Ford Smart Mobility

Unfallvorhersage durch Big Data

| Autor / Redakteur: Benjamin Kirchbeck / Nico Litzel

Wenn künftig ein Großteil der Autos ihre Daten preisgeben, können Computer daraus zum Beispiel berechnen, wo der nächste Unfall passiert.
Wenn künftig ein Großteil der Autos ihre Daten preisgeben, können Computer daraus zum Beispiel berechnen, wo der nächste Unfall passiert. (Bild: Continental)

Big Data ganz konkret: Wenn künftig ein Großteil der Autos ihre Daten preisgeben, können Computer daraus zum Beispiel berechnen, wo der nächste Unfall passiert.

Oftmals werden Kreuzungen oder Straßenabschnitte erst nach Unfällen als problematisch für Autofahrer, Fahrradfahrer oder Fußgänger eingestuft. Nun hat Ford herausgefunden, wie Big Data Städte potenziell dabei unterstützen könnte, besonders gefährdete Standorte ausfindig zu machen, die Schauplatz künftiger Verkehrsunfälle sein könnten, sofern nicht rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen getroffen werden.

500 Millionen Einzeldaten durch eine Million gefahrene Kilometer

In London hat der Unternehmensbereich Ford Smart Mobility im letzten Jahr auf einer Gesamtstrecke von rund einer Million Kilometer zahlreiche Daten rund um Fahrzeuge und Fahrerverhalten aufgezeichnet. Protokolliert wurden detailreiche Daten von Fahrten wie beispielsweise Bremsvorgänge, deren Intensität oder die Aktivierung von Warnblinkleuchten. Auf diese Weise wurden Fehlerquellen und „Beinahe-Unfälle“ identifiziert. Experten von Ford verglichen die gewonnenen Informationen anschließend mit bestehenden Unfallberichten und entwickelten einen Algorithmus zur Bestimmung der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Unfälle.

„Wir glauben, dass unsere Erkenntnisse das Potenzial haben, Millionen von Menschen zu helfen. Schon sehr kleine Änderungen könnten einen großen Unterschied machen, sei es in Bezug auf Verkehrsfluss, Verkehrssicherheit oder Effizienz. Mitunter reicht schon das Fällen eines Baumes, der ein Verkehrszeichen verdeckt, oder eine ähnlich einfache Maßnahme“, sagte Jon Scott, Project Lead at City Data Solutions, Ford Smart Mobility.

Die Ergebnisse der Auswertungen sind Bestandteil des Ford City Data Reports. Die zugrundeliegenden Daten wurden mit Zustimmung der Teilnehmer gewonnen und ausgewertet. Die Analyse bietet Erkenntnisse aus umgerechnet mehr als 15.000 Fahrzeug-Einsatztagen. Gefahren wurde mit 160 speziell ausgerüsteten Lieferwagen im gesamten Stadtgebiet. Die Flotte legte dabei insgesamt mehr als eine Million Kilometer zurück – das entspricht 20 Erdumrundungen – und lieferte 500 Millionen Einzeldaten.

Datengesteuerte Lösung abhängig von der Bereitschaft der Vebraucher

Jedes Fahrzeug, das an der Studie teilgenommen hat, war mit einem speziellen Lesegerät ausgestattet, das Fahrdaten aufgenommen und zur Analyse in die Cloud hochgeladen hat. Datenwissenschaftler des Ford Global Data Insight and Analytics-Teams werteten die Informationen über ein interaktives Dashboard aus. Diese Technologie könnte in jedem Straßenumfeld eingesetzt werden, nicht nur in Städten.

Der Bericht untersuchte auch andere Möglichkeiten zur Verbesserung des Straßenverkehrs, zum Beispiel die Planung von Lieferwagen-Fahrten am frühen Morgen vor den Stoßzeiten. Dies könnte allen Verkehrsteilnehmern zugutekommen. Durch die Fahrdaten-Analyse lassen sich eventuell auch die besten Lade-Standorte für Elektrofahrzeuge ausfindig machen.

„Der Ford City Data Report ist ein Schaufenster dessen, was wir bei Ford mit vernetzten Fahrzeugdaten, intelligenter Infrastruktur und unseren analytischen Fähigkeiten erreichen können. Wir bieten Städten an, mit uns zusammenzuarbeiten, um gemeinsam Probleme zu lösen – zur allgemeinen Verbesserung des Wirtschaftsstandorts und für mehr Lebensqualität“, sagte Sarah-Jayne Williams, Director, Ford Smart Mobility, Ford of Europe.

Ford sei sich aber bewusst, dass jede datengesteuerte Lösung von der Bereitschaft der Autofahrer abhängt, ihre Daten preiszugeben und auszutauschen. Auch könnten Verbraucher, wenn ein klarer Vorteil bestünde, offener für die Unterstützung durch einen solchen Dienst sein werden.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Next Mobility.

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