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Arbeit 4.0 „Von einer menschenleeren Fabrik gehen wir nicht aus“

| Redakteur: Rebecca Vogt

Dass Menschen auch in der digitalen Arbeitswelt von morgen eine Rolle spielen, betonte Prof. Dr.-Ing. Sascha Stowasser, Direktor des Instituts für angewandte Arbeitswissenschaft (IfaA), bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Arbeit 2020: Faire Arbeit im digitalen Wandel“. Entscheidend ist für ihn der Dialog zwischen den Akteuren.

Die Arbeitswelt von morgen ist digital und vernetzt.
Die Arbeitswelt von morgen ist digital und vernetzt.
(Bild: Luca Siermann/ABB)

Vernetzung, intelligente Systeme, Interaktion zwischen Mensch und Maschine – Industrie 4.0 ändert die Art und Weise wie wir in Zukunft arbeiten werden. Wichtig ist, dass der Mensch dabei nicht auf der Strecke bleibt. Auf der Podiumsdiskussion „Arbeit 2020“ bemerkte IfaA-Direktor Sascha Stowasser, dass die Bereiche Arbeit und Arbeitsorganisation in der Industrie 4.0 noch zu wenig beachtet würden. Gleichzeitig aber wesentliche Voraussetzungen für den Erfolg von Industrie 4.0 seien. „Daher sind die sachliche Debatte und der Dialog über Mensch und Arbeit in der Industrie 4.0 mit allen Beteiligten – Beschäftigte, Unternehmen, Politik und Sozialpartner – notwendig und einzufordern“, betonte Stowasser.

Industrie 4.0: Nachholbedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen

In einer zunehmend digitalen Arbeitswelt ergeben sich viele Veränderungen. Industrie 4.0 steht für Vernetzung, intelligente Systeme, die Verfügbarkeit von Daten und das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Studien des IfaA hätten gezeigt, dass der Begriff an sich zwar bekannt sei, aber ein klares Verständnis oft fehle. Gerade in kleineren und mittleren Unternehmen bestehe noch Informations- und Nachholbedarf. Um vor allem den für Deutschland wirtschaftlich wichtigen Mittelstand zu unterstützen, seien konkrete Anwendungsbeispiele gefragt, die auf das eigene Unternehmen übertragbar seien.

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Fabriken ohne Menschen trotzdem nicht denkbar

Welche Rolle der Mensch als Akteur in der Industrie 4.0 am Ende tatsächlich spielen werde, sei derzeit noch nicht eindeutig absehbar. Aber: „Von einer menschenleeren Fabrik gehen wir nicht aus“, erklärte Stowasser. Steuerende, durchführende und überwachende Tätigkeiten seien auch in der Industrie 4.0 gefragt.

Insgesamt biete die Digitalisierung den Beschäftigten mehr Flexibilität und anspruchsvollere Tätigkeiten. Außerdem könnten die bereitgestellten Informationen besser an den eigenen Bedarf angepasst und monotone Routinetätigkeiten erleichtert werden. Informationen im Unternehmen seien schneller und besser verfügbar. Auch Abstimmung und Kommunikation im Unternehmen würden verbessert.

Moralische und ethische Aspekte beachten

Trotzdem mahnte Stowasser an, es mit der Digitalisierung nicht zu übertreiben. Menschen sollten nicht zum „Anhängsel von digitalen und intelligenten Systemen und Maschinen“ werden. Zu beachten seien immer auch moralische und ethische Grundsätze sowie arbeitsschutzrelevante Aspekte.

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