Welchem Langzeit-Archivkonzept sollte man den Vorzug geben?

Taugen Dateisysteme oder Objekt-Speicher besser für Longterm-Storage?

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Bei Aufbewahrungsfristen von zehn, 20 und mehr Jahren (auch aufgrund gesetzlicher Anforderungen) haben Archivdaten noch viel vor sich und werden heutige Entscheider wahrscheinlich überleben. Darauf sollten sie gut vorbereitet sein!

Der gordische Knoten oder Best of Breed

Viele objektbasierte Storage-Lösungen sind derzeit als hardwaregebundene Daten-Silos konzipiert, die separat zur normalen Speicherinfrastruktur aus SAN und NAS im Rechenzentrum betrieben werden. Als zusätzliche Speicherinseln verschlechtern sie durch weiteren Energie- und Flächenverbrauch deutlich die Effizienz im IT-Betrieb und benötigen darüber hinaus extra geschultes Personal und meist auch spezielle Backuptools.

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Zudem sind die Anwender bei der Speicherung ihrer sensiblen Daten hier an den jeweiligen Hardware-Hersteller gebunden, was jegliche Flexibilisierung und Virtualisierung enorm erschwert.

Alternativ setzen viele Kunden auf die Kombination der drei Speichersäulen (Block, File, WORM) in Form des sogenannten Unified Data Storage, welches aber dann wieder nicht den objektbasierten Ansatz unterstützt.

Hybridzugriff

Um dieses unbefriedigende „Entweder – Oder“ zu umgehen, entwickelt sich in den letzten Jahren der Trend immer mehr hin zu hybriden Systemen, welche die Vorteile beider Welten verbinden: In Software realisierte, objektbasierte Storage-Lösungen, die auf Filesystemen basieren!

Diese Systeme, auch Software Defined Storage (SDS) genannt, sind ganz normal über das Filesystem und die Standardprotokolle CIFS und NFS zugänglich, können aber intern die inhaltsbezogenen Keys mit den entsprechenden Metadaten als Einheit verwalten.

So können die enormen Vorteile von Object Storage genutzt werden, ohne auf die bewährten und stets weiter entwickelten Filesysteme zu verzichten. Durch die Software-Ebene, welche die genutzte Speicherhardware vom Objektbezug entkoppelt, entstehen für den Anwender zahlreiche Vorteile.

So profitieren die Lösungen z. B. von allen technologischen Fortschritten im Bereich der Filesystementwicklung wie auch im Bereich der Hardware, die praktisch „umsonst“ genutzt werden können.

Die effizientesten Speichertechnologien im Markt finden eben meist nicht direkt Eingang in proprietäre Herstellersysteme.

Dies ist anhand zahlreicher etablierter Lösungen leicht ersichtlich. Die Softwarelösungen lassen sich dagegen mit dem State-of-the-art-Storage kombinieren und können zudem in komplett virtualisierten Umgebungen eingebunden werden, was eine enorme Flexibilität erlaubt.

Charles Darwins zutreffende Feststellung lässt sich auch gut auf Technik übertragen: „Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten in der Lage ist, sich zu verändern.“ Best of Breed ist also die Antwort auf die Titelfrage! Oder: Es kann eben doch manchmal zwei Sieger geben.

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