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Industrie 4.0 Wenig Fortschritte im Mittelstand

| Autor / Redakteur: Matthias Semlinger / Nico Litzel

Einer von Deloitte veröffentlichten Studie zufolge kommt die Einführung von Industrie 4.0 im Mittelstand nur langsam voran. Häufig fehlen strategische Ansätze.

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Im Mittelstand ist die Zukunft noch nicht angekommen: Laut Studie schreitet Industrie 4.0 hier nur langsam voran.
Im Mittelstand ist die Zukunft noch nicht angekommen: Laut Studie schreitet Industrie 4.0 hier nur langsam voran.
(Bild: Deloitte)

Laut der Studie „Industrie 4.0 im Mittelstand“ investiert ein Viertel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland zwischen fünf und zehn Millionen Euro in Industrie-4.0-Projekte, bei 70 Prozent der Firmen sind es bis zu fünf Millionen Euro. Die Mehrheit will sich künftig stärker mit Industrie 4.0 befassen. Zurzeit kommen die entscheidenden Impulse jedoch vor allem aus dem externen Umfeld der Unternehmen.

Praxis vor Strategie

Etwa die Hälfte der Unternehmen hat in den vergangenen zwölf Monaten ein Industrie-4.0-Projekt durchgeführt – zumeist aus den Bereichen Prozessoptimierung oder Systemvernetzung oder auch zur Implementierung neuer Technologien. Aus strategischer Perspektive sind hingegen deutlich weniger Aktivitäten zu verzeichnen. Nur 23 Prozent der Unternehmen haben eine explizite Strategie. Zudem setzt sich die Mehrheit bei ihren Projekten einen eher kurzen Horizont von bis zu drei Jahren.

Gute Vorsätze

76 Prozent der Studienteilnehmer wollen sich künftig stärker mit Industrie 4.0 auseinandersetzen. Dabei vertraut die Hälfte auch auf externe Berater, was für den Mittelstand eher ungewöhnlich ist. Die wichtigsten Treiber für die weitere Entwicklung sehen die Studienteilnehmer in technologischen Veränderungen sowie entsprechenden Markt- und Kundenbedürfnissen – also in externen Faktoren, auf die es zu reagieren gilt.

Big-Data-Kompetenzen ausbaufähig

Insgesamt 29 Prozent der Mittelständler weisen bislang keine Vernetzung der Produktion auf, nur 28 Prozent sind bereits stark vernetzt. Ein ähnliches Bild ergibt sich im Hinblick auf Lieferanten und Kunden. Die Studie zeigt, dass die Unternehmen derzeit eher auf eine bessere Auswertung vorhandener Daten setzen als auf die Generierung neuer. Die Fähigkeit, Big-Data-Analysen durchzuführen, ist bei den meisten Teilnehmern noch stark ausbaufähig.

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