Völlig neu konzipiert - SAP Business Suite 4 SAP HANA

Kleiner, schneller, Cloud-fähig: HANA auf Speed

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Kürzere Release-Zyklen und in allen Welten zuhause

Die Public-Cloud-Version von S4 ist jetzt auch mandantenfähig, so Hasso Plattner, Mitgründer und Visionär von SAP.
Die Public-Cloud-Version von S4 ist jetzt auch mandantenfähig, so Hasso Plattner, Mitgründer und Visionär von SAP.
(© Wolfram Scheible / SAP)
Plattner kündigte an, dass die Business Suite S4 nicht mehr alle 18 Monate ein neues Release erfahren werde, sondern jedes Quartal. Dies ist offensichtlich eine Konzession an den Hauptfaktor im neuen Angebot: die Cloud. "S4/HANA läuft on-premise, in Private Clouds oder in Public Clouds", berichtet der Analyst Bruce Guptill von Saugatuck Technologies. Plattner beteuerte, dass die Public-Cloud-Version von S4 endlich auch mandantenfähig sei, damit der eine Klient nicht dem anderen in die Karten bzw. Daten schauen kann. "Große Unternehmen können die on-premise-Cloud oder hybride Ansätze nutzen und Mittelständler die Cloud als Delivery Model", meint Rüdiger Spies. Beides sei möglich.

„Die Strategie der SAP, das neue Produkt SAP S/4HANA ihren Kunden sowohl On-Premises als auch in der Private und in der Public Cloud zur Verfügung zu stellen, ermöglicht den Unternehmen, das für sie sinnvolle Betriebsmodell zu wählen", freut sich Gerhard Göttert, Vorstand fürs Anwendungsportfolio bei der DSAG. "Wir erwarten, dass der Funktionsumfang von SAP S/4HANA für alle Betriebsmodelle identisch ist. Sollten jedoch Einschränkungen, auch im Vergleich zur existierenden SAP Business Suite, bestehen, müssen diese von SAP klar kommuniziert werden.“

Visionär: der Übergang in neue Zielgruppen

Hier liegt auch der Hund begraben, wenn es nach der DSAG geht. "Das Produkt eignet sich für visionäre Unternehmen bzw. Vorreiter, für die innovativ abgebildete Geschäftsprozesse einen großen Wettbewerbsvorteil darstellen", urteilt der DSAG-Vorstandsvorsitzende Marco Lenck. Zacher pflichtet bei: "Aktuell profitieren vor allem diejenigen Unternehmen von S/4 HANA, die auf die Karte 'Digitalisierung' setzen, die also ihre Geschäftsprozesse unter den Aspekten Flexibilität und Performance redesignen oder die sich in einer Transformationsphase befinden."

Echte Wahlfreiheit gefordert

Aber es sei wichtig, so Lenck weiter, dass SAP den Business-Mehrwert von SAP S/4HANA anschaulich darstellt." Und dazu gehört eben auch der Anreiz für den Wechsel zu S4. "Konkret", so Gerhard Göttert, "fordern wir, dass SAP u. a. eine 'echte' Wahlfreiheit für die Kunden im Bereich der Datenbanken beibehält. Alternativen zur SAP-HANA-Datenbank müssen ohne Funktions- und Leistungseinschränkungen möglich bleiben."

Prognose: eher langsame Transition

Das ist allerdings noch sehr die Frage. "Wer die Vorteile der neuen Suite nutzen will, der benötigt HANA" signalisierte SAP: "Andere Datenbanken können das nicht. Das ist ein klares, selbstbewusstes Statement", findet Spies. Aber es würden auch Angebote wie etwa Rapid Deployment Solution für die „Alt-Systeme“ erhalten bleiben. "Man darf nicht davon ausgehen, dass nun alle auf S/4HANA gehen werden. Das wird eine langsame Transition", sagt der Analyst vorher.

Er bezweifelt daher auch, dass SAP seine Cloud-basierte ERP-Suite Business ByDesign dem neuen Angebot opfert: "Sicher ist, dass Business ByDesign geringere Fähigkeiten hat und strukturierter in den zur Verfügung gestellten Funktionen ist." SAP werde sagen: 'Der Markt entscheidet, ob Business ByDesign erhalten bleiben wird.' Außerdem blieben SAP so mehr Pricing-Optionen.

Neuer (alter) Zankapfel: die Lizenzkosten

Dieses Preismodell ist ein weiterer Zankapfel zwischen der DSAG und den Walldorfern. "Wir als DSAG sind davon überzeugt, dass die Kunden ein Anrecht darauf haben, dass über die Datenbank hinaus keine weiteren Lizenzkosten für SAP S/4HANA entstehen", sagt Andreas Oczko, Vorstand für Operations/Service & Support bei der DSAG klipp und klar. "Die Unternehmen werden sich die Entwicklung in diesem Bereich genau anschauen und sehen, ob das Produkt einen entsprechenden Mehrwert liefert."

Die bei den Kunden bereits eingesetzten installierten Lösungen dürften von SAP nicht außer Acht gelassen werden. "Bestehende SAP-Produkte müssen im Rahmen der Wartungszusage von SAP bis 2025 signifikant weiterentwickelt werden, da die Kunden hier regelmäßig über die Wartungszahlungen in die Softwarepflege investieren. Die bestehenden Produkte müssen seitens SAP zumindest gleichberechtigt zu SAP S/4HANA behandelt werden." Ob sich die Dinge so entwickeln, wie die DSAG-Mitglieder fordern, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Big Data, Analytics & AI

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

US-Analyst zeigt sich begeistert

In den USA wird das neue Angebot jedenfalls begrüßt. "SAP hat S/4HANA gebaut und ausgerollt, um seine Relevanz und angestrebte Dominanz in Märkten für Geschäftssoftware auszubauen, in denen die Cloud an erster Stelle steht", resümiert Bruce Guptill von Saugatuck. Wo sich die US-Wirtschaft also bereits befindet, dorthin sollen SAPs Kunden noch folgen. Partner wie Accenture, Capgemini, Deloitte und PwC werden sie darin unterstützen. Das versichern deren entsprechenden Statements.

(ID:43199938)