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Closed-Source-Anbieter suchen alternative Einnahmequellen

Open Source verändert den Datenbank-Markt

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Nun sind Befragungen im Kundenstamm immer mit Vorsicht zu genießen. Schon die Art der Fragestellung kann manipulieren, negative Befunde lassen sich unter den Teppich kehren und so weiter. Allerdings stimmen die Befunde von EnterpriseDB mit Erklärungen von Gartner überein. Das Marktforschungsunternehmen hatte im April die Studie „The State of Open-Source RDBMS 2015“ vorgelegt.

Analysten revidieren frühere Einschätzungen

Die aktuelle Gartner-Studie nimmt Bezug auf eine gleichartige aus dem Jahr 2009. Damals bewerteten die Analysten die OSDBMS in allen Punkten als den proprietären Datenbanken unterlegen. Lediglich für nicht-kritische Anwendungen kamen die Open-Source-Produkte fast auf die Punktzahl der proprietären. Selbst in puncto Total Cost of Ownership schnitten proprietäre besser ab, weil 2009 der Mangel an Administrations-Tools und qualifizierten Fachkräften die Kosten der Nutzung indirekt erhöhten.

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Jetzt, 2015, beurteilt Gartner die Situation völlig anders. In Sachen TCO führt Open Source deutlich. Die OSDBMS sind auch bei unternehmenskritischen Anwendungen auf gleichem Level. In den Punkten Verfügbarkeit von Datenbank-Administratoren, DBA-Tools und Funktionsvielfalt ist der Vorsprung des proprietären Lagers auf ein Minimum geschmolzen.

Der Markt ist in Bewegung geraten

Der Markt hat bereits reagiert. Gartner kalkuliert den Markt für Open-Source-RDBMS im Jahr 2014 auf 253,6 Millionen Dollar. Der Gesamtmarkt für quelloffene Datenbanksysteme soll sich auf 562 Millionen Dollar belaufen. Das ist laut Gartner ein Plus von 31 Prozent gegenüber 2013, also innerhalb eines Jahres. Die Analysten merken an, dass im gleichen Zeitraum der gesamte Datenbankmarkt nur um 5,4 Prozent gewachsen war. Gartner registriert sehr schnell ansteigende Nachfrage der eigenen Kunden nach Open-Source-Analysen und Beratung.

Open-Source-Kosten ohne Konkurrenz

An dieser Stelle hält Gartner fest, dass es bei den Open-Source-Angeboten keine Lizenzgebühren gibt, sondern nur Subskriptionen die Einnahmequelle der Anbieter sind. Für die Anbieter ergibt sich nach einer Gartner-Rechnung ein beträchtlicher Unterschied. Ausgangsbasis der Berechnung ist ein Server mit zwei Sockets und jeweils Sechs-Core-CPUs. Über drei Jahre kommt hier die Oracle Databse Enterprise Edition auf 473.100 Dollar, MySQL Enterprise Edition auf 15.000 Dollar und EnterpriseDB Postgres Plus Advanced Server auf 41.400 Dollar. Selbst wenn Oracle 50 Prozent Discount gewähren sollte, ist die proprietäre Datenbank 15 Mal teurer als MySQL und sechs Mal teurer als Postgres.

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Über den Autor

 Ludger Schmitz

Ludger Schmitz

Freiberuflicher Journalist