Investitionsbedarf bremst Einsatz KI-Nutzung in Unternehmen stagniert

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Obwohl immer mehr Unternehmen in Künstlicher Intelligenz (KI) einen wichtigen Faktor für ihre Wettbewerbsfähigkeit sehen, stagniert der Praxiseinsatz. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Bitkom Research im Auftrag des IT-Dienstleisters Tata Consultancy Services (TCS).

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Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration von TCS
Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration von TCS
(Bild: TCS)

Der Befragung zufolge hält mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) KI für einen entscheidenden Faktor. Aber nur jede achte Firma (13 Prozent) setzt die Technologie tatsächlich ein. Etwa jedes sechste Unternehmen plant (16 Prozent) oder diskutiert (18 Prozent) den KI-Einsatz. Diese Werte sind laut den Studienautoren nahezu identisch zum Vorjahr. „Die Pandemie hat der Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz einen kurzfristigen Dämpfer verpasst“, meint Dr. Kay Müller-Jones, Leiter Consulting und Services Integration von TCS. Mittel- bis langfristig sei das Potenzial aber weiterhin riesig.

Investitionen als Hürde

65 Prozent sehen vor allem die nötigen hohen Investitionen als entscheidende Hürde für die Einführung und Umsetzung von KI-Systemen. Dieser Wert lag im Vorjahr noch fünf Prozent niedriger. Rund die Hälfte der Teilnehmer (51 Prozent) nennen hohe Anforderungen an den Datenschutz als Herausforderung, was einem Plus von sechs Prozent entspricht. Zudem wurden der Mangel an Expertise und die komplexe Technologie von jeweils 47 Prozent als Hemmnis bezeichnet.

Gefragt sind vor allem externe Lösungen (54 Prozent). Sie erfreuen sich auch im Vergleich zum Vorjahr wachsender Beliebtheit (+ 7 Prozent). 33 Prozent der Unternehmen setzen dagegen auf Systeme, die im Rahmen strategischer Partnerschaften entwickelt und programmiert wurden. Reine Inhouse-Entwicklungen sind dagegen mit nur 4 Prozent eine Ausnahme. Von der KI-Technologie erhoffte Vorteile sind Kosteneinsparungen (58 Prozent), höhere Effizienz (56 Prozent) und geringerer Ressourceneinsatz (56 Prozent). Zudem wurden die Entlastung der Mitarbeiter (35 Prozent) sowie bessere Kundebindung (27 Prozent) genannt.

„Gerade Routine-Aufgaben lassen sich immer mehr intelligent automatisieren, so dass sich Mitarbeiter auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren können. Allein schon deswegen lohnt es sich, die Digitalisierung breit im eigenen Unternehmen voranzutreiben“, erklärt Dr. Müller-Jones.

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