Wie Internet-Unternehmen mit den Daten ihrer Mitglieder umgehen

So macht Apple aus Siri und iCloud Big Data

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Ulrike Ostler

Der praktische Nutzen von Big Data

Verständlich, dass die gesammelten Datenbestände auch bei Apple für nähere Einblicke und zukünftige Entwicklungen ausgewertet werden. Nicht nur, dass Apple über die persönlichen Daten von Millionen Anwendern verfügt, auch lassen sich Schlüsse ziehen, wie einzelne Apps tatsächlich eingesetzt werden. So ließe sich aus den Spielständen einer Game App folgern, wo besonders viele User scheitern, und der Spielverlauf an dieser Stelle nachbessern.

Die Datenhaltung mit iCloud, die Sprachverarbeitung für Siri und der App Store von Apple spülen ein riesiges Datenvolumen in die Rechenzentren des Unternehmens.
Die Datenhaltung mit iCloud, die Sprachverarbeitung für Siri und der App Store von Apple spülen ein riesiges Datenvolumen in die Rechenzentren des Unternehmens. (Bild: Apple)

Auch die „iWatch“, sollte sie denn kommen, könnte zu einem Datenlieferant werden, der Apple über medizinische Messwerte des Anwenders, seinen Kalorienverbrauch oder Schlafenszeiten informiert. Sollte diese Uhr einmal in großen Stückzahlen getragen werden, läge bald ein Querschnitt über die Sport- und Essgewohnheiten oder gesundheitlichen Risiken der Bewohner ganzer Länder vor.

Strategische Zukäufe

Was Apple mit seinen gesammelten Daten möglicherweise vorhat, lässt sich aus den Übernahmen des Konzerns folgern. Im Dezember 2013, also erst einen Monat nach der Übernahme von Primesense, einem Hersteller von 3D-Sensoren, kaufte Apple für 200 Millionen UDollar das Unternehmen Topsy, ein Spezialist für die Auswertung der Inhalte von Twitter.

Topsy berechnet zum Beispiel, wie beliebt und interessant ein bestimmtes Thema oder Ereignis bei Twitter war. Dieses Know-how in der Analyse großer Datenmengen könnte sowohl für neue Produkte von Apple als auch für die internen Big-Data-Analysen verwendet werden.

Im Juli 2013 kaufte Apple das kanadische Big-Data-Startup Locationary mit seiner Plattform Saturn zur Zusammenführung von Standortdaten. Also genau richtig nach dem Fehlschlag bei der Einführung des eigenen Kartendienstes „Apple Maps“.

Auch Fehlschläge gibt es

Nach der Trennung von Google Maps auf iOS 6 für das iPhone 5 lieferte der Dienst von Apple nach einer Einführung lächerliche und falsche Angaben. Mit der Technik von Locationary sollen nun geografische Punkte mit dynamischen Informationen wie Öffnungszeiten oder Fotos kombiniert dargestellt werden.

Ende vergangenen Jahres wurde ebenfalls ein Patent von Apple bekannt, das die Darstellung von Landkarten in mehreren Schichten ermöglicht. So werden zusätzliche Informationen auf eine Karte der geografischen Umgebung gelegt – entweder statische Informationen wie Sehenswürdigkeiten, Opernhäuser, Restaurants und Hotels oder dynamische Informationen über Wetter und Börse.

Aber Apple sammelt nicht nur Daten, sondern bringt sie auch zum Kunden. Bislang ließ das Unternehmen die erforderliche Internet-Infrastruktur von externen Dienstleistern betreiben, darunter vor allem Akamai als Anbieter eines CDN (Content Delivery Network) zur Übertragung von Apps, Multimedia und anderen Daten über Edge-Server in den wichtigen Regionen der Welt.

Nach einem Bericht des Wall Street Journals vom Februar dieses Jahres bereitet Apple jedoch eine eigene Infrastruktur vor. Ob damit auch ein größeres TV-Angebot gesendet werden soll, also das lang erwartete iTV, ist offen. Damit wäre dann auch Apple bei den „Big Big Data“ angekommen.

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