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Konsumenten fühlen sich verraten und verkauft Notlügen wegen Datenschutz-Bedenken

Autor / Redakteur: Katrin Hofmann / Nico Litzel

Konsumenten glauben nicht an den Datenschutz in Behörden und Unternehmen. Selbst denen, die sehr persönliche und kritische Informationen verarbeiten, wird Skepsis entgegengebracht. Weil darunter im Ernstfall Datenanalysen leiden können, gilt es zu handeln.

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Sichere Daten sind aus Sicht der meisten Personen so wischfest wie Kreide.
Sichere Daten sind aus Sicht der meisten Personen so wischfest wie Kreide.
( © Marco2811 - Fotolia)

Mittlerweile können sich Unternehmen offenbar nicht mehr sicher sein, dass die Auswertung von Kundendaten beziehungsweise dass Big-Data-Analysen tatsächlich Ergebnisse zu Tage fördern, die realitätsnah sind. Und das liegt nicht an Auswertungs-Tools oder den auswertenden Mitarbeitern, sondern den Konsumenten selbst.

Versteckspiel und Lügen im Netz

Im Ranking der vertrauenswürdigsten Unternehmen bzw. Ämter landen die Krankenhäuser auf einem schlechten ersten Rang.
Im Ranking der vertrauenswürdigsten Unternehmen bzw. Ämter landen die Krankenhäuser auf einem schlechten ersten Rang.
( Symantec)

Denn es gibt einer Studie von Symantec zufolge „erste Anzeichen dafür, dass Sicherheitsbedenken dazu führen, dass bestimmte Online-Aktivitäten reduziert werden“. Die Untersuchung hat aufgedeckt, dass 44 Prozent der Europäer es vermeiden, persönliche Daten online zu posten, um ihre Privatsphäre zu schützen. Einer von drei (38 Prozent) macht falsche persönliche Angaben.

Den Studienautoren zufolge ist es für Firmen vor diesem Hintergrund entscheidend, den Datenschutz sicherzustellen und dies aktiv an ihre potenziellen Käufer zu kommunizieren. Denn Sicherheit stelle inzwischen ein wichtiges Kriterium bei Kaufentscheidungen dar. Je schneller dies die Firmen merkten und entsprechend reagierten, umso eher könnten sie daraus einen Wettbewerbsvorteil ziehen.

Wer ist am vertrauenswürdigsten?

Von den 1.000 hierzulande befragten Bürgern stufen die meisten Krankenhäuser als vertrauenswürdig ein. Allerdings sagten auch 41 Prozent, dass sie Zweifel haben. Sehr kritisch sind die Befragten erwartungsgemäß Social-Media-Plattformen gegenüber. Nur 9 Prozent glauben hier an den Datenschutz. Ebenfalls größte Skepsis herrscht gegenüber Technologieunternehmen, dem Einzelhandel und Behörden. Bei den Banken ist die Situation etwas besser (mehr Details finden Sie in der Grafik).

Chance für IT-Anbieter

„Die IT-Industrie hat eine Möglichkeit, den Konsumenten zu unterstützen, indem sie ihm bei der Wahl einer geeigneten Datenschutztechnologie unter die Arme greift“, erklärt Darren Thompson, Symantec CTO und Vice President of Technology, EMEA. Der Report zeige, dass viele Kunden sich heutzutage damit beschäftigen, ob ihre Daten für andere von Wert sind. Zeigt doch die Untersuchung, dass Konsumenten beginnen, über den Preis für ihre Daten nachzudenken. 23 Prozent der in Europa Befragten schätzen den Wert ihrer Informationen auf 1.000 Euro und mehr. Unternehmen sollten deshalb handeln, um im Gegenzug „das Geschäft mit richtigen Daten“ und einer loyalen Kundenbasis zu befügeln.

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