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Kooperation DFKI und Bosch Rexroth Offene Standards für die Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Nico Litzel

Um die praktische Umsetzung der vernetzten Fabrik weiter voranzutreiben, arbeiten die Technologie-Initiative Smart Factory KL e. V. und Bosch Rexroth intensiv zusammen. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Weiterentwicklung der herstellerübergreifenden Industrie-4.0-Demonstrationsanlage.

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Prof. Detlef Zühlke (links), Vorstandsvorsitzender der Smart Factory KL-Initiative und Forschungsbereichsleiter am DFKI und Dr. Thomas Bürger, Bereichsleiter Entwicklung Automationssysteme bei Bosch Rexroth, vor der intelligenten Fertigungslinie der Smart Factory KL auf der Hannover Messe.
Prof. Detlef Zühlke (links), Vorstandsvorsitzender der Smart Factory KL-Initiative und Forschungsbereichsleiter am DFKI und Dr. Thomas Bürger, Bereichsleiter Entwicklung Automationssysteme bei Bosch Rexroth, vor der intelligenten Fertigungslinie der Smart Factory KL auf der Hannover Messe.
(Bild: Bosch Rexroth)

In dieser intelligenten Fertigungsanlage demonstrieren 16 Partner, wie sich Industrie 4.0 praktisch umsetzen lässt. Ziel ist es unter anderem, durch die Entwicklung und Umsetzung von herstellerübergreifenden Konzepten offene Standards in serviceorientieren Architekturen zu etablieren.

Die Smart Factory KL ist eine herstellerunabhängige Demonstrations- und Forschungsplattformplattform, auf der die Ideen von Industrie 4.0 in die Realität überführt werden. Hier arbeiten Wissenschaftler und Entwickler seit mittlerweile zehn Jahren an den Grundlagen für die horizontal und vertikal vernetzte Produktion. Bosch Rexroth beteiligt sich schon seit mehreren Jahren an der Übertragung der Forschungsarbeiten in die Praxis.

Modulare Maschinenkonzepte realisieren

Aktuell arbeiten die Wissenschaftler und Entwickler verschiedener Unternehmen an der Umsetzung einer modularen Fertigung basierend auf offenen Standards und serviceorientierten Architekturen (SOA). Der Einsatz offener Standards, wie zum Beispiel OPC UA und MQTT, ermöglicht das Zusammenspiel zwischen Komponenten unterschiedlicher Hersteller.

Maschinenbauer können dadurch modulare Maschinenkonzepte realisieren. Durch den modularen Aufbau von Softwarekomponenten mittels SOA können Dienste von Maschinen besser ausgetauscht, gewartet und erweitert. Für den Endanwender bedeutet das zum Beispiel eine flexiblere Umsetzung technischer Prozesse innerhalb der Maschine oder eine leichtere Ankopplung zusätzlicher Geschäftsprozesse, wie die Auswertung von Maschinendaten für vorbeugende Wartung. Diese Entwicklungen bilden die Basis, um aus Industrie 4.0 neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Industrie-4.0-fähige Fertigungsanlage

In einer Industrie-4.0-fähigen Fertigungsanlage, die auch auf der Hannover Messe ausgestellt wurde, werden die Ergebnisse dieses Projekts demonstriert und angewandt. Sie besteht aus intelligenten Produktionsmodulen verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Steuerungen. Die Anlage dient nicht nur als Demonstrationsplattform, sondern fungiert auch als Testumgebung für neue Technologien, Steuerungsarchitekturen und Komponenten, die von verschiedenen Partnern integriert, getestet und weiterentwickelt werden.

Bosch Rexroth vereinfacht horizontale und vertikale Vernetzung

Bosch Rexroth ist am Federeinsetzen-Modul und am Wägemodul der Anlage beteiligt. Über Open Core Engineering vereinfacht Bosch Rexroth die horizontale und vertikale Vernetzung. Es erschließt die Funktionsbreite von Smart Devices für die Inbetriebnahme, Bedienung und Diagnose bis hin zur Integration in IT-Prozesse. 2015 wurde das Federeinsetzen-Modul um die Business Rules Management-Komponente der Bosch IoT Suite erweitert. Basierend auf Open Core Engineering ist die Verknüpfung von Maschinenereignissen und IT-Prozessen mittels Regeln und Diensten möglich. Die Ergebnisse können am Modul über ein Multitouch-Display abgerufen werden.

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