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Supply Chain Management Relex optimiert Lieferkette von Galexis

Autor / Redakteur: Benedikt Hofmann / Florian Karlstetter

Galexis nutzt künftig die Supply-Chain-Management-Software von Relex Solutions. Damit profitiert der Schweizer Pharmavollgroßhändler und Logistikdienstleister von einer automatisierten Disposition und einem hohen Maß an Transparenz bei Aktionen und Werbekampagnen, so die Unternehmen.

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Galexis nutzt künftig die SCM-Software von Relex Solutions.
Galexis nutzt künftig die SCM-Software von Relex Solutions.
(Bild: Galexis)

Galexis, eine Tochter der Galenica Gruppe, beliefert schweizweit Apotheken, Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Drogerien mit Medikamenten sowie Hygiene- und Drogeriewaren. Über 80.000 Artikel sind bei Galexis referenziert, davon sind über 42.000 ab dem Distributionszentrum in Niederbipp erhältlich. Täglich bearbeitet das Unternehmen im Schnitt 92.000 Bestellzeilen. Insgesamt werden etwa 370.000 Packungen pro Tag in über 2100 Lieferungen an die Galexis-Kunden geliefert oder versendet. Das bislang eingesetzte Warenwirtschaftssystem ermittelt die Bedarfe lediglich auf Basis von Durchschnittswerten der historischen Verkäufe.

Schwankungen vorzeitig entgegenwirken

„Sondersituationen wie beispielsweise artikelspezifische Saisonalität oder Werbeaktionen von Lieferanten und Kunden berücksichtigt das System nicht“, berichtet Semra Taş, SC Demand Planner bei Galexis. „Auch die kontinuierliche manuelle Pflege der Daten in das ERP-System ist sehr zeitaufwendig.“ Um die Disposition zu automatisieren, Schwankungen vorzeitig entgegenzuwirken und die Bestände zu optimieren, setzt Galexis jetzt die SCM-Software von Relex ein. Zustande gekommen war der Kontakt zwischen den Unternehmen über Pekka Niskanen von Fennobiz Sàrl, der Relex in der Schweiz leitet. Mit dem schnellen Start des Projektes, den sehr produktiven Workshops zu Beginn des Projekts und mit dem sehr professionellen Relex-Team begründet Taş die Zusammenarbeit.

Liefertreue und optimale Bestände dank präziser Prognosen

Die Relex-Software nutzt über 3000 Kombinationen aus verschiedenen Prognosemodellen und diversen Parametern wie beispielsweise Umschlagmustern der Vorjahre, saisonalen Effekten, Mindestbestellmengen und Frachtfreigrenzen. Die Informationen bezieht Relex aus dem ERP-System von Galexis. Auf Basis der tagesgenauen Prognosen erstellt die Software automatisiert Bestellvorschläge. Dabei weist das System frühzeitig auf künftige Lücken und Bedarfe hin, um Liefertreue zu gewährleisten. Da Galexis auch Lieferungen von Waren vornimmt, die Kunden direkt bei den Herstellern ordern, stellten Werbekampagnen der Hersteller die Disponenten von Galexis vor große Herausforderungen. Stieg beispielsweise infolge einer solchen Kampagne die Nachfrage nach einem Artikel, erhielt Galexis lediglich eine größere Bestellung dieses Produkts. Diese Aktionen und Werbekampagnen zu überwachen und proaktiv zu agieren, war bislang dementsprechend aufwendig.

Vereinfachung der Arbeit durch hohe Automation

Mit der SCM-Lösung kann Galexis nun zwischen Warenflüssen aus dem Tagesgeschäft und aufgrund von Kampagnen verstärkten Warenflüssen unterscheiden. Auch die Beschaffung optimiert Relex, indem die Software rechtzeitig größere Mengen bestellt und so bei den Lieferanten Einkaufsvorteile einholt. „Vom hohen Automatisierungsgrad der Lösung versprechen wir uns, dass er die Arbeit unserer Mitarbeitenden in der Disposition vereinfacht und sie sich ihren Kernkompetenzen widmen können“, erläutert Taş. Galexis profitiert zudem von der Geschwindigkeit des Systems, denn es erstellt Prognosen in Echtzeit. Die Daten des ERP-Systems speichert die Software in der eigens von Relex Solutions entwickelten Big-Data-Datenbank. Aufgrund des Spaltenlayouts werden die vielen Millionen Datensätze komprimiert und die Rechenvorgänge finden In-Memory, also im Arbeitsspeicher, statt. Auf diese Weise werden die großen Datenmengen bis zu 100-mal schneller verarbeitet als mit vergleichbaren Systemen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich bei unserer Schwesterpublikation MM Logistik (verantwortlicher Redakteur: Benedikt Hofmann).

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