Siemens PLM Europe Mit smarter Software zu besseren Produkten

Autor / Redakteur: Monika Zwettler / Nico Litzel

Auf der PLM Europe, der Anwenderkonferenz von Siemens PLM Software, trafen sich knapp 900 Teilnehmer in Berlin, um sich über die Neuheiten der Softwarelösungen NX, Teamcenter und Teconamtix zu informieren. Besonders spannend war der Ausblick auf die kommende Version NX 10, die ab Dezember erhältlich sein soll.

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(Bild: Siemens PLM)

Chuck Grindstaff, CEO und President von Siemens PLM Software, begrüßte die Teilnehmer mit seiner Vision, was es heißt, Teil einer „Connected World“ und deren Herausforderungen zu sein. „Innovativ zu sein ist unglaublich komplex geworden“, so Grindstaff. Zudem wirken immer mehr Randbedingungen und Einflüsse auf das Produkt und dessen Entwicklung ein.

Laut Grindstaff muss der Innovationsprozess aus folgenden drei Säulen bestehen:

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  • Ideation, also Produktentsteheung
  • Realization, also die Fertigung inklusive Vorbereitung, sowie
  • Utilization, also der Nutzungsphase des Produkts.

Smart Innovation Platform unterstützt Kunden

Wichtig ist laut Grindstaff für die Produktentstehung die Rückkopplung aus den Bereich Utilization und Realization; dort können Probleme auf das Produkt zukommen, beispielsweise bei der Fertigung. Nur wenn alle am Prozess Beteiligten aus allen Bereichen zusammenarbeiten, entstehen laut Grindstaff an den Berührungspunkten Kerne für Innovationen. Der Weg zur digitalen Fabrik brauche also einen neuen Ansatz, bei dem auf Systemebene gedacht wird.

Siemens PLM will seine Kunden dabei unterstützen, diese Komplexität zu beherrschen und liefert als Antwort eine „Smart Innovation Platform“, die sich auszeichnet durch:

  • Engaged User, die die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort erhalten,
  • Open System: z.B. kann Catia auch in Teamcenter eingebunden werden,
  • Intelligent Models, die virtuelle und reale Welt verschmelzen lassen, sowie
  • Realized Products, z.B. mit der Simulationslösung LMS Imagine.Lab Amesim.

Mit Teamcenter den Herausforderungen begegnen

Paul Sicking, Senior Vice President, Chief Technology Office, gab ein Update zur PLM-Lösung Teamcenter und wie diese die vier Bereiche der Smart Innovation Platform unterstütze.

Engaged User

Besonders stolz zeigte er sich davon, dass Active Workspace nun als Komponente in verschiedenen Lösungen integriert werden kann. Damit kann der User, der ein Teil sucht, in einem simplen User Interface in Teamcenter schell an die Informationen gelangen. Mit Lösungen wie Nvidias Grid können leistungsfähige Grafiklösungen ins Rechenzentrum verlagert werden. Sicking zeigte eine Verknüpfung von NX mit Raytraced Studio, bei der das Echtzeit-Rendern der NX-Modellansicht in die Cloud verlagert war.

Interessant ist die Unterstützung von Touch-Geräten in NX, Active Workspace und JT2Go, dem JT-Viewer von Siemens, die am Beispiel von NX 10 auf einem Surface Pro-Tablet demonstriert wurde. NX unterstützt in der Demo Multitouchgesten wie das Zoomen mit zwei Fingern, die Bedienung scheint flüssig und natürlich zu funktionieren. Zudem erleichtert der Stift des Surface Pro genaue Eingaben.

Forth Generation Design, eine Technologie von Siemens, die das Zurechtfinden in sehr großen Baugruppen erleichtert und schnelle Suchen ermöglicht, erhöht die Produktivität.

Intelligent Models

Im Bereich System Simulation mit intelligenten Modellen hat Siemens mit der Akquisition von LMS eine ganze Reihe ausgereifter Technologien hinzubekommen, was Sicking mit einer Maschinensimulation zeigte. Es handelte sich um eine Verpackungsmaschine für Gummibärchen, die fertige Päckchen in Kartons ablegt. Die Simulation war so detailliert, dass auch neben den Karton fallende Päckchen, und verstopfte Trichter in der Demo zu sehen waren.

Realized Products

Mit der Lösung Mechatronics Concept Designer bietet Siemens einen funktionalen Ansatz zur Mechatronikkonstruktion. Unter Anwendung der Prinzipien des Systems-Engineering werden Kundenanforderungen bis hin zur detaillierten Konstruktion nachverfolgbar. Ein funktionales Modell bietet eine gemeinsame Basis für die parallele Zusammenarbeit von mechanischen, elektrischen und Automatisierungsdisziplinen, sodass Entwicklungen schneller zur Verfügung stehen.

Open System

Für diesen Bereich betonte Sicking, dass Siemens mit an der Verbreitung des JT-Standards arbeitet, der die offene Kollaboration über das Unternehmen hinaus ermöglicht. Zudem arbeitet Siemens an der Future Proof Architecture.

Teamcenter bietet Lösungen für das Service Lifecycle Management

Der Vortrag von Matt Booth von Siemens und Jaques Spee von HP zeigte, dass Siemens PLM Software das Thema Service Lifecycle Management seit langem unterstützt. SLM bietet sehr große Umsatzchancen, die den ursprünglichen Verkaufspreis im Lauf des Produktlebens deutlich übersteigen.

Vorschau auf NX 10

Jim Rusk, Senior Vice President, Product Engineering Software bei Siemens PLM Software, zeigte einen Ausblick auf NX 10, das ab Dezember verfügbar sein wird.

Die Highlights sind:

  • Konzeptentwicklung in 2D: 3D-Modellierung ist weltweit die bevorzugte Methode bei der Produktkonstruktion. In einigen Bereichen allerdings, wie beispielsweise im Maschinenbau oder bei komplexer Elektronik, ist es einfacher und schneller, die ersten Konstruktionskonzepte in 2D zu erstellen. Die neue Lösung für die Konzeptentwicklung in 2D ermöglicht es Konstrukteuren, Konzepte in 2D zu überprüfen. So gelingt es bis zu dreimal schneller, neue Konstruktionen zu erzeugen. Ist die Konstruktion komplett, lässt sie sich unkompliziert in 3D umwandeln, um das Modell fertigzustellen.
  • Erweiterungen der Applikation NX Realize Shape: Damit haben Konstrukteure mehr Kontrolle über die Geometriemodellierung. Dadurch sind Produkte mit extrem anspruchsvollen Formgebungen oder komplexen Oberflächen möglich. Grundlage für NX Realize Shape ist die Subdivision-Modellierung. Dabei handelt es sich um einen mathematischen Ansatz, um 3D-Geometrien mit weichen, fließenden Formen zu erzeugen.
  • Neue Benutzeroberfläche mit optionalem Touch-Modus: Damit kann NX auf Tablets mit Microsoft Windows Betriebssystem genutzt werden. Dadurch wird es wesentlich einfacher, NX immer dann einzusetzen, wenn es gebraucht wird, und zwar unabhängig vom Standort. Außerdem verbessert sich die Zusammenarbeit, und die Produktivität steigt.
  • Einbindung in PLM: Die Kombination aus einfachem Zugang zu NX und einer direkten Einbettung in PLM durch Active Workspace, der innovativen Schnittstelle zur Teamcenter-Software von Siemens, verkürzt die Zeit bei der Suche nach relevanten Informationen, selbst in mehreren externen Datenquellen. Active Workspace kann von jedem Web-Browser eines beliebigen Gerätes von überall her aufgerufen werden.
  • CAE-Multiphysik-Umgebung: NX 10 enthält außerdem zahlreiche Erweiterungen im Bereich CAD/CAM/CAE, unter anderem die die neue NX-CAE-Multiphysik-Umgebung. Sie erleichtert die Integration von Simulationen wesentlich, indem zwei oder mehr Solver gekoppelt werden und so komplexe Simulationen schneller ablaufen. Die Multiphysik-Umgebung bietet eine konstante Oberfläche für die Durchführung von Simulationen. Auch für das Modellieren und die Simulation von Composite-Bauteilen bietet NX 10 neue Funktionen.
  • Konstruktion von Produktionslinien: NX 10 bietet darüber hinaus neue Funktionen für die Konstruktion von Produktionslinien für die Automobilmontage. Mit der neuen Applikation für die Produktionslinienkonstruktion können Ingenieure Entwürfe von Fertigungsstraßen in NX konstruieren und visualisieren. Mit Teamcenter und der Tecnomatix-Software von Siemens lassen sich die Konstruktionen anschließend verwalten, der Produktionsprozess kann ausgewertet und optimiert werden.

Weitere Informationen zur Siemens PLM Europe finden sie unter www.plm-europe.org

Dieser Beitrag stammt aus unserer Schwesterpublikation konstruktionspraxis.

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