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Kommentar von von Sunil Senan, Infosys So nutzen Unternehmen die Data Economy für Wettbewerbsvorteile

| Autor / Redakteur: Sunil Senan / Nico Litzel

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens wird oftmals durch dessen Fähigkeit definiert, mithilfe datengestützter Produkte und Dienstleistungen neue, führende Branchenbeispiele für sich selbst zu schaffen und/oder damit in anderen Branchen Fuß zu fassen. Voraussetzung hierfür ist ein dynamisches digitales und datengestütztes Ökosystem.

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Der Autor: Sunil Senan ist Senior Vice President of Data & Analytics bei Infosys
Der Autor: Sunil Senan ist Senior Vice President of Data & Analytics bei Infosys
(Bild: Infosys)

Es gibt bereits zahlreiche erfolgreiche Beispiele, etwa solche, die im kommerziellen Betrieb auf Drohnen mit Digital- und Datendienste setzen oder Telekommunikationsunternehmen, die ihr Kundenwissen und ihre Netzwerkleistung nutzen, um neue Angebote wie Multimedia-Inhalte oder Finanzdienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Diese datengesteuerte Wirtschaft basiert auf verschiedenen Faktoren. Höchste Priorität haben dabei die großflächige Verfügbarkeit von Internetbandbreite und die Verbreitung von 5G. Sie ermöglichen höhere Datenübertragungsraten, niedrigere Latenzzeiten und steigende Kapazitäten – und bieten damit ganz neue Möglichkeiten für Unternehmen.

Die Kosten für Datenspeicherung und -entdeckung, einschließlich der Kosten für großflächige Maßnahmen in Echtzeit, sinken jedes Jahr kontinuierlich. Der Grund: Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) und Quantencomputer entwickeln sich stetig weiter. Ihre Massentauglichkeit und -produktion führen zu signifikanten Kostenersparnissen.

Die sich wandelnde Rolle der Daten

Die Rolle der Daten hat sich in den vergangenen Jahren signifikant verändert. Einerseits stützen immer mehr Unternehmen ihre Entscheidungen und Prozesse auf Daten. Des Weiteren stellen die meisten Organisationen eine Datenstrategie in den Mittelpunkt ihrer digitalen Transformation. In diesem Zusammenhang erschaffen Daten neue digitale Erlebnisse und treiben gleichzeitig einen Paradigmenwechsel voran – weg von „Menschen arbeiten mit Daten“ hin zu „Daten arbeiten mit Menschen“. Geschäftssysteme nutzen Daten in Mikromomenten, um Erkenntnisse zu generieren, die wiederum eine automatisierte Aktion anstoßen und die Anwender bei Maßnahmen in Echtzeit unterstützen. Dies steigert und optimiert nicht nur die Produktivität, sondern ermöglicht auch herausragende digitale Anwendererlebnisse.

Darüber hinaus entwickeln wir uns zu einer sogenannten Data Economy. Diese etabliert Daten als das neue Kapital und initiiert wirtschaftliche Aktivitäten sowohl im kommerziellen als auch im sozialen Bereich. Die Daten bestimmen dabei Angebot und Nachfrage sowie die Disruption von Branchen. Produkte sind verfügbarer und kostengünstiger; Unternehmen haben ganz neue Möglichkeiten, sich vom Wettbewerb abzuheben. Auch Regierungen können mithilfe einer Datenstrategie das Wachstum ihres Landes vorantreiben.

Wir befinden uns an der Schwelle zu einer Data Economy, die durch die Konvergenz von Technologien wie dem Internet of Things (IoT), Künstliche Intelligenz, Blockchain, 5G, Edge Computing usw. vorangetrieben wird. Die Potenziale der Daten werden in dieser Wirtschaft durch Zusammenarbeit, Austausch und Analyse in noch nie dagewesener Weise ausgeschöpft.

Dieser signifikante Wandel verändert nicht nur Unternehmen, sondern auch die Gesellschaft und die Wirtschaft insgesamt. Hier sind einige Beispiele:

  • Eine Reihe von Organisationen aus dem Gesundheitswesen setzen bereits auf eine vernetzte Patientenversorgung und sind damit Vorreiter der Branche. Möglich wird dies durch ein umfassendes Ökosystem aus Versicherungen, Gesundheitsdienstleistern, Notfalldiensten und Ausbildern, die sich auf das gemeinsame Ziel konzentrieren, positive Ergebnisse für Patienten zu erzielen.
  • Eine NGO bringt mithilfe von Daten und KI den Menschen einen positiven Umgang mit ihrer Gesundheit und dem Gesundheitssystem näher und zielt darauf ab, auf kreative Weise gesellschaftliche Herausforderungen zu adressieren. So sollten zum Beispiel Patienten möglichst kurze Anreisen für medizinische Behandlungen ermöglicht und hierfür staatliche Gesundheitszentren an den richtigen Standorten gebaut werden. Um diese Orte zu identifizieren, wurden Datensätze von einem Telekommunikationsanbieter sowie einem globalen Datenprojekt analysiert, die die Bevölkerungsdichte, den tatsächlichen Wohnsitz und die Migration umfassten. Die optimalen Standorte wurden dann auf der Grundlage der aus der Analyse aller drei Parameter gewonnenen Erkenntnisse bestimmt.

Vorbereitung auf die Data Economy

Unternehmen müssen sich besonders auf drei Aspekte konzentrieren: Modernisierung der Infrastruktur, Monetarisierung der gesammelten Daten und eine Expansion des Netzwerks über die Unternehmensgrenzen hinweg, um dem Ökosystem Mehrwerte zu bieten.

1. Modernisierung

Um von einer Data Economy zu profitieren, müssen Unternehmen zunächst ihre Infrastruktur vorbereiten, die den Datenanstieg bewältigen kann. Notwendig ist eine Architektur, die agile Prozesse fördert und Daten fließen lässt, statt auf Silos beschränkt zu sein. Der Übergang von Systems of Record zu Systems of Intelligence ist entscheidend. Dazu gehört eine umfassende Digitalisierung der Firma, um die Einführung von Technologien wie KI, Analytik und IoT zu ermöglichen.

Ein führendes Pharmaunternehmen hatte es sich zum Ziel gesetzt, Kosten und Zeit bei der Einführung neuer Medikamente reduzieren. Ein schnelles Onboarding der Datenquelle (Verkürzung der Boardingzeit um das Zehnfache), Data Discovery und optimierte Datenverarbeitung (um 30 Prozent schneller) in der Cloud für die wichtigsten Abteilungen, waren dabei unumgänglich. Möglich wurde dies durch eine Discovery Insight Platform, um den Vertrieb über verschiedene Kanäle hinweg zu verfolgen, zu verbessern sowie eine schnellere Markteinführung von Marken zu ermöglichen und durch umfassende Datenstrategien und fortschrittliche Analysen Einblicke in die Patientenergebnisse zu gewähren.

2. Monetarisierung

Im nächsten Schritt müssen Daten monetarisiert werden, um

  • den Mehrwert von Geschäftsfunktionen zu steigern. Daten können dazu beitragen, jede Funktion innerhalb des Unternehmens umzugestalten, sei es im Vertrieb, im Marketing, im Finanzwesen oder in der Lieferkette.
  • durch operative Effizienz Umsätze zu steigern und Kosten zu senken. Der Zugang zu Daten steigert die Betriebseffizienz und verbessert die Kundenbindung. Dies ermöglicht eine effektive Bereitstellung von Produkten/Dienstleistungen mit größerer Rentabilität.
  • neue Geschäftsmodelle zu schaffen. Unternehmen können mit neuen datengestützten Produkten und Dienstleistungen oder sogar „Daten als Produkt“-Angeboten innovieren.

Ein führender landwirtschaftlicher Hersteller wollte neue Möglichkeiten schaffen, um die Kundenbindung zu sichern und die Kundenerfahrung zu verbessern. Mithilfe einer fortschrittlichen Analyseplattform verbesserte das Unternehmen das digitale Erlebnis und optimierte die Kundensegmentierung. Darüber hinaus sind Cross-Selling mit Produktempfehlungen, Lead-Generierung und Prognosen zur Kundenabwanderung möglich.

3. Netzwerk

Unternehmen profitieren signifikant von den massiven Netzwerkeffekten von Daten. Die Auswirkungen gehen über das Unternehmen hinaus und umfassen das gesamte Ökosystem sowie die komplette Wertschöpfungskette – teilweise geht es sogar noch darüber hinaus. Beispielsweise können FinTech-Firmen Verbrauchern auf der Grundlage eines offenen Datenzugangs neue Erfahrungen bieten. Datenmarktplätze spielen zunehmend eine Schlüsselrolle bei der Förderung innovativer digitaler Anwendungen.

Ein führendes Fertigungsunternehmen setzt beispielsweise auf eine Applikation zur Drohnen-Flugplanung. Dazu implementierte die Organisation eine Cloud-Lösung für einen Datenmarktplatz, mit der Daten aus verschiedenen internen und externen Datenquellen ermittelt werden. Die Plattform bewertet Bodenhindernisse, Wetterinformationen, Luftraumgrenzen sowie Karten von Flughafeneinrichtungen und Flugbeschränkungsdaten, um sicherzustellen, dass die Flugpläne sicher und genau sind.

Fazit

Technologien wie KI, Blockchain, 5G und Edge Computing treiben Organisationen an, eine Data Economy zu erschaffen und ein aktiver Teil davon zu sein. Daten sind das Kapital, das neue Geschäftsmodelle, neue Produkte/Dienstleistungen und neue Innovationsgrenzen vorantreibt und sowohl geschäftliche als auch soziale Sektoren der Wirtschaft verändert.

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