Kurzstudie veröffentlicht

Neun Thesen zum Smart-Data-Fachkräftebedarf

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Prof. Dr. Stefan Jähnichen, Leiter der Smart-Data-Begleitforschung des FZI Forschungszentrums Informatik.
Prof. Dr. Stefan Jähnichen, Leiter der Smart-Data-Begleitforschung des FZI Forschungszentrums Informatik. (Bild: FZI Forschungszentrum Informatik)

Eine Kurzstudie, die von der Smart-Data-Begleitforschung in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut erstellt wurde, liefert neun Thesen rund um den Fachkräftebedarf in diesem Segment.

Laut dem Expertennetzwerk Wikibon soll der Umsatz mit Big-Data-Lösungen bis 2026 auf 92 Milliarden US-Dollar steigen. Der Bedeutungszuwachs bringt auch neue Anforderungen an die Fachkräfte mit sich: Welche Kompetenzen und Fähigkeiten in Zukunft besonders gefragt sind, beleuchtet die Kurzstudie „Fachkräfte für Smart Data: Neun Thesen zum Bedarf heute und morgen“. Sie wurde im Rahmen des 10. Nationalen IT-Gipfels in Saarbrücken vorgestellt.

Ergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse der Untersuchung sind in folgenden Thesen zusammengefasst:

  • Logik und Abstraktionsfähigkeit mehr gefragt als reines Technologiewissen: Wichtiger als Spezialwissen zu Programmen, Modulen oder Tools sind die Fähigkeiten von Fachkräften, logisch und analytisch sowie abstrahiert denken zu können.
  • Mathematische Kenntnisse werden wichtiger: Kenntnisse von Methoden der Statistik und Optimierung bilden auch in Zukunft Schlüsselkompetenzen für Fachkräfte im Umfeld von Smart Data.
  • Branchenwissen wird zur Kernkompetenz für Smart Data: Neben technologischem Know-how ist praktisches Branchenwissen für die erfolgreiche Entwicklung und Etablierung von Smart-Data-Technologien von zentraler Bedeutung.
  • Interdisziplinarität macht aus Big Data „Smart Data“: Smart-Data-Experten müssen raus aus dem Silo, denn Smart Data entsteht durch die Zusammenführung von Fachwissen verschiedener Disziplinen und der Kollaboration mit anderen Experten.
  • Datenschutz-Kenntnisse sind eine Kernkompetenz: Nur mit Kenntnissen im Bereich des Datenschutzes können sich Fachkräfte souverän im Smart-Data-Umfeld bewegen.
  • Smart Data braucht Datensicherheitskompetenzen: Die sicherheitstechnisch-methodischen Kompetenzen werden von allen Kompetenzen den größten Bedeutungszuwachs erfahren.
  • Fort- und Weiterbildungen entscheidend für Entwicklung und Sicherung von qualifiziertem Personal: Neben der Anwerbung junger Absolventinnen und Absolventen der relevanten Studiengänge spielt für Institutionen und Organisationen im Smart-Data-Umfeld die Fort- bzw. Weiterbildung der eigenen Fachkräfte eine entscheidende Rolle, um Qualifikationslücken zu begegnen.
  • Corporate Digital Responsibility ist mehr als ein vorübergehender Trend: Soziale Verantwortung von Unternehmen gewinnt auch bei Fachkräften im digitalen Geschäft zunehmend an Bedeutung.
  • Besonders Arbeitgeber sind in der Verantwortung: Institutionen und Organisationen aus dem Smart-Data-Umfeld müssen selbst einen Beitrag zur Nachwuchsförderung leisten, um ihren Fachkräftebedarf nachhaltig zu sichern.

„Unsere Untersuchung zeigt, dass sich die Anforderungen an die Fachkräfte von morgen angesichts des Bedeutungszuwachses datengetriebener Geschäftsmodelle drastisch verändern. So werden rechtliche Kompetenzen in Fragen des Datenschutzes und technische Fähigkeiten hinsichtlich neuer Datensicherheitskonzepte an Bedeutung gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Jähnichen, Leiter der Smart-Data-Begleitforschung des FZI Forschungszentrums Informatik. „Gleichzeitig sind bereits heute Logik und Abstraktionsfähigkeit im Umgang mit Big Data wichtiger als reines Technologiewissen. Das wird auch in Zukunft so sein. Ein Punkt ist aus meiner Sicht ganz zentral: Da die Wertschöpfung mit Hilfe von Big Data die gesamte Organisation betrifft und nicht die Grenzen der IT-Abteilung kennt, wird Interdisziplinarität immer wichtiger“, ergänzt er.

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