Die intelligente Fabrik ist das Ziel

In 7 Schritten zu Industrie 4.0

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Die richtige Strategie für die Digitalisierung des Betriebs

Die Fabrik der Zukunft muss in mehrere Richtungen vernetzt sein. So sind die IT-Systeme horizontal innerhalb des Unternehmens oder auch über mehrere Unternehmen zu einer durchgängigen Lösung integriert – von der Produktentwicklung über die Vermarktung bis hin zur Auftragsabwicklung inklusive der Produktion.

Hinzu kommt eine vertikale Integration, sprich ein durchgängiges System von der Ebene der Sensoren und Maschinensteuerungen über die Ebene des Manufacturing & Execution-Systems (MES) bis zur Office-IT mit den Unternehmensanwendungen – einschließlich Enterprise Ressource Planning (ERP) und Product Lifecycle Management (PLM).

Durch die Integration der IT-Systeme verbessern sich die industriellen Prozesse in Produktion, Entwicklung, Materialverwendung sowie im Lieferketten- und Lebenszyklusmanagement. So sind beispielsweise die intelligenten Produkte an jeder Stelle des Produktionszyklus identifizierbar und steuerbar.

Damit die Transformation zur Smart Factory reibungslos von statten geht, sollten sich Unternehmen eine vielschichtige Strategie, unter anderem mit Zwischenzielen und möglichen Schwierigkeiten, zurechtlegen. Dabei hilft ein Grundgerüst von sieben Punkten, anhand derer Unternehmen ihre persönliche Strategie entwickeln können. Die Fortschritte müssen nicht zuletzt von allen beteiligten IT-Mitarbeitern regelmäßig geprüft werden, damit sich eventuelle Verzögerungen am Ende nicht auf Jahre summieren.

Der Autor des Artikels, Ulrich Ahle, ist Head of Consulting & Systems Integration Market Manufacturing, Retail and Transportation beim IT-Dienstleister Atos.
Der Autor des Artikels, Ulrich Ahle, ist Head of Consulting & Systems Integration Market Manufacturing, Retail and Transportation beim IT-Dienstleister Atos.
(Bild: Atos)

Sieben Schritte zur Smart Factory

  • 1. Das Transformationsziel klar festlegen: Hierfür empfiehlt es sich, eine technologische Strategie mit zeitlich festgelegten Meilensteinen für die Umsetzung zu entwickeln. Sie sollte flexible und anpassbare Systemelemente vorsehen, um auch für sich ändernde Anforderungen gerüstet zu sein.
  • 2. Interne Grenzen überwinden: Informationsbarrieren zwischen Hierarchie-Ebenen, Funktionen und Rollen behindern die Zusammenarbeit in einem dynamischen und komplexen Produktionsumfeld. Es gilt, Wege sowie Toolunterstützung (wie Social Collaboration) für eine durchgängige Kollaboration, Kommunikation sowie einen ungestörten Informationsfluss zu finden. Dafür ist es wichtig, Mitarbeiter auf allen Ebenen frühzeitig einzubinden und zu motivieren sowie ihre zukünftige Rolle zu definieren. Im nächsten Schritt können Prozesse und Systeme an die neuen Aufgaben angepasst werden.
  • 3. Innovation zum zentralen Prozess erklären: Die von der Veränderung Betroffenen sowie relevante Interessenvertreter in der Fabrik sollten von Anfang an eine aktive Rolle spielen und nicht erst bei der Umsetzung mit dem Wandel konfrontiert werden. Das bedeutet beispielsweise auch, die Mitarbeiter in den einzelnen Standorten in die geschäftlichen Ziele einzuweihen und für neue Ideen zu gewinnen. Innovation muss letztlich vom Management kommen und auf den Fachebenen mitgetragen werden.
  • 4. Die Transformation mittelfristig anlegen: Ein Zeitraum von drei bis fünf Jahren ist ein realistisches Planungsziel, um die Visionen umzusetzen. Zum Start empfehlen sich Pilotprojekte, die konkrete erste Schritte in eine valide und robuste PLM- und MES/MOM Absprungbasis vorsehen.
  • 5. Ganzheitlich handeln: Das Netzwerk an Produktionsstätten wird zu einer einzigen virtuellen Fabrik. Daher sollten Unternehmen ihre Ressourcen, Prozesse und Produkte der einzelnen Standorte konsolidiert betrachten. Das Ziel: Den Echtzeit-Überblick über das globale Netzwerk ausbauen um Best-Practice überall verfügbar zu machen und global Synergien auszuschöpfen.
  • 6. Komplexität abgeben: Die virtuelle Fabrik benötigt geeignete Filter-, Analyse- und Reporting-Tools, um lokale Einheiten zeitnah mit relevanten Informationen zu versorgen. Spezialisierte Cloud-basierte Services sind eine Option, um große Datenmengen zu verarbeiten und zu analysieren.
  • 7. Die Strategie kontinuierlich weiterentwickeln und verbessern: Auch wenn die Strategie steht und erste Bausteine bereits implementiert sind – neue Herausforderungen und Chancen erfordern oft Anpassungen. Die Verantwortlichen sollten daher kontinuierlich überprüfen, ob die definierten Ziele mit den aktuellen Anforderungen und der Wettbewerbsentwicklung übereinstimmen.

* Ulrich Ahle ist Head of Consulting & Systems Integration Market Manufacturing, Retail and Transportation beim IT Dienstleister Atos.

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