Analytics ohne komplizierte Formelsprache mit Watson

Schneller und einfacher Zugang zu Predicitive Analytics

| Autor / Redakteur: Oliver Oursin / Nico Litzel

Die Startseite von Watson Analytics
Die Startseite von Watson Analytics (Bild: IBM)

Controller brauchen mehr denn je schnelle Antworten auf zunehmend komplexe Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen der Planung und Unternehmensperformance sowie belastbare Reportings und zuverlässige Prognosen. Solche Antworten können mithilfe intelligenter Datenanalysen immer präziser, zuverlässiger und schneller gegeben werden.

Der Einsatz von Business-Analytics-Instrumenten ist nicht unbedingt trivial: Bisher benötigt man selbst für relativ simple Analyseprojekte meist mehrere Schritte und unterschiedliches Know-how an verschiedenen Stellen: Definiert werden muss unter anderem der Zugang zu den relevanten Daten und deren Aufbereitung, dann folgen Analyse, Validierung sowie die Übertragung der Ergebnisse in entsprechende Reports oder Planungsvorlagen.

Die Inanspruchnahme von intelligenten Datenanalyse-Tools verlangt zudem den Gebrauch einer mehr oder weniger komplizierten Formelsprache, die auch nicht unbedingt jedermanns Sache ist. Genau darin liegt es vor allem begründet, dass bis heute laut IDC und nach unseren eigenen Beobachtungen nur ein sehr kleiner Teil der Führungskräfte entsprechende Lösungen aktiv nutzt. Diese Hürden können jetzt umschifft werden.

Dialog in natürlicher Sprache

IBM hat mit Watson Analytics nun einen entscheidenden Schritt nach vorne getan: Denn Watson versteht natürliche Sprache, der Nutzer tippt einfach seine Frage in die Tastatur und erhält umgehend eine Antwort. Diese natürliche Spracherkennung kann unserer Meinung nach den Durchbruch für die breite Akzeptanz und selbstverständliche Nutzung umfangreicher Analytics- und Prognose-Lösungen bedeuten.

Fragen wie „Was sind die Schlüsselfaktoren für meine Produktverkäufe?“ oder „Mit welchen Anreizmechanismen kann ich meine Mitarbeiter am besten motivieren?“ oder auch „Mit welchen Geschäftsabschlüssen kann höchstwahrscheinlich gerechnet werden?“ können mit dem neuen Tool in natürlicher Sprache gestellt und vom System, das sich im Hintergrund die notwendigen Informationen selbstständig zusammensucht und aufbereitet, auch direkt beantwortet werden.

Für IBM war die Ankündigung dieses Werkzeugs im September 2014 die seit zehn Jahren wichtigste Markteinführung einer neuen Lösung im Umfeld von Business Analytics überhaupt. Ein Meilenstein. Denn das auf kognitivem Computing basierende System bietet gleichzeitig einen schnellen und einfachen Zugang zu leistungsfähigen Predicitive- und grafischen Analyse-Tools – wichtige Instrumente für Controller, aber auch andere Führungskräfte und Fachentscheider.

Automatische Datenaufbereitung

Watson Analytics leitet damit gleichzeitig einen Paradigmenwechsel ein: Denn die heute gängigen, am Markt verfügbaren Analyse-Lösungen gehen davon aus, dass die Daten, die zur Auswertung gebraucht werden, bereits aufbereitet vorliegen. Dass außerdem klar ist, welcher Analyse-Typ gefragt und welche Fragen zu stellen sind, sowie Fähigkeiten vorhanden sind, ein entsprechendes Datenmodell zu bauen.

In den wenigsten Fachabteilungen sind diese Skills jedoch zu finden. Heute muss durchschnittlich mindestens 60 Prozent der Zeit, die für ein Analyse-Projekt zur Verfügung steht, für die Datenaufbereitung und das Hochladen angesetzt werden. Watson Analytics automatisiert diese Schritte. Das heißt, die Aufbereitung von Daten, die Erstellung von Prognosen oder die Visualisierung von Ergebnissen macht das System selbstständig – eine enorme Erleichterung für datenintensive Unternehmensbereiche wie Finanzabteilungen, Marketing oder Vertrieb.

Gleich mehrere Merkmale des neuen Werkzeugs helfen dabei, die notwendigen Fachkenntnisse und das benötigte technische Know-how für dessen Einsatz auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu gehören neben der Spracherkennung auch der unkomplizierte Um- und Zugang zu den Tools. Beides erfolgt quasi im Selbstbedienungsmodus über die Cloud. Nur noch das Problem muss identifiziert werden, Watson Analytics übernimmt den Rest: Die Suche und Aufbereitung der richtigen Daten, die Zusammenfassung und Visualisierung neuer Erkenntnisse, die Erstellung von Reports oder Dashboards. Zudem stehen Collaboration-Möglichkeiten für den Austausch mit Kollegen zur Verfügung.

Unbekannte Muster und Zusammenhänge aufdecken

Ebenfalls integriert ist eine Predictive-Analytics-Komponente, mit der Prognosen berechnet und bisher noch unbekannte Muster und Zusammenhänge aufgedeckt werden können. Ein weiteres Plus schließlich sind die kognitiven Fähigkeiten des Systems: Damit wird es möglich, dass durch den interaktiven Umgang mit den Ergebnissen immer genauere Fragen gestellt und immer detailliertere Antworten gegeben werden können. Ein wichtiges Feature für das Controlling: Denn somit können dann auch Geschäftsentwicklungen besser prognostiziert und detaillierte Fragen zur Unternehmensperformance in ihren unterschiedlichen Aspekten erörtert werden. Damit ist Watson Analytics ein äußerst hilfreiches Instrument, um Entscheider in allen Unternehmensbereichen jederzeit informiert und reaktionsfähig zu halten.

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