Smart City Software hilft dabei die Sicherheit in Städten zu bewerten

Autor / Redakteur: Stefan Guggenberger / Nico Litzel

Ein neues Softwaretool analysiert die wahrgenommene Sicherheit öffentlicher Räume anhand von praktisch erprobten Faktoren. So sollen Städteplaner bestehende Orte sicherer machen und die Wahrnehmung von 3D-Bauplänen analysieren können.

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Unter anderem werden dunkle Orte oft als unsicher wahrgenommen. Mit einem neuen Tool soll es nun einfacher sein, unsichere Orte zu identifizieren.
Unter anderem werden dunkle Orte oft als unsicher wahrgenommen. Mit einem neuen Tool soll es nun einfacher sein, unsichere Orte zu identifizieren.
(Bild: gemeinfrei // Pexels)

Ein Projekt des Forschungsverbunds Stadtsicherheit-3D hat erstmals ein Softwaretool entwickelt, mit dem das subjektive Sicherheitsempfinden in Städten systematisch und empirisch gemessen werden kann. Die so gewonnenen Daten können Städteplaner und Sicherheitsexperten dann nutzen, um urbane Räume sicherer zu gestalten. Für die Bewertung der Räume werden dabei Faktoren wie Sichtbarkeit, Hörbarkeit und Helligkeit miteinbezogen. Laut dem Forschungsprojekt kann das Sicherheitstool auf 3D-Stadtpläne angewandt werden.

Was macht urbane Räume unsicher?

Die Wahrnehmung öffentlicher Räume als „sicher“ oder „unsicher“ ist von vielfältigen und oftmals individuellen Aspekten abhängig. Dies können gestalterische, sozialräumliche oder baulich-räumliche Faktoren sein, welche die Sicherheitswahrnehmung verschiedener Personengruppen direkt oder indirekt beeinträchtigen. Oft werden Orte als unsicher wahrgenommen, wenn sie als dunkel, nicht einsehbar oder nicht hörbar empfunden werden.

Um genau zu verstehen, wie diese Faktoren zusammenhängen, haben die Forscher drei Begehungen an europaweit repräsentativen Orten in Berlin durchgeführt: auf dem Alexanderplatz, in der High-Deck-Siedlung in Berlin Neukölln und einem innerstädtischen Wohnviertel in Moabit West. Die Befragten machten Angaben darüber, an welchen Orten oder Plätzen sie sich durch mangelhafte Beleuchtungen, eingeschränkte Sichtbarkeiten oder schlechte Hörbarkeit unsicher fühlen. Die genannten Orte wurden fotografiert und zusammen mit Messungen zu Helligkeit, Lärm und Entfernung in sogenannten Hybrid Maps dokumentiert.

Sicherheit am Beispiel der Sichtbarkeit

Zur Sichtbarkeitsberechnung kann im 3D-Modell ein beliebiger Raum ausgewählt werden, für den die Analyse mit dem genannten Tool durchgeführt werden soll. Der ausgewählte Raum wird dann automatisiert mittels eines Gitters in kleine Elemente unterteilt. Dann werden die Sichtbarkeitspolygone für jeden Mittelpunkt des jeweiligen Elements bestimmt. Für jeden Punkt auf der Karte wird die Anzahl der Elemente ermittelt, welche diesen Punkt sehen. Im Ergebnis visualisiert die Simulation unterschiedliche Sichtbarkeits-Niveaus des gewählten Raums durch unterschiedlich farbige Flächen.

Sicherheitstool kann beliebige Räume im 3D-Modell analysieren

Die bei den Begehungen gewonnenen Daten flossen in die Erstellung von Algorithmen einer software-gestützten Planungshilfe ein, welche auf vorhandene 3D-Stadtmodelle angewandt werden kann. Das Tool ermöglicht das Navigieren in detaillierten 3D-Stadtmodellen und bietet die Möglichkeit, die Hörbarkeit und Sichtbarkeit von Orten zu simulieren, Planungsalternativen zu analysieren und sozialräumliche Aspekte der Sicherheitswahrnehmung zu dokumentieren. Alle Erkenntnisse des Forschungsprojekt finden Sie im dazu erschienen Leitfaden „Stadtsicherheit-3D. Die subjektive Sicherheitswahrnehmung im Blick“.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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