Suchen

IoT-Standards Open-Source-Foundry EdgeX strebt Standardisierung des IoT an

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Nico Litzel

Das Internet der Dinge gilt als treibender Zukunftstrend des Halbleitermarktes, doch konnten sich bislang Hersteller nicht auf einen einheitlichen Standard einigen. Die Open-Sorce-Foundry EdgeX möchte dies ändern: 50 Unternehmen haben sich zu dem Konsortium zusammengeschlossen, um das Edge-Computing – die Schnittstelle der lokalen Rechenleistung zur hypervernetzten Cloud – zu vereinheitlichen.

Firma zum Thema

(Bild: EdgeXFoundry.org)

Edge-Computing – bisweilen auch Fog-Computing genannt – ist die Verlagerung von Rechenleistung, Anwendungen, Daten und Services unmittelbar an die logische Randstelle eines Netzwerks, die sogenannte Edge. Damit soll die Leistung von Anwendungen vor Ort vorgehalten und folglich ein möglicher Flaschenhals in der Cloud vermieden werden. Anbieter wie Dell EMC konzentrieren sich auf dieses Segment: Werden geringe Latenzzeiten erwartet oder müssen Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen, ist dieser Ansatz das Mittel der Wahl. Zudem kann an der Edge präzise gefiltert werden, welche Art von Daten über das Internet der Dinge abrufbar sein sollen und welche sensitiven Informationen im lokalen Netz verbleiben müssen.

Wie so oft im Zusammenhang mit dem Internet of Things ist also die Überwachung der Daten und ein gehobenes Maß an Sicherheit eines der wichtigsten Hauptargumente für zuverlässiges Edge-Computing. IoT-Security ist nicht zuletzt seit den Mirai-Botnetzattacken im vergangenen Jahr ein besonders heikles Thema geworden, wenn es um Anwendungen für das Internet der Dinge geht. Zahlreiche Hersteller verweisen in diesem Zusammenhang auf einen Mangel an einheitlichen Entwicklungskits und -Standards im IoT.

Zu diesem Zweck haben sich nun die Linux Foundation und 50 Unternehmen aus Halbleiter- und Softwarebranche zur einem neuen Open-Source-Konsortium zur Schaffung eines einheitlichen offenen Frameworks für IoT-Edge-Computing und einem damit verbundenen Ökosystem an interoperablen Komponenten zusammengeschlossen: Der Edge X Foundry. Ziel der Initiative ist es, Industrielles IoT Edge Computing zu vereinfachen und zu standardisieren. Gleichzeitig soll hierbei Anbietern noch genug Spielraum bleiben, um eigene nutzwertige Lösungen einbringen zu können.

Markt und Angebot sind zersplittert

IoT gilt als ein großer Trendmarkt, doch wenige Anbieter haben eine klare Vorstellung, was genau da „Internet der Dinge“ prinzipiell umfasst. Demgemäß sind Markt und Angebot sehr zersplittert. Da es an einheitlichen Entwicklungsplattformen, die speziell auf IoT-Bedürfnisse zugeschnitten sind, fehlt, greifen viele Anbieter insbesondere von „smarten“ Consumer-Endgeräten für die Entwicklung ihrer Produkte auf vorgefertigte Lösungen zurück, die eigentlich für andere Märkte gedacht sind, beispielsweise dem Smartphone-Bereich. Dieser Mangel an einer auf die speziellen Anforderungen zugeschnittenen Entwicklungsplattform, verbunden mit dem Drang nach einer möglichst kurzen Entwicklungszeit für Endprodukte, gilt oft als Hauptursache, wenn es um das Thema mangelnde IoT-Security geht. Zugleich sorgt der zersplitterte Markt dafür, dass sich das IoT aktuell schwer tut, mit echten Innovationen zu glänzen.

Diesen Missstand möchte die Edge X Foundry adressieren. Ein einheitlicher Standard am Edge soll für die schnelle Entwicklung und Programmierung sicherer IoT-Geräte dienen, die dennoch flexibel genug sind, um an die individuellen Bedürfnisse von Unternehmen und speziellen IoT-Nischenmärkten angepasst zu werden. Der zersplitterte IoT-Markt soll somit um ein quelloffenes Framework vereint werden, dass Unternehmen die Möglichkeit bietet, interoperable Produkte anzubieten, die dennoch sicher miteinander arbeiten. Diese Zusammenarbeit will die Edge X Foundry mithilfe eines eigenen Zertifizierungsprogrammes gewährleisten.

Dieser Text stammt von unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

(ID:44658712)