Wie Internet-Unternehmen mit den Daten ihrer Mitglieder umgehen

So macht Apple aus Siri und iCloud Big Data

| Autor / Redakteur: Bernhard Schoon / Ulrike Ostler

Traditionelles Handwerk auf großer Stufenleiter

Mit welchen Anlagen und Betriebssystemen Apple diese Datenbestände verarbeitet, ist dem Unternehmen selbst nicht zu entlocken. Gewisse Hinweise lassen sich jedoch den Stellenanzeigen des Unternehmens entnehmen.

Das iOS 8 auf verschiedenen Displays.
Das iOS 8 auf verschiedenen Displays. (Bild: Apple)

Im Dezember 2013 suchte Apple nach Informatikern mit Erfahrungen auf Big-Data-Plattformen wie „Hadoop“ zur Entwicklung komplexer und skalierbarer DW/BI-Lösungen. Vorausgesetzt wurden Kenntnisse in mehreren Programmiersprachen sowie Erfahrungen im Umgang mit Data Warehouses auf der Basis von Teradata, Oracle und Informatica.

Im Januar 2014 folgte eine Stellenanzeige für einen „Big Data Operations Engineer“ für das kalifornische Santa Clara. Zur Entwicklung standortbezogener, neuer iOS-Anwendungen sollten die Bewerber bereits Erfahrungen in der Hadoop-Cluster-Administration und Hadoop Mapreduce sowie mit CDH 4 oder Redhat Linux und Apache Webserver mitbringen, dazu Shellscripting und Programmierkenntnisse mit Java.

Anders als bei Google und Facebook: konventionelle Infrastruktur

Auch über die Hardware der Rechenzentren muss spekuliert werden. Allein für die USA betreibe Apple drei Server-Instanzen, so ein Beitrag in der Online-Community Reddit: Für die Westküste, die Ostküste und die übrigen US-Regionen, dazu eine unbekannte Anzahl weiterer Server-Instanzen für andere Länder und Regionen.

Die Server, so der Beitrag weiter, bestehen aus vier voll bestückten HP C7K Blade-Systemen mit jeweils acht Server-Blades zu jeweils 1 Terabyte RAM. Dies würde pro Instanz 32 Server-Blades mit 1.024 Kernen und 32 Terabyte Arbeitsspeicher ergeben, aktueller Marktwert gut 1 Million Dollar.

Die Daten befinden sich jedoch nicht lokal auf den Servern, sondern werden über ein SAN (Storage Area Network) abgerufen. Fällt ein Server aus, lässt er sich ohne Beeinträchtigung der Verfügbarkeit des Gesamtsystems austauschen. Zum Betriebssystem der Server wurden keine Angaben gewagt, statt dem OS X Server aus dem eigenen Haus hielt man eine andere Unix-Variante oder Linux für wahrscheinlicher.

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