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Studie von Sopra Steria Unternehmen erwarten Automatisierungsboom

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Eine aktuelle Studie von Sopra Steria und dem F.A.Z.-Institut zeigt, dass deutsche Unternehmen einen regelrechten Automatisierungsboom erwarten. Dementsprechend wird auch die Prozessautomatisierung vorangetrieben.

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Die Steigerung ihrer Effizienz ist für viele Unternehmen ein wichtiges Thema.
Die Steigerung ihrer Effizienz ist für viele Unternehmen ein wichtiges Thema.
(Bild: Sopra Steria)

Für die „Potenzialanalyse Operative Effizienz“ wurden 323 Entscheider, Führungskräfte und Spezialisten aus Unternehmen verschiedener Branchen befragt. Die Studie zeigt: Eine Mehrheit sieht in der eigenen Unternehmensorganisation erhebliche Effizienzdefizite. Etwa jeder zweite Betrieb setzt auf mehr Automatisierung und bessere Produktqualität, um diese Lücken zu schließen.

Ineffiziente Prozesse vermeiden

Für 41 Prozent der Unternehmen ist hat das Ziel einer höheren Umsatzrendite hohe Priorität. Dazu zählt beispielsweise auch, das Personal von nicht wertschöpfenden Aufgaben zu entlasten. 22 Prozent wollen die sogenannte Accountability steigern. Rund jeder zweite Befragte erwartet einen Automatisierungsboom, auch weil das Potenzial neuer Technologien derzeit nicht ausgeschöpft wird. Sechs von zehn Unternehmen treiben Digitalisierungsprojekte mit den größten Quick-Win-Aussichten sowie die Prozessautomatisierung voran. 71 Prozent der Firmen wollen dabei ineffiziente Abläufe ablösen, jeder zweite Betrieb geht dazu methodisch auf Spurensuche.

„Viele Geschäftsprozesse laufen heute IT-unterstützt ab. Durch Datenspuren ist es viel leichter zu ergründen, wie sich ein Prozess beschleunigen oder der Aufwand reduzieren lässt“, erklärt Jens Rohde, Experte für digitales Prozessmanagement von Sopra Steria Next. Wer Arbeitsabläufe frühzeitig digitalisiert und automatisiert habe, verschaffe sich laut dem Experten bei ad hoc erforderlichen Maßnahmen zur Reorganisation von Prozessen mehr Möglichkeiten. „Sie können per Fernzugriff oder teilautomatisiert weiterlaufen. Auch die Priorisierung von Ressourcen geht bei transparenten Prozessen deutlich leichter von der Hand“, so Rohde.

Weitere Faktoren

Neben Prozessverbesserungen steht auch die Produkt- und Leistungspalette bei jedem zweiten Befragten auf dem Prüfstand. Als Ziele sind vor allem Vereinheitlichung und modularer Aufbau im Fokus, zudem sollen Spartensilos aufgebrochen werden. Outsourcing verliert laut der Studie etwas an Bedeutung – Nearshore- und Offshore-Dienstleister bleiben aber wichtig, wenn sich Alternativen wie Robotic Process Automation (RPA) als untauglich erweisen. Dies könnte etwa bei Auslagern komplexer Prozesse oder ganzer Geschäftsbereiche der Fall sein.

Auch der Faktor Mensch steht bei den Unternehmen im Mittelpunkt des Interesses. Vor allem verarbeitende Industrie, öffentliche Verwaltung und Energieversorger investieren bewusst in die Gesundheit ihrer Belegschaft. Dadurch soll vor allem der Krankstand reduziert werden – mit durchschnittlich 18,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer hatte dieser 2018 laut den Betriebskrankenkassen einen Höchststand erreicht. Mittel der Wahl sind dabei vor allem betriebliches Gesundheitsmanagement und gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit.

Die vollständige Studie steht auf der Website von Sopra Steria zum Download bereit.

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