Ciscos IT-Trends 2019

KI und ML: Der Durchbruch steht bevor

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Andreas Donner

Cisco glaubt: Für künstliche Intelligenz und Machine Learning wird 2019 das Jahr des Durchbruchs sein.
Cisco glaubt: Für künstliche Intelligenz und Machine Learning wird 2019 das Jahr des Durchbruchs sein. (Bild: © – ekkasit919 – stock.adobe.com)

Künstliche Intelligenz (KI), Machine Learning (ML) und Blockchain werden alltagstauglich, wegen Virtual/Augmented Reality werden Internet- und mobiler Traffic enorm ansteigen und Unternehmen müssen ihre Netzwerke auf gestiegene Anforderungen ausrichten – so sieht Cisco zufolge die IT-Welt 2019 aus.

Effiziente Datennutzung, die Optimierung und Verwaltung von Multicloud-Umgebungen sowie umfassende Sicherheitsarchitekturen standen schon 2018 im Fokus der IT-Welt – und nach Ansicht von Cisco wird sich daran auch 2019 nur wenig ändern. Sie werden sich aber weiterentwickeln und mit neuen Ansätzen erweitert. So müssen Unternehmen noch schneller Prozesse digitalisieren und neue Technologien nutzen.

KI und ML werden alltagstauglich

Künstliche Intelligenz und Machine Learning haben sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt. Es gibt inzwischen viele ML-fähige Datensätze, die sich mit hoher Rechenleistung und fortschrittlichen Algorithmen bearbeiten lassen. Manche Hedgefonds nutzen sie für neue Handelsmodelle, Personalabteilungen wollen mit KI Fachkräfte effizienter gewinnen und halten. 2019 werden intelligente Lösungen den Menschen in immer mehr Bereichen helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und effizienter zu arbeiten.

Das Internet expandiert weiter

Laut dem aktuellen Cisco Visual Networking Index (VNI) werden im Jahr 2022 schon 60 Prozent der Weltbevölkerung das Internet nutzen. Es wird aber durch die zunehmende Vernetzung alltäglicher Dinge wie Kleidung, Haushaltsgeräte oder Fahrzeuge völlig anders aussehen als heute. IoT-Sensoren werden überall sein – etwa in Häfen zur Optimierung und Sicherung der Schifffahrt oder an Autoparkplätzen, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Durch die wachsende Vernetzung steigt der weltweite IP-Traffic derzeit jährlich um 26 Prozent.

Video erfordert höhere Bandbreiten

Für einen Großteil dieses Datenwachstums sorgt Video, das 2022 bereits 82 Prozent des gesamten IP-Verkehrs ausmachen wird. Live-Streams nehmen dabei um das 15-Fache zu. Auch die Nutzung von Virtual und Augmented Reality steigt. Mit neuer Hardware und mehr Inhalten für Konsumenten wird sich der VR/AR-bezogene Datenverkehr innerhalb von fünf Jahren um das 12-Fache erhöhen. Bereits 2019 wird der Einsatz von VR in Unternehmen zunehmen, etwa durch Demos, virtuelle „Testfahrten“ oder die Beurteilung von Produkten und Immobilien im Internet.

Mobiler Datenverkehr wächst deutlich

Der Anteil des mobilen Datenverkehrs am Gesamtvolumen wird auch 2019 weiter ansteigen. Gemäß Cisco VNI nimmt er zwischen 2017 und 2022 von zwölf auf 22 Prozent zu. Da sich 5G noch im Anfangsstadium befindet, werden weiterhin 3G und 4G dominieren. Doch im kommenden Jahr werden Mobilfunkbetreiber erste Testnetze für 5G aufbauen. Viele Experten gehen davon aus, dass große 5G-Implementierungen im Jahr 2020 folgen werden. Bis dahin seien die nötigen Mobilfunkspektren, Standards und Geschäftspläne ausgearbeitet.

Neue Einsatzszenarien für Blockchain

Bei Supply Chain Management, Netzwerk, digitalen Identitäten und Devisenhandel wird die Blockchain-Technologie weiter expandieren. Bis Ende 2019 werden wohl alle großen Cloud-Service-Provider blockchainbasierte Lösungen kommerziell einsetzen. Zudem dürfte die Technologie dann ein wesentlicher Bestandteil der meisten KI- und IoT-Angebote sein. Schon heute gibt es Blockchain-Piloten zum Nachweis, dass Mineralien aus konfliktfreien Quellen stammen, zur Bekämpfung von Kinderhandel oder zum Verkauf von Energie. Im kommenden Jahr werden zahlreiche weitere Einsatzszenarien entstehen.

Unternehmen müssen ihre Netzwerke neu aufstellen

2019 müssen viele Unternehmen ihre Netzwerke umgestalten. Die aktuellen Infrastrukturen wurden nicht für die Bedürfnisse der nächsten Jahre entwickelt. Immer mehr Geräte, höhere Bandbreiten und größere Angriffsflächen überfordern herkömmliche, manuelle Managementprozesse. Um jedes Gerät überall und jederzeit zu verwalten, sind bislang eigenständige Netzwerke in eine Multi-Domain-Architektur zu integrieren. Diese muss hochgradig automatisiert sein, Aktionen vorhersehen, sich selbst optimieren und die Sicherheit priorisieren.

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