Kommentar von Irman Abdić, Bleenco KI ist ein wichtiger Verbündeter im Kampf gegen Ölverschmutzungen

Autor / Redakteur: Irman Abdić / Nico Litzel

Erst vor Kurzem ereignete sich vor der Küste Kaliforniens eine weitere katastrophale Ölpest. Obwohl uns bereits mehr Mittel als jemals zuvor zur Verfügung stehen, um Ölverschmutzungen aufzuspüren, gibt es immer noch keine endgültige Lösung, um sie zu bekämpfen. Hinzu kommt, dass sich die Lage aufgrund des Klimawandels und der damit einhergehenden zunehmenden Stärke von Tropenstürmen und extremen Wetterereignissen möglicherweise künftig noch verschlimmert.

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Der Autor: Irman Abdić ist CEO des Münchener KI-Start-ups Bleenco
Der Autor: Irman Abdić ist CEO des Münchener KI-Start-ups Bleenco
(Bild: Bleenco)

Obwohl sich das Problem der Ölverschmutzungen nur durch einen sofortigen und vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien lösen lässt, werden wir in absehbarer Zukunft von Offshore-Ölbohrungen abhängig bleiben. Um Ereignisse, welche zu Ölverschmutzungen führen, besser vermeiden zu können, spielt die Prävention eine wichtige Rolle. Etwa indem Bohrinseln verstärkt und geprüft werden, ob sie den Wellen standhalten können. Das Herausforderung dabei ist denkbar einfach: Woher wissen wir, wann genug Vorbereitung ausreicht? Die tatsächliche Antwort liegt vielleicht nicht unbedingt im Ausmaß, sondern in der Geschwindigkeit. Denn um den ökologischen Schaden zu minimieren, müssen wir letztlich immer bereit sein – und die Künstliche Intelligenz (KI) ist dabei ein wichtiger Verbündeter.

Ist unsere bestehende Infrastruktur zuverlässig?

Bohrinseln und Unterwasserinfrastrukturen lediglich zu verstärken, ist riskant, da man sich auf reine Annahmen stützen könnte. Natürlich lässt sich annähernd abschätzen, wie groß die Schäden an den Rohren sein könnten und entsprechend handeln. Allerdings zeigt sich immer wieder, dass diese Strategie oft nicht ausreicht. Außerdem kann es sein, dass die Leckagen nicht einmal durch aktive Pipelines verursacht werden, die bereits verstärkt und vorbereitet wurden. Stattdessen spielt eine veraltete und brüchige Infrastruktur eine große Rolle. In diesen Bereichen können ungereinigte Ölreste ebenfalls große Schäden in der Umwelt verursachen.

Bei den Folgen von Ölverschmutzungen spielt KI bereits heute eine große Rolle: In einigen Fällen helfen Satellitenbilder, das Ausmaß der Ölpest zu erkennen, die Reinigungsmaßnahmen zu lenken oder mit Detektoren die Ölpest zu entdecken. Dennoch gibt es noch viel zu erreichen. Und die KI kann, und muss, hierbei mehr beitragen. So dauerte es bei der Ölkatastrophe in Kalifornien einen ganzen Tag, bis die undichte Ölleitung stillgelegt wurde. Die Fähigkeit der KI nicht einzusetzen, um zumindest das Risiko einer Ölpest zu bekämpfen und das Ausmaß der ökologischen Katastrophe zu begrenzen, wäre daher fatal.

Drei Wege wie man KI zu einem wichtigen Verbündeten im Kampf gegen Ölverschmutzungen machen kann:

1. Leckage erkennen

Wie bereits erwähnt, dauert es sehr lange, bis Personen ein Leck entdecken. Bei der Ölpest in Kalifornien verließ sich das Unternehmen auf die Beobachtung durch Menschen, bevor Maßnahmen ergriffen wurden. Auch brauchen Menschen sogar noch länger, um auf Risiken zu reagieren. Bei der erwähnten Ölpest in Kalifornien dauerte es den ganzen Samstag, bis das Gebiet abgesperrt war, in dem ein Leck vermutet wurde. Auch wenn dies darauf zurückzuführen war, dass Fakten gesammelt und verantwortungsbewusste Maßnahmen geplant wurden, konnte der Ölfluss erst Samstagabend gestoppt werden. In dieser Zeit traten fast 600.000 Liter Öl aus, die Flora und Fauna in dem Gebiet schädigten und zerstörten. Die KI ist in dieser Hinsicht effizienter. Sie kann mit Leichtigkeit Leckagen aufspüren, die mit einem Monitor verbunden werden könnten, der die Besatzung sofort alarmiert, sodass sie die Anlage abschalten kann. Die Frage lautet daher, ob man sich im 21. Jahrhundert wirklich noch so sehr auf die manuelle Beobachtung verlassen sollte.

2. Leckage verhindern

Natürlich sollte das Ziel immer sein, jegliche Leckage zu vermeiden. Schließlich ist es besser, vorzubeugen als zu reparieren – und das gilt insbesondere für Ölverschmutzungen. Der intelligente Einsatz von KI kann daher Leckagen verhindern: Sie wird eingesetzt, um zu prüfen, wie gut die bestehende Infrastruktur und die Bohrinseln selbst bei der geringsten Erhöhung der Temperatur oder des Wasserdrucks vorbereitet sind. Durch den umfassenden Einsatz von maschinellem Lernen kann die KI vorhersagen, unter welchen Umständen und Bedingungen die Infrastruktur vor grundlegende Herausforderungen gestellt werden könnte. Der Unterschied zwischen dieser Strategie und einer einfachen Verstärkung der Infrastruktur besteht jedoch darin, dass sich die Umstände kontinuierlich beobachten lassen. Anstelle einer schrittweisen Verbesserung durch Beobachtung steht eine permanente Verbesserung im Vordergrund, die auf einer kontinuierlichen Überwachung und einem kontinuierlichen Datenfluss basiert.

3. Menschliche Fehler reduzieren

Es hat sich gezeigt, dass KI von Personen verursachte Fehler reduziert. Denn menschliches Versagen ist die Hauptursache für Unfälle im Seeverkehr, insbesondere bei Unfällen mit Tankschiffen. Schließlich ist der Mensch schlichtweg fehlbar. Künstliche Intelligenz ist daher viel zuverlässiger und konsistenter in ihrer Einschätzung von Gefahren und veralteten Geräten. Menschen können zwar aktive Gegenmaßnahmen gegen Ölverschmutzungen ergreifen, aber KI kann dies nicht nur besser, sondern auch zuverlässiger. Wenn Menschen die Sicherheit bestehender Infrastrukturen physisch überwachen, arbeiten sie nicht nur in Schichten, sind an Wochenenden und Feiertagen möglicherweise abwesend oder unterbesetzt, sondern haben auch eine Vielzahl anderer Aufgaben, denen sie sich widmen müssen. Dies macht die permanente Beobachtung durch Menschen sowohl aus der Sicht der Arbeitskräfte als auch mit Blick auf die Unternehmensressourcen schwierig. Als teure und wertvolle Ressourcen werden sie zu einer wichtigen, aber sehr monotonen und niederen Arbeit degradiert. Dies ist also ein hervorragender Bereich, um das Fachwissen der KI einzusetzen und menschliche Arbeitskraft freizusetzen, ohne die Betriebssicherheit zu beeinträchtigen.

Das Potenzial der KI muss immer wieder betont werden

Bei jeder neuen Ölkatastrophe stellt sich die Frage, wie es zu solchen Ereignissen kommen kann und warum noch keine Lösung für dieses Problem gefunden wurde. Der Punkt ist, dass sich Menschen nach wie vor zu sehr auf manuelle Aufgaben, Annahmen und eine insgesamt ineffiziente Nutzung des verfügbaren Materials verlassen. KI kann hier Abhilfe schaffen. Anstatt Menschen mit niederen Arbeiten zu beschäftigen, bei denen sie nur teilweise effektiv sind, kann die KI sie von dieser befreien und gleichzeitig Umweltschutzmaßnahmen verbessern.

Das Potenzial der KI wurde zwar schon so oft betont. Aber angesichts der Ölkatastrophen, die unsere Umwelt weiterhin erschüttern, liegt nahe, dass dieses noch nicht genug hervorgehoben wurde.

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