Neuer Verband

Industry Business Network 4.0 präsentiert neuen Industriestandard

| Autor / Redakteur: Frauke Finus / Nico Litzel

Konstantin Kernschmidt, Projektmanager Industrie 4.0, stellte den neuen Industriestandard IF4.0 und Industry Fusion vor. Die einzigartige Lösung ermöglicht die herstellerübergreifende Vernetzung von Anlagen in einer industriellen Fertigung.
Konstantin Kernschmidt, Projektmanager Industrie 4.0, stellte den neuen Industriestandard IF4.0 und Industry Fusion vor. Die einzigartige Lösung ermöglicht die herstellerübergreifende Vernetzung von Anlagen in einer industriellen Fertigung. (Bild: Industry Business Network 4.0 e.V.)

IF4.0 soll der neue Industriestandard zum herstellerübergreifenden Informationsaustausch in einer Smart Factory werden. Der Standard wurde vom Industry Business Network 4.0 e.V. konzipiert und wird von den Verbandsmitgliedern künftig kontinuierlich weiterentwickelt.

Auf dem Fachkongress „Fertigung 4.0 – Konkrete Lösungen mit Mehrwert für den Mittelstand“ stellte der Verband Industry Business Network 4.0 die herstellerübergreifende Lösung für mittelständische Unternehmen erstmals der Öffentlichkeit vor. „Die Umsetzung einer Smart Factory wird durch den standardisierten Informationsaustausch unterschiedlicher Maschinen und Anlagen mit IF4.0 endlich auch für kleine und mittlere Unternehmen attraktiv und bietet direkten Mehrwert“, beschreibt Igor Mikulina, Vorstandsvorsitzender des Industry Business Network 4.0 e.V., die Vorteile.

Der Verband wurde 2016 auf dem Fachkongress Fertigung 4.0 gegründet und hat seitdem das Projekt zur Erarbeitung des Industriestandards IF4.0 intensiv vorangetrieben. Im Vergleich zu vielen bestehenden Lösungen, die darauf fokussieren alle verfügbaren Daten z.B. in der Cloud zu nutzen, ist nach Verbandsangaben der Kerngedanke des herstellerübergreifenden IF4.0-Standards, die Maschinendaten mittels geeigneter Methoden direkt zu relevanten Informationen zu verarbeiten und diese für eine Smart Factory in standardisierter Form zur Verfügung zu stellen.

„Unser Vorgehen bei der Entwicklung der Lösung orientiert sich stets am Kundennutzen“ erläutert Konstantin Kernschmidt, Projektmanager Industrie 4.0 im Verband. „Für den Betreiber einer mittelständischen Fertigung muss eine Vernetzung greifbare Mehrwerte bringen. Ihn interessiert beispielsweise die grundlegende Frage: Geht es meiner Maschine gut? Je nach Maschinen-/Anlagentyp lässt sich diese Information aus unterschiedlichen Daten generieren.“

Wichtige Grundlage für die Themen Safety und Security

Im IF4.0-Standard werden daher für einzelne Kategorien von Anlagen, Vorrichtungen und Komponenten die Daten und Methoden definiert, aus denen die relevanten Informationen generiert werden können. Dies hat zudem für die Hersteller den erheblichen Vorteil, nicht alle Daten ihrer Systeme, die häufig das technologische Know-how beinhalten, preisgeben zu müssen, wie der Verband in einer Mitteilung bekannt gibt. Auch im Hinblick auf eine Prüfbarkeit der Vernetzung und des Informationsaustausches stelle der IF4.0-Standard im Vergleich zum unkontrollierten Datenaustausch eine deutliche Erleichterung dar und bilde damit eine wichtige Grundlage für die Themen Safety und Security. Insbesondere der Tüv Süd engagiert sich in diesem Themenkomplex als Mitglied im Verband Industry Business Network 4.0. „Nur mit einem schlüssigen Sicherheitskonzept, einer transparenten Datennutzung und der Unabhängigkeit von einem bestimmten Anbieter wird sich Industrie 4.0 im Mittelstand durchsetzen“, sagt Dr.-Ing. Detlev Richter, Vice President der Tüv Süd Product Service GmbH.

Implementierung des IF4.0-Standards in Referenzanlagen

Im nächsten Schritt erfolgt eine Implementierung des IF4.0-Standards in Referenzanlagen des Verbands sowie in erste Produkte, heißt es weiter. „Bei der Umsetzung der Technologie bauen wir soweit möglich auf bestehende Standards – wie OPC UA – auf, behalten dabei aber stets den Nutzen für den Mittelstand im Auge. Durch die Umsetzung werden wir den IF4.0-Standard kontinuierlich weiterentwickeln und um weitere Kategorien ergänzen“, erklärt Kernschmidt. Neben Maschinen und Anlagen können beispielsweise auch die Gas-, Druckluft-, oder Energieversorgung wichtige Informationen für den Betrieb liefern. Auch Applikationen, die einen zusätzlichen Mehrwert für den Kunden bieten, können über eine standardisierte Schnittstelle angedockt werden und die Informationen der verschiedenen Systeme in der Smart Factory nutzen, wie es heißt.

Beim Kauf von Anlagen, Vorrichtungen und Komponenten werden Kunden künftig darauf achten, ob die Produkte ihre Informationen auf Basis des IF4.0-Standards verfügbar machen“, so Mikulina. Die Kompatibilität zum IF4.0-Standard wird daher vom Verband mit einem entsprechenden Zertifikat am Produkt bestätigt. „Unser Verband ist für Interessenten aller Industriezweige offen und wir freuen uns über jedes Mitglied, das die Umsetzung in den nächsten Monaten aktiv mit vorantreiben möchte“, sagt Mikulina.

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