Techmesse CES 2021 Selbstlernender KI-Sensor und AIoT – was Bosch auf der CES zeigt

Autor / Redakteur: Katharina Juschkat / Nico Litzel

Auf der Techmesse CES hat Bosch viele Neuheiten gezeigt: Den ersten selbstlernenden KI-Sensor, Sensoren und Kameras gegen Corona und Software für mehr Klimaschutz. Ein Überblick.

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„Wir verbinden KI und Konnektivität zu AIoT, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Corona zu bekämpfen“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle auf der CES 2021.
„Wir verbinden KI und Konnektivität zu AIoT, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Corona zu bekämpfen“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle auf der CES 2021.
(Bild: Bosch)

Bosch stellte auf der virtuellen Techmesse CES 2021 Produkte vor, die Intelligenz mit Nachhaltigkeit verknüpfen. „Wir verbinden KI und Konnektivität zu AIoT, um die Energieeffizienz zu erhöhen und Corona zu bekämpfen“, erklärt Bosch-Geschäftsführer Michael Bolle.

Ein Highlight auf der Messe ist der erste selbstlernende KI-Sensor von Bosch für Wearables und Hearables im Bereich Fitness-Tracking. Da die KI auf dem Sensor selbst läuft (Edge AI), ist während des Trainings keine Internetverbindung mehr nötig, was die Energieeffizienz und den Datenschutz erhöht.

Was ist AIoT?

AIoT verbindet die beiden Technologien „IoT“ („Internet of Things“) und „AI“ („Artifical Intelligence“, also Künstliche Intelligenz). Konkret steht die Abkürzung AIoT für „Artificial Intelligence of Things“.
Bisher sind IoT-Geräte oder -Anwendungen nicht intelligent – sie senden die Daten, die sie sammeln, an zentrale Einheiten, die sie dann auswerten. Die AIoT geht diesen Schritt weiter und stattet das IoT direkt mit Intelligenz aus. So werden aus passiven Datensammlern aktive, intelligente Maschinen.

Fortschritt gegen Corona: Bosch zeigt Lösungen für die Krise

Neu: Eine Kamera kann mit KI direkt kontaktlos die Körpertemperatur bestimmen.
Neu: Eine Kamera kann mit KI direkt kontaktlos die Körpertemperatur bestimmen.
(Bild: Bosch)

Vor allem in Sachen Corona, aber auch anderen Gesundheitsbelangen, zeigt Bosch verschiedene KI-Produkte:

  • Ein Sensor, den Bosch auf der CES vorstellt, kann die Luftqualität und relative Feuchtigkeit messen und Aufschluss über die Konzentration von Aerosolen in der Luft geben – eine Angabe, die im Einsatz gegen Corona an Bedeutung gewonnen hat.
  • Auch neu: Sicherheitskameras, die mit KI verschiedene Anwendungen unterstützen können: So kann eine neue Kameralösung mit integrierter KI-Videoanalyse kontaktlos die Körpertemperatur mit maximal einem halben Grad Abweichung messen.
  • Eine Softwarelösung für die offene Kamera-Plattform des Bosch-Start-ups Security and Safety Things kann wiederum die Anzahl von Personen auf einer Verkaufsfläche zählen.
  • Bosch zeigt auch ein tragbares Hämoglobin-Messgerät, das Anämien, also Blutarmut, per Fingerscan erkennt. Das Gerät eignet sich besonders für Regionen mit unzureichendem Zugang zu medizinischer Versorgung. Ausgestattet mit KI liefert der Hämoglobin-Monitor innerhalb von 30 Sekunden ein Ergebnis – ohne Laboruntersuchung oder Blutabnahme.

Entwicklungen zum Klimaschutz: Mit Vernetzung Energie sparen

Auch in Sachen Klimaschutz zeigt Bosch intelligente Lösungen, die auch im eigenen Unternehmen zum Einsatz kommen – seit 2020 arbeiten alle Standorte CO₂-neutral:

  • Das Start-up Bosch Climate Solutions bietet eine Cloud-basierte Energieplattform, die anhand intelligenter Algorithmen den Energieverbrauch von Maschinen senken kann. Bosch setzt die Plattform selbst an vielen Standorten ein, was mit dazu beitrug, dass Bosch CO₂-neutral arbeitet.
  • Für de häuslichen Gebrauch bietet Bosch unter anderem einen Energiemanager an, der laut Bosch in Kombination mit einer Wärmepumpe und Photovoltaik bis zu 60 Prozent Strom einsparen kann.
  • E-Auto-Besitzer können die Software „Battery in the Cloud“ nutzen, die mittels intelligenter Software-Analyse den Batterieverschleiß um bis zu 20 Prozent reduziert.

Neue Fahrzeugcomputer und Software fürs All

Auch in anderen Bereichen will Bosch seine Aktivität ausbauen: Anfang des Jahres hat der Geschäftsbereich „Cross-Domain Computing Solutions“ seine Arbeit aufgenommen. Hier will das Unternehmen Hard- und Software für Fahrzeugcomputer, Sensoren und Steuergeräte für alle Fahrzeugbereiche weiterentwickeln.

Außerdem erforscht und entwickelt Bosch für Roboter, die die Mondoberfläche untersuchen werden, Technologien für intelligentes autonomes Navigieren und kabelloses Laden. Die Kooperation mit den Unternehmen Astrobotic und Wibotic sowie der Universität Washington ist Teil des Tipping-Point-Projekts der NASA. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Weiterentwicklung von Bosch-AIoT-Lösungen auf der Erde ein.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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