Industrie 4.0

Industrie-4.0-Allianz mit gut besuchter Auftaktveranstaltung

| Autor / Redakteur: Robert Horn / Nico Litzel

Mieles Wandel zum Lösungsanbieter

Als wesentlichen Faktor für die Umsetzung von Industrie 4.0 sieht Miele Geschäftsführer Dr. Eduard Sailer die Transformation der Unternehmen vom reinen Produktanbieter hin zum ganzheitlichen Lösungsanbieter. „Wir merken auf der Produkteseite inzwischen eine rasende Dynamik, die nicht nur Technologie betrifft, sondern auch Geschäftsmodelle“, so der Geschäftsführer.

Auch Miele habe diese Wandlung durchgemacht: Unter dem augenzwinkernden Motto: „Miele beschäftigt sich jetzt auch mit dem Waschen“ fasst der Konzern zusammen, dass der Erfolg eines Unternehmens nur dann Zukunft hat, wenn es sich mit der Wertschöpfungskette des Kunden beschäftigt. Es reiche nicht mehr, eigenen und bewährten Ertragsmodellen zu vertrauen, denn wer garantiere denn, dass diese Modelle nicht schon bald von anderen Unternehmen umgekehrt werden? Als Beispiel nannte Sailer die berühmt-berüchtigten Nespresso-Kapseln, die in einer unglaublichen Dynamik den Markt für Kaffeeproduzenten und Kaffeemaschinenherstellern auf den Kopf gestellt haben.

Dies erfordere schon bei der Entwicklung neuer Produkte ein Umdenken: „Die Verfahrenstechnik muss künftig beim Systems Engineering berücksichtig werden“, erläutert Sailer. So bietet Miele etwa inzwischen ein eigenes Waschmittel an, dass direkt in die Waschmaschine integriert wird und somit das manuelle Nachfüllen von Waschmittel unnötig macht – in der Theorie kann die Waschmaschine dann sogar ihrem Besitzer auf das Smartphone melden, sobald die Kartusche leer wird – und direkt den Bestellvorgang bei Miele einleiten.

Und noch weiter gedacht sucht sich die intelligente Waschmaschine dank Smart Grid-Anschluss den Moment zum Waschen, an dem der Strom am Günstigsten ist. Hier machen aber gerade örtliche Stromanbieter, die nur Tag- und Nachttarif (anstatt wie vorgeschrieben stündliche aktualisierte Preise) anbieten, jegliche Innovation kaputt.

Gleichzeitig aber warnte Sailer vor zu viel Ignoranz des neuen schnelllebigen Marktes. Beispiel Waschmaschine, Beispiel Amazon, das Muster disruptiver Innovation: Das Unternehmen biete derzeit einen Push-Button an, der in der Herstellung kaum etwas koste, direkt an die Waschmaschine geklebt würde und auf Knopfdruck einen neuen Waschmittel-Bestellvorgang, natürlich bei Amazon, auslöse. „Wir sind in unserer Industrie stark beeinflusst von einer ungeheuren Dynamik, nicht durch die Komponenten die wir kennen, sondern durch neue Spieler, die dort auftreten und sich einen Teil von dem Markt holen wollen, den wir ihnen nicht geben wollen.“, so das Fazit von Dr. Sailer. Zusammen mit der Botschaft, dass diese Gefahr jedem Unternehmen drohe. Und man sich gut darauf vorbereiten solle.

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