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Lünendonk-Trendstudie veröffentlicht Was Unternehmen bei der Digitalisierung besonders schwerfällt

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Im Rahmen einer Trendstudie haben sich die Unternehmensberater von Lünendonk mit der Frage befasst, warum deutsche Firmen mit der Digitalisierung noch Schwierigkeiten haben.

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Die vollständige Lünendonk-Studie ist kostenlos erhältlich.
Die vollständige Lünendonk-Studie ist kostenlos erhältlich.
(Bild: Lünendonk)

Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Cognizant und Professor Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Darmstadt, veröffentliche Lünendonk die Studie mit dem Titel „Wie digitalisieren Sie Ihr Business? – Mehrwerte schaffen durch Digitale Transformation“. Für das Werk wurden mehr als 120 IT- und Business-Entscheider befragt.

Gemächliches Tempo

In vielen Branchen wie beispielsweise Industrie, Handel, Chemie/Pharma oder Logistik herrscht bezüglich Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle ein langsames Tempo. Die Firmen sind geprägt durch hierarchische Organisationen, lange Entwicklungszyklen sowie hohen Qualitätsanspruch bei geringer Fehlertoleranz. Im Gegensatz zu erfolgreichen Digitalisierungsnutzern wie Amazon, Zalando oder Google sind die Firmen häufig bei Strategie- und Innovationsentwicklung sehr stark auf das eigene Wettbewerbsumfeld ausgerichtet. Trotzdem fahren viele Unternehmen bereits zweigleisig und nutzen neben den klassischen auch moderne Innovationsmethoden: 92 Prozent entwickeln ihre Neuheiten zwar innerhalb der eigenen Organisation, beachtliche 98 Prozent setzen aber zusätzlich auf die Kooperation mit Partnern. „Gerade bei Themen, die fern vom bisherigen Geschäftsmodell sind, öffnen sich Unternehmen. Anders haben sie auch keine Chance, an Kreativität und neue Ideen zu kommen“, erklärt Lünendonk-Partner Mario Zillmann.

Vernachlässigte Newcomer

Wie die Studie zeigt, spielen Start-ups nur eine untergeordnete Rolle bei der Wahl der Kooperationspartner. Nur rund ein Viertel der befragten Unternehmen nutzt junge Firmen als externe Innovationspartner. Laut Zillmann sind es vor allem große Konzerne, die Start-ups einbinden. Im Gegensatz zum Mittelstand haben sie die notwendigen finanziellen Mittel, um Innovationszentren einzurichten und ohne großen wirtschaftlichen Druck zu betreiben. „Jedoch sollten alle Unternehmen sich den Start-ups und branchenfremden Unternehmen öffnen, denn nur dadurch kann das Potenzial an Kreativität und frischen Ideen für Veränderung, Anpassung und Wachstum genutzt werden“, ergänzt Zillmann.

Kaum Risikobereitschaft

Die Trendstudie ergab auch, dass Unternehmen in Sachen Innovationen lieber auf Nummer sicher gehen, anstatt neue und potenziell unsichere Wege zu beschreiten. Dementsprechend werden vor allem in „Verteidigungszielen“ wie Kundenbindung oder Prozessverbesserung Digitalisierungschancen gesehen. Wenig Potenzial wird dagegen neuen Geschäftsmodellen oder der Erschließung neuer Märkte unterstellt. Dieses Verhalten gefährdet die Überlebensfähigkeit der Unternehmen: Am Ende sortieren Kunden Firmen einfach aus, die kein digitales Erlebnis bieten.

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