Azure SQL DB – Möglichkeiten, Datensicherheit und Verwaltung SQL-Datenbanken in der Microsoft-Cloud betreiben

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Florian Karlstetter

Microsoft bietet über seinen Cloud-Dienst Azure auch eine cloubasierte, relationale Datenbank an. Azure SQL DB ist skalierbar und arbeitet auch mit Offline-Datenbank-Servern wie SQL Server 2014 zusammen. Wir zeigen die Möglichkeiten.

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Mit Azure SQL DB stellt Microsoft eine relationale, als Dienst bereitgestellte Datenbank für Cloud-Umgebungen zur Verfügung.
Mit Azure SQL DB stellt Microsoft eine relationale, als Dienst bereitgestellte Datenbank für Cloud-Umgebungen zur Verfügung.
(Bild: Microsoft / Thomas Joos)

Unternehmen, die Daten in die Cloud auslagern wollen, um zum Beispiel Daten international zur Verfügung zu stellen, oder mit Big Data zu verarbeiten, sollten sich die SQL-Datenbanken in Microsoft Azure ansehen. Dabei handelt es sich um vollwertige Datenbanken, die unabhängig von Servern und Netzwerken funktionieren. Diese Datenbanken gibt es schon länger, Microsoft hat die Editionen und Funktionen aber im September 2014 aktualisiert. In der MSDN hat Microsoft einen Artikel veröffentlicht, der auf die Unterschiede zwischen Azure SQL DB und lokal betriebenen SQL-Datenbanken eingeht. Neben der Azure SQL DB können Administratoren auch virtuelle Computer mit SQL Server 2012/2014 in Azure bereitstellen (siehe Abbildung 1 in der Bildergalerie

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Versionen und Preise

SQL Database gibt es in den drei Editionen Basic, Standard und Premium. Die kleinste Basis-Edition eignet sich für Datenbanken mit bis zu 2 GB für Testzwecke. Standard-Datenbanken bieten bis zu 250 GB große und schnelle Datenbanken. Wer auf Premium setzt kann bis zu 500 GB nutzen, die sehr performant zur Verfügung gestellt werden. Unternehmen können zwischen den Editionen jederzeit wechseln. Die genauen Preise der Datenbanken und deren weitere Unterscheidungen zeigt Microsoft hier. Microsoft bietet in diesem Bereich auch eine stundenbasierte Abrechnung an.

Wie Administratoren oder Entwickler mit der Datenbank arbeiten, zeigt Microsoft in der MSDN.

Microsoft Azure, SQL DB und SQL 2014 im Zusammenspiel betreiben

Die Datenbanken können Entwickler auch mit lokalen Datenbanken auf Basis von SQL Server 2014 synchronisieren. Außerdem ist es möglich Datenbanken aus SQL Server 2014 direkt in die Cloud zu migrieren (Abbildung 2).

Neben den Möglichkeiten den Datenbankdienst in Azure zu verwenden, können Unternehmen auch auf eine vollwertige Version von SQL Server 2014 auf einem virtuellen Computer in Azure setzen. Auch hier bietet SQL Server 2014 die Möglichkeit Datenbanken in die Cloud zu migrieren (Abb. 3).

Eine weitere Möglichkeit, die SQL Server 2014 und Microsoft Azure bieten, ist die Datensicherung von Datenbank-Servern in die Cloud. Die Sicherungen lassen sich anschließend weiterhin offline im Unternehmen nutzen, aber auch in Microsoft Azure über virtuelle Computer oder Cloud-Datenbanken auf Basis von Azure SQL DB.

Azure SQL DB ist eine vollwertige relationale Datenbank, die als Clouddienst bereitgestellt wird. Sie bietet Schnittstellen zu Microsofts SQL-Server, lässt sich aber auch ohne SQL Server 2014 verwenden. Auf die Datenbank lässt sich mit Entity Framework, ADO.NET, JDBC und mehr zugreifen, aber auch eine Anbindung an das SQL Server Management Studio ist möglich.

Azure SQL DB anlegen und verwalten

Im Azure-Verwaltungsportal stehen Datenbanken über den Bereich Datendienste\SQL-Datenbank zur Verfügung. Mit dem Bereich Schnellerfassung lassen sich Datenbanken mit wenigen Klicks anlegen. Im ersten Schritt wird ein Datenbankserver für die neuen Datenbanken erstellt (Abb. 4)

Sobald der Datenbankserver für die Azure DB zur Verfügung steht, können Administratoren in der Webverwaltung neue Datenbanken erstellen. Bereits beim Erstellen lassen sich die verschiedenen Editionen auswählen, sowie die Größe der Datenbank. Wenn mehrere SQL-Server im Einsatz sind, können Administratoren auswählen auf welchem Server die Datenbank bereitgestellt werden soll. Beim Anlegen neuer Azure-DBs lassen sich aber auch gleich neue Datenbankserver anlegen (Abb. 5)

Im Verwaltungsportal von Azure sind Datenbankserver und Datenbanken im Bereich SQL-Datenbanken zu sehen. Hierüber lassen sich auch Einstellungen ändern. Durch einen Klick auf eine Datenbank startet der Schnellstart-Assistent, der bei der Verwendung der Datenbank hilft (Abb. 6).

Funktionen des Dashboards

Im Dashboard sind die aktuellen Leistungsdaten der DB zu sehen. Im oberen Bereich können Administratoren außerdem zwischen den verschiedenen Menüs umschalten. So lassen sich Datenbanken auch in andere Regionen replizieren. Über den Bereich Skalieren von Azure-DBs können Administratoren in Echtzeit zwischen den Editionen und den Leistungsdaten umschalten. Das macht die Datenbanken extrem flexibel und bietet Unternehmen die Möglichkeit schnell auf verschiedene Editionen skalieren zu können (Abb. 7).

Neben der Möglichkeit Einstellungen für die Datenbanken in Azure zu ändern, können Administratoren auch auf die Webverwaltungskonsole von Azure-DB zugreifen, um ganze Datenbankserver zu verwalten. In der Verwaltungskonsole sind alle Azure-Dbs auf dem Server zu sehen. Hier lassen sich Datenbanken auch importieren und bereitstellen (Abb. 8).

An dieser Stelle können Entwickler auch Abfragen für Datenbanken erstellen, Aufgaben für die Datenbank erstellen, oder sich Ereignisse anzeigen lassen. An dieser Stelle lassen sich auch lokale SQL-Dateien über den Browser öffnen und auf die Azure-DB anwenden. Zusätzlichen lassen sich umfangreiche Informationen zu den Datenbanken auf dem Server anzeigen (Abb. 9).

Auf Basis der Verwaltung von SQL-Servern in Azure können Entwickler im Webverwaltungsportal auch direkt neue Tabellen, Views und Prozeduren erstellen und anpassen (Abb. 10).

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Natürlich können auch Offline-Verwaltungstools wie Visual Studio und andere MS-Werkzeuge für die Bearbeitung der Datenbanken verwendet werden. Die Verbindungsdaten dazu lassen sich im Webportal anzeigen. Wie bei Offline-Sicherungen von SQL-Servern, können Administratoren im Webportal des Datenbank-Servers auch Sicherungen durchführen und Datenbanken exportieren. Diese lassen sich dann entweder in andere Azure-DBs importieren oder auf lokalen SQL-Servern verwenden.

Azure-DBs mit anderen Azure-Diensten nutzen

Die Datenbanken, die Unternehmen in Azure betreiben lassen sich natürlich auch in anderen Azure-Diensten nutzen. Beispiel dafür sind die mobilen Dienste, oder auch HDInsight, die Big Data-Lösung in Azure auf Basis von Hadoop (Abb. 11).

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