Effizente Content-Produktion

Künstliche Intelligenz revolutioniert die Filmwelt

| Redakteur: Florian Karlstetter

Als Teil des Oracle Global Startup Ecosystems nutzt aiconix skalierbare Rechenleistung aus der Cloud für seine Content-Verarbeitungs- und Optimierungsplattform für Medienschaffende.
Als Teil des Oracle Global Startup Ecosystems nutzt aiconix skalierbare Rechenleistung aus der Cloud für seine Content-Verarbeitungs- und Optimierungsplattform für Medienschaffende. (Bild: © vectorfusionart - stock.adobe.com)

Warum ist ein Video sehr erfolgreich – und beim anderen schalten die Zuschauer immer wieder an der gleichen Stelle weg? Da drängt sich bei Videomachern der Wunsch auf, Bewegtbildinhalte bereits vor ihrer Veröffentlichung auf das Nutzerverhalten der Zielgruppe anzupassen.

Eugen Gross, CEO von Aiconix, hatte einen Teil seines Berufslebens im Umfeld von TV-Produktionen verbracht und dabei verschiedenste Tätigkeiten ausgeübt, als ihn ein Sportunfall zu einer Auszeit zwang. Im Nachhinein betrachtet fand er endlich einmal Zeit für Dinge, die ihn schon lange beschäftigten. Er begann ein Studium, das er mit einer Masterarbeit abschloss: „Optimierung von Bewegtbild-Content in Verlagshäusern – Ein Projekt zur Erhöhung der Verweildauer von Nutzern mit Hilfe quantitativer Methoden” war der Titel. „Dabei fiel mir auf, dass wir Daten viel zu wenig nutzen, um zu verstehen was der Zuschauer will“, erinnert sich Gross. „Daten müssen zu mehr genutzt werden, als Zuschauer auf eine Webseite zu locken!“ Damit war der Grundstein zum Unternehmen aiconix GmbH gelegt.

Als der Filmerfahrene Gross dann auf den Neuroinformatiker Aleksander Koleski traf, war schnell klar, dass beide ihre jeweiligen Kenntnisse nutzen wollten, um die Content-Produktion mithilfe moderner Technologien wie Künstlicher Intelligenz (Machine Learning) effizient zu gestalten. „Schon beim Fernsehen hatten wir das Problem zu erkennen, warum Zuschauer bei einer Live-Sendung abschalten“, berichtet Gross. Natürlich sei an dieser Stelle keine Veränderung mehr möglich gewesen, aber es habe einen Lerneffekt gegeben. Er habe sich im Rahmen seiner Masterarbeit zahlreiche Videos angeschaut und in 99 Prozent der Fälle habe es eine logische Erklärung gegeben. „Die Frage war also: Wenn man etwas im Nachhinein erklären kann, inwieweit kann eine Künstliche Intelligenz bei der Vorhersage helfen“, erklärt Gross.

Schlüsseltechnologie Künstliche Intelligenz

Einen Business-Plan für ein Start-up hatte Gross schnell in der Tasche, es fehlte nur noch jemand, der die Ideen technisch umsetzen konnte. An dieser Stelle kommt Koleski ins Spiel. Die beiden trafen sich zum Brainstorming und wurden sich schnell einig, die Kenntnisse von Eugen Gross aus dem Filmbereich und die von Aleksander Koleski in der Neuroinformatik zu nutzen, um Medienunternehmen dabei zu unterstützen die Content-Produktion mit Hilfe von KI effizienter zu gestalten. Die aiconix GmbH nahm langsam Formen an. „Bei Algorithmen ist der Computer so schlau wie der Programmierer, der den Algorithmus geschrieben hat, bei KI ist er so schlau wie die Daten, die für das Training verwendet wurden“, erklärt Koleski den Vorteil von Künstlicher Intelligenz. Das sei wie bei Kindern. Wenn man denen genügend Beispiele gebe, würden die auch lernen zu abstrahieren. Ausgestattet mit einem Stipendium ging es im „Start-up-Dock“ der TU Hamburg an die Machbarkeitsplanung.

Der nächste große Schritt war die Bewerbung beim Next Media Accelerator (NMA). Hinter dem NMA steht ein Fonds, an dem die führenden Medienunternehmen beteiligt sind. Ausgewählte Start-ups werden mit Trainings- und Beratungsangeboten unterstützt, Experten stehen als Mentoren und Sparringspartner zur Verfügung. Die Teilnahme an ersten, durch den NMA organisierte Roadshows, half dabei, die Bekanntheit von aiconix zu steigern. „Aus diesem Kreis der Berater kam letztlich die Aufforderung an uns ein Minimum Viable Product, also das kleinste System mit minimalen Anforderungen und Eigenschaften, zu erstellen“, erzählt Eugen Gross.

Als endgültiger Türöffner entpuppte sich die eigentlich als Zwischenprodukt gedachte „aingine“. „Diese ermöglicht es zum einen, gesprochene und audiovisuelle Inhalte in präzise Daten umzuwandeln“, beschreibt Aleksander Koleski. „Zum anderen erhalten diese für eine spätere Suche ein umfassendes Labelling.“ Dabei würden die Ergebnisse unterschiedlicher Anbieter konsolidiert und um intelligente Features verfeinert sowie um eigene Anwendungen ergänzt. „Wir liefern dem Anwender eine Schnittstelle für verschiedene KI-basierte Lösungen“, so Koleski weiter. „Ein kluger Kopf ist gut. Viele kluge Köpfe sind besser.“

Rechenleistung aus der Cloud

Bei der benötigten IT-Infrastruktur spielte Oracle eine wichtige Rolle. „Natürlich benötigen wir ein Rechenzentrum, wo unsere ‚aingine‘ läuft“, beschreibt Aleksander Koleski. „Darüber hinaus stellt uns Oracle eine ganze Reihe unterschiedlicher Cloud-Ressourcen und -Features zur Verfügung.“ Eugen Gross ergänzt: „Oracle gibt uns nicht nur die Möglichkeit online zu gehen, sondern auch zu skalieren.“ Die eigene weltweite Präsenz sei wichtiger Bestandteil der Wachstumsstrategie. Ein erster Kunde in Brasilien sei bereits an Bord, in den USA und europaweit sei man aktiv.

„Im Alltag fühlen wir uns bei Oracle phänomenal wohl“, so Koleski. aiconix ist Teil des Oracle Global Startup Ecosystems. Dort geht es nicht nur um Zugang zu Produkt- und Entwicklungsteams. „Oracle sorgt auch für Kontakte zu potenziellen Kunden“, freut sich Eugen Gross. Das sei letztlich auch mit ein Grund für die Entscheidung zugunsten von Oracle gewesen.

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