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Interview mit Ansgar Eickeler, Board International Unternehmen digital transformieren und steuern

| Autor / Redakteur: Rüdiger Mühlhausen / Nico Litzel

Ansgar Eickeler, General Manager Central & Eastern Europe bei Board International, erläutert im Interview, wie die Steuerung von Unternehmen durch Einsatz von Integrierter Planung, Business Intelligence und Advanced Analytics deutlich effizienter wird und welche Rolle Künstliche Intelligenz (KI) dabei spielt.

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Ansgar Eickeler, General Manager Central & Eastern Europe bei Board International
Ansgar Eickeler, General Manager Central & Eastern Europe bei Board International
(Bild: Gaby Gerster 19)

BigData-Insider: Herr Eickeler, wo liegen aktuell die Herausforderungen der Unternehmen?

Eickeler: Die Märkte sind heute volatil und schnelllebig. Auf den BREXIT konnte man sich noch vorbereiten, beim Ausbruch der Corona-Pandemie ist das ganz anders. Das bedeutet für Unternehmenslenker, sie müssen komplexe Geschäftsprozesse planen, Angebot und Nachfrage in Einklang bringen, vorhandene Ressourcen möglichst effizient nutzen und dennoch flexibel bleiben. Das funktioniert nicht mehr ohne digitale Unterstützung. Für informierte Entscheidungen brauchen die CxOs perfekt aufbereitete, relevante Daten, die sie nahtlos in die Planung übernehmen können. Eine aktuelle Studie der Analysten von BARC zum Thema „Integrierte Planung“, die Dr. Carsten Bange übrigens exklusiv auf dem Virtuellen Board-Day am 28. Mai präsentieren wird, bestätigt gerade wieder, dass Planung und Analyse Hand in Hand gehen müssen, um das ganze Potenzial zu nutzen

Wie genau hilft die Digitalisierung den Unternehmern dabei?

Eickeler: Die Integration der verschiedenen Planungsbereiche erfordert eine entsprechende technische Unterstützung. Eine einheitliche, flexible Planungs- und Analytics-Plattform bildet die Grundlage, um das große Potenzial auch wirklich zu nutzen und die komplexe Planung trotzdem leicht beherrschbar zu machen. Dabei helfen auch Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen.

Ausgangspunkt ist das Zusammenführen der Daten aus den verschiedenen Quellen und das Schaffen eines „Single Point of Truth“. Für eine umfassende Unterstützung der integrierten Unternehmenssteuerung sind dann sowohl Analytics-Funktionen als auch umfassende Planungs- und Prognosefunktionen in der integrierten Softwareplattform erforderlich. Das sind zum einen die Standard-Funktionen, wie periodische Standardreports, kurzfristige Ad-hoc-Analysen oder individuelle Dashboards. Zum anderen unterstützen Advanced-Analytics-Funktionen inklusive KI und maschinelles Lernen die Nutzer bei prädiktiver Planung und Prognose sowie der Auswertung von Big Data. Simulation und Analyse von Szenarien tragen dann dazu bei, wirklich fundierte, datengestützte Entscheidungen zu treffen.

Wenn diese Funktionen dann noch benutzerfreundlich gestaltet sind und die Anwender in den verschiedenen Fachbereichen selbständig Self-Service-Analysen programmierfrei auf ihre spezifischen Fragestellungen zuschneiden können, steht einer integrierten, digitalen Unternehmensplanung nichts mehr im Weg.

Sie sprachen von der KI: Überlassen wir in Zukunft die Entscheidungen der Künstlichen Intelligenz?

Eickeler: Nein, ganz und gar nicht. KI unterstützt bei der Entscheidungsfindung, entscheiden muss aber immer der Mensch. Die KI ist fleißig und kann für uns Routinearbeiten erledigen. So kann KI beliebig viele Szenarien rechnen und uns dann die erfolgversprechendsten vorschlagen. Zudem kann sie aufgrund der vorliegenden Daten ermitteln, wo die Hauptwerttreiber liegen. Es liegt dann an den Entscheidungsträgern, die verschiedenen Ergebnisse in Relation zu setzen und zu interpretieren. Das ist die menschliche Komponente, die an der Stelle unersetzlich ist.

Was empfehlen Sie Unternehmen, um mit der integrierten Planung zu starten?

Eickeler: Wir sagen immer: Think big – Start small. Das bedeutet, Unternehmen sollten sich zunächst ihre aktuelle Prozesslandschaft anschauen. Wo gibt es Systembrüche und Schnittstellen in der Systemlandschaft und wo können Prozesse in Abteilungen und in der IT verbessert und verschlankt werden? Dabei hilft in der Regel ein geschulter Blick von außen, auch um Best Practices in das Unternehmen zu tragen. Danach gilt: Hier starten und dann agil weiterentwickeln und Planung und Analyse kontinuierlich im Unternehmen ausweiten.

Wer sich für das Thema interessiert, dem empfehle ich den Virtuellen Board Day am 28. Mai 2020. Hier präsentieren eine Reihe hochkarätiger Redner ihre Sicht auf verschiedene Aspekte der Integrierten Unternehmenssteuerung und bieten die Möglichkeit, sich umfassend über das Thema zu informieren.

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