Kommentar von Andreas Bös, Conrad Connect Neuer Schwung für die E-Mobilität mit dem IoT

Autor / Redakteur: Andreas Bös / Nico Litzel

Schon lange ist die Mobilitätswende das in Gesellschaft und Wirtschaft viel zitierte Zukunftsprojekt schlechthin. Um Verkehrsemissionen von Feinstaub bis Lärm zu reduzieren, fördert die Politik zunehmend die Alternativen zum Verbrennungsmotor. Die E-Mobilität ist dabei zu Recht einer der großen Hoffnungsträger. Aber auch wenn der Absatz von E-Autos in Deutschland stetig zunimmt, ist ihr volles Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft. Intelligente Technologien des IoT (= Internet of Things) könnten das schon bald ändern.

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Der Autor: Andreas Bös ist Senior Vice-President bei Conrad Connect
Der Autor: Andreas Bös ist Senior Vice-President bei Conrad Connect
(Bild: Jan Penning)

Um weiterhin Boden gegenüber der konventionellen Automobilität gut zu machen, muss das E-Auto nicht nur bestehende Defizite reduzieren, sondern auch seine spezifischen Vorteile weiter ausbauen. Dies gelingt, wenn das Fahrzeug mehr als bisher in die digitale Umgebung des Nutzers integriert wird. Ähnlich wie bei Smart-Home-Geräten lässt sich auch ein Elektrofahrzeug exzellent mit dem Internet verknüpfen, was Spielraum für eine große Bandbreite zusätzlicher Funktionen eröffnet. Anwenderfreundliche Plattformen kommunizieren auf diese Weise mit dem Fahrzeug, können so etwa alle relevanten Daten rund ums Auto auf verschiedenen Endgeräten übersichtlich zusammenfassen.

Darüber hinaus kann der Nutzer individuelle Einstellungen treffen, wie etwa eine Alarmfunktion über SMS oder Messengerdienste bei Ladebedarf für das Auto einrichten. Gerade im Winter, wenn der Autoakku sich schneller entlädt, ist dies ein wichtiges Tool für intelligentes Energiemanagement. Und für mehr Komfort lässt sich die automatische Öffnung der Garagentür über Geo-Fencing konfigurieren. Dies sind nur drei Beispiele, die verdeutlichen, wie IoT die Elektromobilität auf einen neuen Standard heben kann.

Effizienz-Plus ohne Mehraufwand

Der zunehmende „Hunger“ der alternativen Mobilitätsformen nach elektrischer Energie ruft neue Effizienzkonzepte auf den Plan. In Norwegen etwa, wo sich der Strompreis stündlich ändern kann, steuert ein IOT-basierter Algorithmus schon jetzt automatisch die Stromentnahme je nach Preisentwicklung. Der Ladevorgang des E-Autos erfolgt verstärkt zu Niedrigpreisphasen, sodass ein optimales Preis-Leistungsverhältnis erreicht wird. Der Energieversorgungsprozess wird anders als etwa bei Benzinern dynamisiert, was mittelfristig zu deutlichen Einsparungen führt. Ein Modell, das auch für andere energieintensive Vorhaben genutzt werden kann.

Der Einsatz von IOT-basierten Applikationen ist insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen hochrelevant. Denn die intelligenten IT-basierten Automatisierungen, können Abläufen und Geschäftsmodellen in unterschiedlichsten Kontexten neue Agilität verleihen. Aktuell ist IoT etwa im Einsatz, wenn es darum geht, den Kundenzugang im Einzelhandel im Einklang mit dem Infektionsschutz zu regulieren. Automatisiert wird die Anzahl der Kunden bei Einlass erfasst und dies dem Kunden optisch und dem Betreiber statistisch aufbereitet. Dieser kann dann zulässige Limits je nach den gesetzlichen Vorgaben einrichten und jederzeit flexibel der aktuellen Lage anpassen.

IoT schafft neue Freiräume bei der Prozessgestaltung. Und es schafft eine Datengrundlage in einem Format, welches es dem Anwender erleichtert, Entscheidungen zu treffen und Präferenzen umzusetzen. Wissen wird greif- und einsetzbar. Privat wie geschäftlich.

Dienstleistung mit Breitenwirkung

Im Businessbereich scheiterten derartige intelligente Verknüpfungen bisher am Zeit- und Kostenaufwand für den Aufbau der dafür notwendigen komplexen digitalen Unternehmensinfrastruktur. Neue Angebote gehen daher verstärkt in die Richtung, den Aufbau einer digitalen Umgebung als Service-Leistung (Platform-as-a-service) nach dem Baukastenprinzip marktreif in der Breite verfügbar zu machen. So soll IoT auch bei geringem Budget zugänglich und schnell implementierbar werden. Damit haben die theoretisch längst realisierbaren technischen Vorteile die Chance, auch flächendeckend zum Einsatz zu kommen.

Das E-Auto könnte dafür das symbolträchtige Vorreiter-Produkt sein, weil es anschaulich darstellt, wie Unternehmen und Anwender von IoT profitieren. Der breite Einsatz von intelligenten Technologien wird so nicht nur zum Motor der Mobilitätswende. Er kann gesamtwirtschaftlich neue Maßstäbe setzen und dem Standort Deutschland neue Qualität verleihen.

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