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Big Data Neues Institut am DLR

Autor / Redakteur: Beate Christmann / Nico Litzel

Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jena wird das „Institut für Smart & Big Data“ gegründet. Nach Fertigstellung sollen rund 150 Mitarbeiter nach Wegen zum Umgang mit großen Datenmengen forschen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) will jährlich sieben Mio. Euro zur Verfügung stellen.

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Prof. Dr. Christiane Schmullius von der Universität Jena ist Mitglied im initiierenden Gremium für das Institut für Smart & Big Data am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Prof. Dr. Christiane Schmullius von der Universität Jena ist Mitglied im initiierenden Gremium für das Institut für Smart & Big Data am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
(Bild: Anne Günther/FSU)

Industrie 4.0, Big Data, Mensch-Maschine-Kommunikation – so lauten nur einige Schlagworte, die die Industrie aktuell beschäftigen. Folgerichtig wurde nun die Gründung des „Instituts für Smart & Big Data“ am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Jena durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bewilligt. Jährlich sollen sieben Mio. Euro Bundesmittel vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) dafür bereitgestellt werden sowie zusätzlich Kofinanzierung vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG).

Wachstumsfeld Big Data

Smart und Big Data sind laut Prof. Dr. Christiane Schmullius von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Mitglied im initiierenden Gremium ist, äußerst wichtige globale Forschungsfelder: „Das Beherrschen großer Datenmengen ist ein übergeordnetes und verbindendes Thema in den Wissenschaften und wirkt in alle gesellschaftliche Bereiche hinein – das gilt fraglos weltweit.“ Zudem wachse die Bedeutung von Smart und Big Data mit jedem Tag weiter. Es werde zu einer engen Verknüpfung des DLR-Institutes mit den Thüringer Universitäten kommen, wobei zahlreiche neue Doktorandenstellen entstehen sowie zusätzliche Lehrkapazitäten über gemeinsame Berufungen. „Eine Win-win-Situation!“, sagt die Fernerkundlerin.

Beschäftigungsfelder für 150 Mitarbeiter

Das neue Institut könnte auf einem Areal in Jena-Göschwitz entstehen, unweit des Standorts der Jena-Optronik GmbH. In der Aufbauphase wird es zunächst etwa 50 Mitarbeiter geben, nach Fertigstellung sollen es 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden. Das Konzept für das neue Institut sieht fünf Abteilungen vor: Data Management und Data Engineering, Data Science, Visual Analytics und virtuelle Realität, Kognitive System sowie IT-Sicherheit.

Die Einrichtung des neuen Instituts soll umgehend beginnen. Bereits diese Woche finden dazu Gespräche in Jena statt und am 24. November 2017 ist das TMWWDG für den Freistaat Thüringen zum ersten Mal in der DLR-Senatssitzung vertreten.

Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft

„Für mich wird damit ein Traum wahr, Thüringer Know-how in die Spitzenforschung des DLR einbringen zu können“, sagt Schmullius. Die Inhaberin des Lehrstuhls für Fernerkundung und Vorsitzende des DLR-Senatsausschusses spricht von einem großen Erfolg für Stadt und Universität, der durch die konzentrierte Arbeit zahlreicher Partner möglich wurde.

Involviert sind von wissenschaftlicher Seite das Michael-Stifel-Zentrum für Datengetriebene und Simulationsgestützte Wissenschaften (MSCJ) der Universität und das Max-Planck-Institut für Biogeochemie, die Bauhaus-Universität Weimar sowie die Technische Universität Ilmenau. Großer Dank gelte der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die Schriftführerin des Antrags war, dem TMWWDG sowie der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität, betont Schmullius, die sich alle in diversen politischen Gremien stets für das DLR-Institut eingesetzt haben. Jedoch ohne die starke Begleitung der Thüringer Industrie, allen voran Jena-Optronik sowie dem IT-Netzwerk Thüringen, hätte dieser Vorschlag wenig Echo in Berlin erhalten.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal MaschinenMarkt.

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