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Nachholbedarf bei der Nutzung von Datenbeständen Verlage verschenken Potenzial von Big Data

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Deutsche Verlage nutzen die Möglichkeiten von Big Data nicht ausreichend und verpassen damit möglicherweise den notwendigen Wandel zu einer digitalen Organisation. Das ergab eine Umfrage des Beratungsunternehmens goetzpartners.

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Marc Ziegler, Head of Digital Business von goetzpartners.
Marc Ziegler, Head of Digital Business von goetzpartners.
(goetzpartners)

Insgesamt wurden 15 deutsche Verlage aller Größen zum Thema Big Data befragt. Laut goetzpartners können Verlage, die Big-Data-Technologien für Prozessverbesserungen und zur Portfolio-Erweiterung nutzen, den Anteil des digitalen Geschäfts am Gesamtumsatz um mehr als 40 Prozent erhöhen und eine überdurchschnittliche Gesamtrendite von bis zu 30 Prozent erzielen. „Dazu müssen Medienunternehmen ihre Daten langfristig auch dadurch nutzen, dass sie beispielsweise Datenbank- oder datenbankähnliche Dienste anbieten, die konstante neue Umsätze in Form monatlicher Nutzungsgebühren generieren“, erklärt Dr. Alexander Henschel, Managing Director von goetzpartners und Co-Autor der Studie.

Datenanalyse als Kernkompetenz

Zunächst müssten die Verlage aber ihre Hausaufgaben erledigen: Daten aus verschiedenen Quellen, wie zum Beispiel Traffic-Analysen, CRM-Daten oder Echtzeitinformationen aus sozialen Netzwerken, stehen in hoher Frequenz zur Verfügung. Aber erst die analytische Verarbeitung und deren Visualisierung generieren daraus relevante Informationen. Diese Big-Data-Disziplinen müssen Verlage laut goetzpartners zu ihren Kernkompetenzen entwickeln. Nur so können sie die Chancen nutzen, die der Strukturwandel in Zeiten sinkender Umsätze im Print- und der noch unzureichenden Kompensation durch das Digitalgeschäft bietet. „Das gilt vor allem für Verlage, die ihre digitalen Inhalte nicht direkt monetarisieren können oder wollen“, betont Marc Ziegler, Head of Digital Business von goetzpartners und Hauptautor der Studie.

Anwendungsfälle identifizieren

Durch den Einsatz von Echtzeit-Analysen können Verlage etwa herausfinden, wie ein Artikel inhaltlich aufgebaut sein muss, welche Multimedia-Inhalte in welcher Form zu kombinieren sind oder wie die optimale Gestaltung einer Seite aussieht. Hierbei hilft auch der Einsatz von Predictive Analytics. Wichtig sei es laut Marc Ziegler, die jeweils relevanten Anwendungsfälle zu identifizieren und danach mit einem Pilotprojekt zu starten. „Wenn sich die ersten Erfolge einstellen, steigt erfahrungsgemäß die Akzeptanz im Unternehmen und ein Wandel kann auf größerer Ebene vollzogen werden“, ergänzt er.

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