Mobilitätsdienstleistungen

Vernetzte Mobilitätsservices als eigene Bosch-Unit

| Autor / Redakteur: Christian Otto / Nico Litzel

Bosch präsentierte neben der Ankündigung der Geschäftsbereich-Neugründung auch eine Weltneuheit namens „system!e“. Der neue Service soll Elektromobilität und insbesondere das Laden alltagstauglicher machen.
Bosch präsentierte neben der Ankündigung der Geschäftsbereich-Neugründung auch eine Weltneuheit namens „system!e“. Der neue Service soll Elektromobilität und insbesondere das Laden alltagstauglicher machen. (Bild: Bosch)

Der Technologiekonzern gründet den Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions, um Mobilitätsdienstleistungen zu entwickeln und anzubieten. Ein erstes Beispiel ist der B2B-Ride-Sharing-Ansatz des zugekauften Start-ups SPLT.

Auch der Zulieferer Bosch möchte sich zum Anbieter von Mobilitätsservices wandeln. Dazu hat das Unternehmen den neuen Geschäftsbereich Connected Mobility Solutions gegründet, in dem mehr als 600 Mitarbeiter künftig digitale Mobilitätsdienstleistungen entwickeln und vertreiben. Dazu sollen Sharing-Angebote, Mitfahrservices und auf Vernetzung basierende Service-Angebote für Autofahrer gehören.

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung, verkündete die Neugründung im Rahmen der IoT-Konferenz Bosch ConnectedWorld 2018 in Berlin: „Vernetzung wird die Art, wie wir uns fortbewegen, grundlegend verändern und dabei helfen, die Verkehrsprobleme von heute zu lösen. Mit ihr wird unsere Vision einer emissionsfreien, stressfreien und unfallfreien Mobilität Realität.“

Bosch erwartet für diesen Geschäftsbereich eine enormes Potenzial. So sollen laut einer Studie der Unternehmensberatung PwC bis 2025 werden mehr als 470 Millionen vernetzte Fahrzeuge weltweit unterwegs sein. Die Berater gehen ebenfalls davon aus, dass in vier Jahren das Marktvolumen für Mobilitätsdienste und digitale Services 140 Milliarden Euro betragen wird. „Das vernetzte Fahren ist für Bosch ein Wachstumsfeld. Bosch strebt mit seinen Lösungen ein deutlich zweistelliges Wachstum an“, sagte Denner.

Start-up-Zukauf

Der neue Geschäftsbereich soll das bestehende Service-Portfolio weiter ausbauen. Mobilitätsservices von Bosch warnen beispielsweise Autofahrer vor Falschfahrern oder machen das Smartphone zum Autoschlüssel. Jüngster Neuzugang ist der Mitfahrservice des von Bosch übernommenen US-Start-ups Splitting Fares Inc. (SPLT).

SPLT greift das Thema Ride Sharing auf. Bisher wenden sich die Angebote zur Vermittlung von Fahrgemeinschaften aber zumeist direkt an Menschen, die zufällig in die gleiche Richtung fahren oder spontan eine Fahrt buchen möchten; Unternehmen und Pendler sind dagegen weniger im Fokus. Genau hier setzt SPLT an. Das von Bosch übernommene US-Start-up hat eine Plattform entwickelt, mit der Unternehmen, Universitäten oder Stadtverwaltungen Fahrgemeinschaften für ihre Mitarbeiter organisieren können. Mit dem B2B-Ansatz sollen somit gezielt Pendler erreicht werden.

Konkret bringt SPLT via App Menschen zusammen, die den Weg zum gleichen Arbeits- oder Studienort gemeinsam zurücklegen wollen. Bosch sieht hier einen klaren Vorteil: Die Fahrgemeinschaft wird von Kollegen gebildet. Mitfahrer müssen somit nicht zu völlig Fremden ins Auto steigen. Laut dem Anbieter findet ein Algorithmus binnen Sekunden die passende Fahrgemeinschaft, berechnet den schnellsten Weg durch den Verkehr und übernimmt die früher aufwändige Koordination von Abfahrtsort, Abfahrtszeit, bester Strecke und Mitfahrern.

Vernetzter Service für E-Fahrzeuge

Denner stellte in Berlin zudem „system!e“ vor. Vernetzte Services für Elektromobilität sollen die Alltagstauglichkeit des elektrischen Fahrens für den Massenmarkt weiter steigern. „system!e“ ist dabei ein Gesamtsystem aus vernetzten elektrifizierten Antriebskomponenten und neuen Servicelösungen für Elektroautos. Technisch verknüpft Bosch dafür den elektrischen Antrieb mit der Bosch Automotive Cloud Suite. Auf Basis dieses Zusammenspiels entwickelt das Unternehmen internetbasierte Services. Das intelligente Elektroauto soll beispielsweise künftig ganz genau wissen, wann ihm der Strom ausgeht, aber auch, wo neuer Strom zu holen ist.

Konzern-Chef Denner betonte angesichts dieser Vielzahl von neuen Möglichkeiten, dass man nicht mehr Auto-zentriert denke: „Für Bosch geht Mobilität über das Auto hinaus."

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