es gibt keine einheitliche, industrieweite Definition von Datenintegrität. Eine mögliche Umschreibung ist jedoch, dass es um das Vertrauen in die Informationen geht, auf die Führungskräfte bei ihrer Entscheidungsfindung zurückgreifen. Das bedeutet nicht nur Datensätze zu haben, welche genau, konsistent und vollständig sind, sondern es heißt auch, den Gesamtkontext der Informationen zu verstehen, indem sie mit Data Enrichment erweitert und mit Location Intelligence vervollständigt werden.

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Der Autor: Tim van Baars ist Vice President – Central EMEA bei Precisely
Der Autor: Tim van Baars ist Vice President – Central EMEA bei Precisely
(Bild: Precisely)

Es gibt vier Säulen der Datenintegrität: Integration, Datenqualität, Data Enrichment und Location Intelligence. Alle vier sind essenziell, aber für viele Organisationen ist die Integration die Basis, ohne die die drei anderen Säulen nicht ihr volles Potenzial entfalten können. Integration garantiert, dass Daten über mehrere Plattformen synchronisiert werden können, Informationen auf dem neuesten Stand sind und schließlich relevante Daten zusammengebracht werden können, um im Zusammenspiel mit fortgeschrittenen Analysemethoden ihren maximalen Wert zu liefern.

Der harte Weg der Integration

Vor zwei Jahrzehnten war Integration um ein Vielfaches schwieriger als heute. Interfaces zur Anwendungsprogrammierung sowie die Zugangsprotokolle waren wesentlich weniger standardisiert. Selbst heute kann es teuer und zeitaufwendig sein, eine Punkt-zu-Punkt Integration zwischen zwei oder mehreren betrieblichen Anwendungen zu schaffen – nicht nur in der Entwicklung, sondern auch im Unterhalt und Support.

Dieser Aufwand wächst exponentiell, sobald die Anzahl der Verbindungen innerhalb eines Unternehmens wächst. Es ist schwer genug, zwei Systeme zu verbinden (beispielsweise ein CRM-System und eine ERP-Anwendung), in denen Informationsupdates erkannt werden müssen. Danach folgt das Abbilden und Umwandeln und schließlich die Synchronisation, entweder in Echtzeit oder im Batch-Betrieb. Verlässliche Mechanismen zur Fehlererkennung sowie gleichermaßen Vorgaben zur Korrektur sind wichtig und müssen die Änderungen, welche die Fehler verursacht haben, neu eingeben.

Für Organisationen mit Mainframe-Systemen gibt es zusätzliche Herausforderungen, bedingt durch die Disparitäten zwischen den Dateiformaten und -strukturen, welche von solchen Systemen verwendet werden und den Dateiformaten, die in modernen Computing-Systemen verwendet werden, einschließlich der Cloud.

Wird das alles von Grund auf neu aufgesetzt, ist es bereits viel Arbeit, nur zwei Systeme miteinander zu verbinden. Wenn dieselben Mechanismen für die Integration zwischen drei verschiedenen Anwendungen vorhanden sein müssen, steigt das Ausmaß und die Komplexität des Projekts. Jeder weitere Verbindungspunkt verkompliziert die Sache erheblich.

Wenn sich eine Anwendung ändert (zum Beispiel beim Wechsel eines CRM-Systems), müssen die Integrationen umgestaltet oder umgeschrieben werden, um dem Wechsel zu entsprechen. Fusionen und Akquisitionen resultieren in einer unternehmensweiten Rekonfiguration.

Unternehmensweite Integration: richtig gemacht

Ab einem bestimmten Punkt wird das Vorhaben der Entwicklung und Steuerung von Punkt-zu-Punkt-Integrationen schlicht zu sperrig. Unternehmen, die mehrere Systeme nutzen, brauchen einen soliden Plan für unternehmensweite Integration. Sie benötigen einen automatisierten Ansatz, der sich leicht an Veränderungen anpassen lässt und es Administratoren ermöglicht, Datenpipelines schnell und einfach zu gestalten, sie überall zu platzieren und zu rekonfigurieren, ohne den Betrieb übermäßig zu stören.

Integration garantiert Beständigkeit über viele Systeme innerhalb eines Unternehmens hinweg. Sie stellt sicher, dass in jedem Informationssystem durch das gesamte Unternehmen hindurch die Daten „die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit“ sagen. Wenn User diese Form der Konsistenz und Vollständigkeit in allen Anwendungen vorfinden, die sie benötigen, dann haben sie Datenintegrität.

Wie Datenintegration den Unternehmenswert erhöht

Letztlich geht es vor allem darum, den Unternehmenswert zu erhöhen. Integration ermöglicht es, Daten über mehrere Systeme hinweg zu standardisieren und diese mit Informationen von Drittanbietern zu bereichern, um Tiefe und Wertigkeit der Erkenntnisse zu erhöhen. Integration befähigt Unternehmen dazu, einen umfassenden 360-Grad-Blick auf die Kunden zu entwickeln und umfangreichere Analysen auf Basis dieser Informationen durchzuführen. Das führt zu neuen Einblicken und besseren Geschäftsentscheidungen.

Wenn beispielsweise eine Versicherungsgesellschaft Schlüsselmomente im Leben ihrer Versicherungsnehmer, wie die Geburt oder den Universitätsabschluss eines Kindes, nachvollziehen kann, dann ist die Versicherung in der Lage, sich den individuellen Bedürfnissen der Klienten anzupassen – sei es durch den Verkauf neuer Produkte oder durch das Vorhersehen potenzieller Kündigungen und möglicher Vermeidung dieser, bevor sie tatsächlich passieren.

Gleichzeitig kann man den einzelnen Kunden wesentlich besser bedienen, wenn all seine Verträge, Anrufe, Käufe und sonstigen Aktivitäten in einem gemeinsamen Kontext stehen – besonders im Vergleich, wenn diese Informationen verstreut und zerteilt vorliegen.

Im Kern geht es darum, Datensilos zu vermeiden. Bei einer effektiven Unternehmensintegration geht es darum, dies in großem Umfang zu tun und sich darüber im Klaren zu sein, dass die Integration mit dem Wandel der Dinge Schritt halten muss. Die aktuellen Ereignisse haben Unternehmen aller Größenordnungen dazu veranlasst, sich wieder auf Agilität zu fokussieren. Unternehmensweite Integration bietet diese Form der Agilität, indem sie es ermöglicht, Produkte einmal zu entwickeln, sie überall zu platzieren und an sich ändernde Begebenheiten anzupassen.

Datenintegrität, welche aus dieser Integration resultiert, treibt ebenfalls die Agilität an, denn sie erlaubt vertrauenswürdige Analysen. Wenn Führungskräfte das Gesamtbild betrachten, wenn sie verstehen, was sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens passiert, dann können sie besser darauf vorbereitet sein, wenn es um schnelle Handlungsfähigkeit im Falle unerwarteter Veränderungen geht.

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