Umgebungsintelligenz

Wenn der Spiegel den Terminkalender kennt

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Intelligente Tür soll Mitbewohner erkennen

„Optisch sieht die Tür genauso wie eine handelsübliche Tür aus. Die Herausforderung bestand darin, alle technischen Komponenten so zu verbauen, dass sie funktional sind und zugleich so gut wie unsichtbar“, sagt Ralf Laux, Geschäftsführer von DMW Schwarze. Die Firma entwickelt Tür- und Tor-Systeme mit eingebauten Sensoren und Antriebselementen. Der von DMW Schwarze und Citec entwickelte Tür-Prototyp kann verschiedene Sensoren aufnehmen, die Temperaturen, Luftfeuchte, Rauch, Licht, Schall, Annäherung und Bewegung messen. „Die Tür erinnert zum Beispiel beim Rausgehen an einen Termin oder zeigt auf einem kleinen Display die nächste Busverbindung an.“ Bei Projektabschluss soll sie noch mehr können: Sie erkennt jeden Mitbewohner durch das Bluetooth-Signal des Smartphones oder der Smartwatch. Das Familienmitglied, das die Wohnung als letztes verlässt, wird von der Tür außerdem daran erinnert, das Licht oder den Herd auszumachen.

Die intelligente Tür zeigt vor dem Verlassen des Hauses zum Beispiel an, ob der Herd ausgeschaltet ist und welche Dinge demnächst eingekauft werden müssen. Dr. Thomas Hermann und Prof. Dr.-Ing. Britta Wrede demonstrieren die Funktionsweise.
Die intelligente Tür zeigt vor dem Verlassen des Hauses zum Beispiel an, ob der Herd ausgeschaltet ist und welche Dinge demnächst eingekauft werden müssen. Dr. Thomas Hermann und Prof. Dr.-Ing. Britta Wrede demonstrieren die Funktionsweise.
(Bild: Universität Bielefeld)

Wie wird Datenschutz und Sicherheit garantiert?

Neben den technischen Komponenten arbeitet der Innovationscluster Kogni-Home im Querschnittsprojekt „Elsi“ auch an ethischen, rechtlichen, sicherheitstechnischen und sozialen Aspekten. Elsi steht für „Ethical, Legal and Social Implications“. „Die intelligente Tür soll niemanden bevormunden und wird nicht so programmierbar sein, dass sie bestimmten Familienmitgliedern den Eintritt oder Ausgang verweigert“, erklärt Hermann. „Außerdem muss die Privatsphäre der Bewohner gewahrt bleiben, auch wenn der Spiegel eingebaute Kameras besitzt. Gerade im Badezimmer ist die Intimsphäre besonders wichtig.“ Daher entwickeln die Wissenschaftler eine Technik, die die rechtlichen und sicherheitstechnischen Aspekte berücksichtigen soll.

Ende Mai hat sich Dr. Christine Thomas, Leiterin der Unterabteilung „Innovation im Dienste der Gesellschaft“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vor Ort über Kogni-Home-Entwicklungen informiert und besuchte auch das PIKSL-Labor der Stiftungen Bethel. Neben den Kogni-Home-Prototypen demonstrierten die Citec-Wissenschaftler weitere Technologien rund um die intelligente Wohnumgebung.

In dem Innovationscluster Kogni-Home arbeiten 14 Projektpartner aus Ostwestfalen-Lippe gemeinsam an einer vernetzten Wohnung, die die Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit von Bewohnern fördert. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit acht Millionen Euro über drei Jahre bis 2017. Geleitet wird Kogni-Home von Citec, dem Exzellenzcluster der Universität Bielefeld. (kj)

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