Arbeitswelt von morgen Kompetenzzentrum rund um Mensch und KI gestartet

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Die Metropole Ruhr hat ein neues Verbundprojekt zur Frage ins Leben gerufen, wie KI die menschliche Arbeit künftig besser unterstützen kann. Mit an Bord sind Partner aus Forschung und Industrie.

Firmen zum Thema

Das Zusammenspiel von Mensch und KI steht bei HUMAINE im Mittelpunkt.
Das Zusammenspiel von Mensch und KI steht bei HUMAINE im Mittelpunkt.
(Bild: kiquebq / Pixabay )

Das Vorhaben mit dem Titel „Kompetenzzentrum HUMAINE – Transfer-Hub der Metropole Ruhr für die humanzentrierte Arbeit mit KI“ nahm im April seine Arbeit auf. Als Ziel haben sich die beteiligten Partner gesetzt, die KI-Entwicklung konkret an Fähigkeiten und Bedürfnissen der Nutzer auszurichten. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, das insgesamt acht Millionen Euro für zunächst vier Jahre beisteuert. Die Koordination übernimmt die Ruhr-Universität Bochum (RUB), zudem sind die Universität Duisburg-Essen und die Bochumer Hochschule für Gesundheit auf wissenschaftlicher Seite beteiligt.

KI-Akzeptanz erhöhen

Das Projekt bringt Forscher aus Arbeitswissenschaft, Neuroinformatik, Ingenieurwesen, Psychologie und Sozialwissenschaften mit diversen mittelständischen Unternehmen sowie Transferspezialisten im Ruhrgebiet zusammen. Sie wollen Methoden für die KI-Entwicklung erarbeiten, um maßgeschneiderte Algorithmen für Industrie, Gesundheitswirtschaft und Versicherungswesen zu erstellen. Dabei stehen praxisnahe Anwendungsszenarien im Fokus, wie beispielsweise die KI-gestützte Beurteilung von Kfz-Schäden oder auch der KI-Einsatz zur logopädischen Behandlung von Sprach- und Sprechstörungen.

„Viele Unternehmen haben Sorge, dass die Einführung von KI im Betrieb auf Ablehnung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stoßen könnte“, erklärt Prof. Dr. Uta Wilkens vom RUB-Institut für Arbeitswissenschaft und Projektkoordinatorin von HUMAINE. Mithilfe von KI sollen nachvollziehbare und verlässliche Lösungen entstehen, die den Menschen nicht infrage stellen, sondern brachliegende Potenziale heben. Menschliche und Künstliche Intelligenz wird als komplementär betrachtet. „Ziel ist es, eine KI zu entwickeln, die mit dem Nutzer interagieren kann und die von ihm als willkommene Unterstützung wahrgenommen wird. Dazu gehört vor allem, dass der Nutzer die KI auf einer gewissen Ebene verstehen kann, was durch intuitive Visualisierungen erreicht werden soll, und die Kontrolle über die Vorgänge behält“, so Prof. Dr. Laurenz Wiskott vom Bochumer Institut für Neuroinformatik.

Dauerhafte Einrichtung geplant

Nach dem Ende der Projektförderung soll das Kompetenzzentrum verstetigt werden. KI-interessierte Unternehmen sollen damit dauerhaft eine Anlaufstelle in der Ruhrregion erhalten. Dabei sind auch Beratungsangebote zur mitarbeitergerechten KI-Integration und der technischen Entwicklung vorgesehen. Standort ist der Gründer- und Technologiecampus Mark 51°7 in Bochum.

„HUMAINE ist ein hervorragender Katalysator für gemeinsame Innovationen zwischen etablierten Unternehmen, Start-ups und Hochschulen. Mit der Konzentration auf die Arbeitswelten passt das Projekt sehr gut zur übergeordneten Transferstrategie der RUB, die neben Technologiethemen auch den Wissenstransfer und die Weiterbildung umfasst“, meint Prof. Dr. Andreas Ostendorf, Prorektor für Forschung, Transfer und wissenschaftlichen Nachwuchs der RUB.

(ID:47351119)