Kommentar von Christoph Kluge, Oracle Junge Talente fordern KI-Einsatz zur Automatisierung von Standardprozessen

Von Christoph Kluge

Das Arbeitsleben in wachstumsstarken Branchen ist zunehmend digital – ein Trend, der durch die Corona-Pandemie noch verstärkt wird. Da Wachstum zu erhöhtem Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern führt, hat Oracle gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Savanta im Rahmen der Studie „Money and Machines“ unter Studierenden und Berufsanfängern im Bereich Finance eine Erhebung durchgeführt.

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Der Autor: Christoph Kluge ist Oracle Application Sales Development Manager, Germany
Der Autor: Christoph Kluge ist Oracle Application Sales Development Manager, Germany
(Bild: DIMITRI DAVIES)

In der Studie „Money and Machines“ wurden die Erwartungen junger Talente an digitale Ausrichtung ihres Arbeitsumfelds analysiert. Ein zentrales Ergebnis: Unternehmen müssen sich künftig eher nach dem Angebot, also der Arbeitskraft, ausrichten als umgekehrt. Dazu gehört beispielsweise, moderne Technologien und IT-Lösungen anzuschaffen, die die Arbeit rationalisieren und Raum für hochwertige Aufgaben freimachen.

Zahlungen vorkontieren, Excel-Listen pflegen und Stammdaten übertragen – Aufgaben wie diese gelten bei vielen Arbeitnehmer als monoton und Zeit raubend. Gerade junge Arbeitskräfte und Berufsanfänger in der Altersgruppe von 20 bis 30 Jahren wünschen sich hier einen Wandel, wie die Befragung von 300 Vertretern dieser Altersgruppe in Deutschland zeigt. Die Studie macht deutlich, dass in Zukunft kein potenzieller Kandidat für einen Job stupide Arbeiten erledigen möchte, die sich breitflächig eigentlich durch Künstliche Intelligenz (KI) automatisieren lassen.

Junge Berufseinsteiger sehen ihre Stärken – und die von Menschen im Allgemeinen – eher im analytischen und gestalterischen Bereich. Dass ein tief greifender Wandel in der Arbeitswelt und damit auch im Kontext von eingesetzten Unternehmenssoftwarelösungen wie ERP und SCM, in denen ein Großteil der Finanztransaktionen und Ressourcenplanungen von Unternehmen erfolgen, nötig und möglich ist, zeigen die Erfahrungen, die zahlreiche Arbeitnehmer und Unternehmen in der Corona-Pandemie machen.

Fälligen Wandel routiniert umsetzen

Arbeitnehmer aller Altersgruppen standen im vergangenen Jahr unter dem enormen Druck, ihren Unternehmen dabei zu helfen, zu überleben, sich zu erholen und wieder zu wachsen. Auf den volatilen Märkten von heute finden Arbeitnehmer in modernen Technologien wie KI und Robotern neue Verbündete, die ihnen helfen, eine Planungssicherheit für ihr Unternehmens herzustellen und Finanzen besser zu verwalten. Ein Effekt davon: Sobald KI und Roboter in Geschäftsprozessen alltäglich werden, verändert sich auch die Rolle der Finanzabteilung eines Unternehmens unweigerlich. Das wirft die Fragen auf, wie sich diese Veränderungen auf die Interaktion zwischen Mitarbeiter mit dem Finance-Team auswirkt, und was die nächste Generation der Führungskräfte tun muss, um auf die neue Ära KI-gestützter Finance-Prozesse und entsprechend zugeschnittener ERP-Lösungen vorbereitet zu sein.

Die Pandemie stellt die Weichen neu

Ein Großteil der jüngeren Arbeitnehmer sieht sich mit Stress und Ängsten konfrontiert, die durch die Corona-Pandemie verursacht werden: 51 Prozent haben in finanziellen Angelegenheiten mehr Angst, bei der Arbeit Fehler zu machen als im Privatleben. Zunehmende Angst und Leistungsdruck veranlassen jüngere Mitarbeiter dazu, sich von digitalen Assistenten helfen zu lassen: 60 Prozent der jüngeren Belegschaft würden einer KI die Verwaltung der Unternehmensfinanzen anvertrauen. Und 50 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass die Unterstützung durch KI bei Finance-Aufgaben ihren Stress-Level reduzieren würde.

Sie sind der Auffassung, dass digitale Assistenten besser als Menschen in der Lage sind, rund um die Uhr schnelle Antworten zu liefern. Dieser Befund gibt einen Vorgeschmack darauf, wie grundlegend die Einführung von KI im Finanzwesen den Arbeitsalltag der nächsten Generation im Finance-Sektor verändern wird. Das betrifft insbesondere den Bedarf an neuen Fähigkeiten: Da KI-Anwendungen bei der Datenerfassung und -verarbeitung helfen, werden die Finance-Führungskräfte von morgen weniger Zeit mit traditionellen Buchhaltungsaufgaben verbringen und sich mehr auf andere Tätigkeiten konzentrieren in Bereichen wie Geschäftsstrategie, Führungsqualitäten, Kommunikation, Risikomanagement, Kollaboration sowie Kreativität.

KI als entscheidender Faktor im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte

Eine zentrale Erkenntnis der Studie: Den Unternehmen, die auf den Einsatz von KI im Finanzwesen verzichten, entgeht die nächste Generation von Talenten. Denn Mitarbeiter der Generation Z und Millennials erwarten von ihren Arbeitgebern, dass sie die gleichen Technologien nutzen, die sie auch in ihrem Privatleben gewohnheitsmäßig verwenden. Hier gilt es für Unternehmen, im Rennen um die besten Nachwuchskräfte zu punkten. Immerhin 55 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Unternehmen, die keine modernen Technologien einsetzen, grundsätzlich Risiken eingehen.

Die Ergebnisse der Studie „Money and Machines“ decken sich in zentralen Belangen mit der ebenfalls aktuellen AI@Work-Studie von Oracle und Workplace Intelligence, in der weitere 1.004 deutsche Mitarbeiter und Führungskräfte in Unternehmen zum Thema Karriere und KI befragt wurden. Um Spitzentalente zu halten und weiterzuentwickeln, müssen Arbeitgeber demnach mehr als je zuvor auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter achten und sie durch Technologien besser unterstützen. 74 Prozent der dort Befragten sind der Meinung, dass ihr Unternehmen mehr tun sollte, um auf ihre Bedürfnisse einzugehen, und 40 Prozent sind eher bereit, bei einem Unternehmen zu bleiben, das fortschrittliche Technologien wie KI zur Förderung der beruflichen Entwicklung einsetzt. Mit Blick in die Zukunft der Arbeitswelt sprechen die Ergebnisse beider Erhebungen eine eindeutige Sprache. Nun ist es an den aktuell verantwortlichen Entscheidern, die richtigen Schlüsse zu ziehen und entsprechend zu handeln.

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