Ausblick in die digitale Personalabteilung

Macht Alexa for Business HR-Manager überflüssig?

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

CareerTeam-CEO Dr. Ole Mensching
CareerTeam-CEO Dr. Ole Mensching (Bild: CareerTeam)

Bei rund 1,8 Millionen Nutzern ist Amazon Alexa bereits im privaten Umfeld als digitale Assistentin im Einsatz. Im Büro ist das noch Zukunftsmusik. Alexa for Business könnte das ändern – und möglicherweise auch die Personalabteilungen revolutionieren.

Die Headhunting-Agentur CareerTeam hat sich mit der Frage befasst, welchen Einfluss die Digitalisierung auf Bereiche hat, in denen bisher der Faktor Mensch mit seiner Intuition von entscheidender Bedeutung war. Dies ist vor allem in der HR-Branche der Fall. Schon jetzt übernehmen datenbasierte Analysesoftwares die Vorsortierung von Bewerbungen für die Personaler. Robot Recruiting geht noch einen Schritt weiter: Anhand eines Algorithmus erfolgen Beurteilung und Auswahl geeigneter Bewerber. Umgekehrt lassen sich auch offene Stellen automatisiert an Jobinteressierte empfehlen. „Beim Data Driven Recruiting geht es nicht nur um ein reines Abgleichen von Daten“, erklärt CareerTeam-CEO Dr. Ole Mensching. „Der Fokus liegt auf einem intelligenten Matching. Der Algorithmus muss den konkreten Inhalt der Stellenausschreibung verstehen und dafür die Begriffe und Sätze im Zusammenhang analysieren und auswerten können“, ergänzt er.

Geringe Verbreitung

Noch ist der Einsatz von Data Driven Recruiting überschaubar: Derzeit nutzen nur etwa zwei Prozent der Unternehmen ein solches Verfahren zum Vorsortieren von Bewerbungen. Das liegt auch daran, dass sich ein derartiges System erst ab einer bestimmten Firmengröße lohnt. Zudem sind Bewerber tendenziell dagegen, da das Ausfüllen von Formularen eher wenig Spielraum für individuelle Facetten lässt. Auch zu viel Kreativität oder kleine Fehler können schnell den Weg vom Computer zum Personaler verbauen. „Es kann passieren, dass das System Symbole, Firmenlogos und aufwendig gestaltete Layouts nicht erkennt und als Fehler wahrnimmt. Wo ein Personaler vielleicht nochmal ein oder zwei Augen zudrückt, sofern der Rest passt und stimmig ist, sortiert der Computer diese Unterlagen aus“, so Mensching.

Alexa als neue Variante

Künstliche Intelligenz könnte das Robot Recruiting künftig voranbringen. Eine Möglichkeit könnte Amazon Alexa for Business darstellen. „In den Medien wird Amazons Alexa derzeit mit mehr als 3.000 Fertigkeiten angepriesen und gewinnt täglich neue Fähigkeiten dazu“, weiß Dr. Ole Mensching. Der Personalexperte betont, dass die Integration von KI-basierten Systemen keinesfalls Zukunftsmusik, sondern bereits aktiv im Gange ist. Noch haben die Systeme Grenzen und eignen sich nur zur Vorauswahl von Bewerbern. „Faktoren wie Sympathie, die mitentscheiden, welcher Kandidat wirklich auf die jeweilige Stelle und in das Unternehmen passt, lassen sich noch nicht von einem Roboter berechnen“, meint Mensching. Zudem mache das Wesen von disruptiven Innovationen ihre Unberechenbarkeit aus. Es ist daher bislang nicht abzusehen, ob und wie stark die Automatisierung im Recruiting künftig voranschreitet.

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