Industrielösungen

Schmalband-IoT unterstützt Bienenzüchter und Energiedienstleister

| Autor / Redakteur: Franz Graser / Nico Litzel

Eine Überwachungslösung für Bienenvölker setzt auf das Schmalband-IoT der Telekom. Die Insekten werden quasi mit Babyphonen überwacht und die so ermittelten Daten mit Data-Mining-Methoden analysiert.
Eine Überwachungslösung für Bienenvölker setzt auf das Schmalband-IoT der Telekom. Die Insekten werden quasi mit Babyphonen überwacht und die so ermittelten Daten mit Data-Mining-Methoden analysiert. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Ab dem zweiten Quartal des Jahres bietet die Telekom Schmalband-IoT-Verbindungen (NB-IoT) im kommerziellen Maßstab an. Pilotprojekte laufen unter anderem im Energiesektor und in der Bienenzucht. Mit einem integrierbaren NB-IoT-Modem forciert zudem das Dresdner Unternehmen Commsolid das Thema.

Der europaweite Rollout durch die Telekom erfolgt nur vier Monate, nachdem das Unternehmen im Oktober 2016 in Bonn das weltweit erste NB-IoT-End-to-End-System und eine Smart-Parking-App im Live-Betrieb präsentierte. Die wichtigsten Vorteile der Technologie sind die geringen Kosten, die gute Versorgung in Gebäuden (20 dB mehr als GSM) und die mit bis zu zehn Jahren sehr lange Laufzeit der beiden AA-Batterien bei NB-IoT-typischer Nutzung.

Außerdem sorgen die Nutzung eines lizenzierten Spektrums und die 3GPP-Standardisierung für Sicherheit auf LTE-Basis. Diese spezifischen Eigenschaften ermöglichen Anwendungen im Internet der Dinge auf breiter Ebene und ebnen den Weg für zahlreiche Geschäftsmodelle in einer sicheren Betriebsumgebung.

Kommerzielle Lösung für smarte Gebäude

Unter anderem arbeitet das Unternehmen im Bereich NB-IoT eng mit dem Energiedienstleister ista zusammen. Der in Deutschland ansässige Serviceanbieter betreibt derzeit über 15 Millionen vernetzte Geräte in Mehrfamilienhäusern in ganz Europa. Dazu gehören batteriebetriebene digitale Geräte zur Messung des Wärme- und Wasserverbrauchs sowie intelligente Rauchmelder. Auf Basis des NB-IoT-Netzes der Telekom konzentriert sich ista zunächst auf die intelligente Erfassung, Visualisierung und Abrechnung des Energieverbrauchs.

„Wir sehen bei unseren Kunden im Wohnungssektor einen klaren Trend in Richtung Smart Building“, sagt ista-Geschäftsführer Jochen Schein. „Die Nachfrage von Eigentümern und Vermietern nach vernetzten digitalen Geräten steigt stetig. Derzeit kommen Monat für Monat rund 400.000 dieser Geräte hinzu.“

Mit dem sogenannten NB-IoT-Prototyping-Hub entwickelt die Telekom das Schmalband-Ökosystem weiter. Das Programm bringt hier Kunden und Interessenten mit IoT-Entwicklern zusammen, um die Markteinführung zu beschleunigen. Die Kunden können die Basisstationen der Deutschen Telekom im Live-Betrieb nutzen, um Anwendungen und Sensoren mithilfe eines speziellen Software-Toolkits in den Laboren in Berlin und Krakau zu testen. Die Initiative wurde 2016 ins Leben gerufen und hat seither über 100 Entwickler mit zukunftsweisenden Lösungen rund um die neue Technologie angezogen.

Bee & Me nutzt Schmalband-IoT

Ein Beispiel hierfür ist die Monitoring-Lösung für Bienenvölker von Bee & Me aus Montenegro, die Bienenzüchter bei der Lösung typischer Probleme in der Bienenhaltung unterstützt. Das intelligente Überwachungssystem enthält eine Mikroprozessoreinheit, mit der wichtige Parameter der Bienenhaltung gemessen werden.

Zudem werden die mit „Babyphonen“ für Bienen erfassten Daten mithilfe von Data-Mining-Verfahren verarbeitet, um zentrale wissenschaftliche Fragen zu beantworten und Tools für die vorausschauende Analyse zur Präzisierung der Bienenhaltung zu entwickeln.

Claudia Nemat, Telekom-Vorstand für Technologie und Innovation, verspricht: „Wir werden die Aufrüstung unserer Basisstationen in ganz Europa fortsetzen, um Narrow-Band-IoT im 900-MHz- und 800-MHz-Bereich zu ermöglichen. Die Versorgung konnte mit dieser Technologie um 20 dB verbessert werden. Wir sind daher zuversichtlich, dass unsere Kunden schnell die Vorteile von NarrowBand-IoT erkennen und für sich nutzen, um im Innovationsbereich weiter an der Spitze zu bleiben.“

Erstes integrierbares Modem für Schmalband-IoT

Parallel dazu hat das Dresdner Unternehmen Commsolid das nach eigenen Angaben erste Integrierbare Schmalband-IoT-Modem entwickelt, das auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt wird. Das Modell CSN 130 wurde entsprechend dem Standard 3GPP Release 13 konzipiert. Es kann in kundenspezifische System-on-Chips (SoC) eingebunden werden und erlaubt die direkte Verbindung von Sensoren und Aktoren mit dem Internet.

Ein besonderer Aspekt des Schmalband-IoT-Modems ist die geringe Stromaufnahme. Daher ist die Lösung für den Einsatz in Geräten vorgesehen, von denen eine lange Batterielaufzeit gefordert wird. Weiters kann das komplette Modem einschließlich Protokoll-Stack und physischer Schnittstelle in einem einzigen Prozessor untergebracht werden.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44545242 / Data Sourcing)