Studie von Gemalto

IoT-Sicherheitsverletzungen bleiben oft unerkannt

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Gemalto-CTO Jason Hart
Gemalto-CTO Jason Hart (Bild: Gemalto)

Nur rund die Hälfte aller Unternehmen (48 Prozent) erkennt Sicherheitsverletzungen bei ihren IoT-Geräten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Sicherheitsspezialisten Gemalto.

Das sei trotz eines verstärkten Fokus auf IoT-Sicherheit der Fall: So sind die Ausgaben für entsprechende Schutzmaßnahmen von 11 auf 13 Prozent des entsprechenden Budgets gestiegen. Zudem sind 90 Prozent der für die Studie Befragten der Meinung, dass IoT-Sicherheit für Kunden eine wichtige Rolle spielt. Auch betrachten im Vergleich zum Vorjahr (4 Prozent) deutlich mehr Organisationen (14 Prozent) IoT-Sicherheit als moralische Verantwortung. Da die Zahl der IoT-Geräte bis 2023 weltweit auf über 20 Milliarden ansteigen soll, rät Gemalto zu schnellem Handeln, um IoT-Sicherheitsverstöße wirksam zu erkennen.

Richtlinien gefordert

79 Prozent der Studienteilnehmer fordern von den Regierungen klare Richtlinien für die IoT-Sicherheit. Dabei verlangen 59 Prozent eine Klarstellung, wer für den Schutz des Internets der Dinge verantwortlich ist. Zudem sind die meisten Unternehmen (95 Prozent) der Auffassung, dass es einheitliche IoT-Sicherheitsvorschriften geben sollte. „Da es keine einheitliche Regulierung gibt, ist es nicht verwunderlich, dass die Bedrohung – und damit die Verletzlichkeit von Unternehmen – zunimmt. Dies wird auch so bleiben, wenn die Regierungen nicht sofort eingreifen, um der Branche zu helfen, die Kontrolle nicht zu verlieren“, erklärt Gemalto-CTO Jason Hart.

Sicherheit bleibt Herausforderung

Für die Unternehmen liegen die größten Herausforderungen in Sachen IoT-Sicherheit beim Datenschutz (38 Prozent) und der Erfassung großer Datenmengen (34 Prozent). Nur 59 Prozent verschlüsseln alle über das IoT erfassten und analysierten Daten. Auch die Verbraucher zeigen sich skeptisch: 54 Prozent fürchten vor allem einen Mangel an Privatsphäre beim Einsatz vernetzter Geräte, dicht gefolgt von der Angst vor unbefugten Zugriffen Dritter (51 Prozent) und fehlender Kontrolle über personenbezogene Daten (50 Prozent).

Blockchain gilt als vielversprechend

Als mögliche Lösung werden Blockchain-basierte Technologien gesehen. Laut Gemalto hat sich die Einführung von entsprechenden Projekten in den letzten zwölf Monaten von neun auf 19 Prozent mehr als verdoppelt. 23 Prozent der Studienteilnehmer halten Blockchain für ein ideales Mittel zur Absicherung von IoT-Geräten. Ein Großteil der Unternehmen (91 Prozent), die bislang noch keine Blockchain nutzen, will die Technologie künftig in Erwägung ziehen. Bis dahin bleiben andere Methoden gefragt, darunter Verschlüsselung (71 Prozent), Passwortschutz (66 Prozent) und Zwei-Faktor-Authentifizierung (38 Prozent).

„Unternehmen spüren deutlich den Druck, die wachsende Menge an Daten, die sie sammeln und speichern, zu schützen. Aber während es positiv ist, dass sie versuchen durch mehr Investitionen in die Sicherheit, wie zum Beispiel in Blockchain, dem entgegenzuwirken, brauchen sie direkte Anleitung, um sicherzustellen, dass sie sich nicht selbst exponieren. Um dies zu erreichen, müssen Unternehmen mehr Druck auf die Regierung ausüben, denn sie sind diejenigen, die von einem Verstoß betroffen sein werden“, verdeutlicht Hart.

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