Suchen

Power für Big Data

IBMs Power-Plattform treibt Big-Data-Analysen mit Watson an

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

„Zum ersten Mal haben Software-Entwickler Einfluss auf die Hardware-Entwicklung genommen“, berichtet Ingolf Wittman, Technischer Leiter für den Vertrieb in der DACH-Region bei IBM Deutschland. „So können die Anforderungen im Analytikbereich besser und effizienter berücksichtigt werden.“ Die Entwickler für Information Management und das Power-Prozessor-Development sitzen in Böblingen zusammen. Wittmann weiter: „Das P8-System ist im Bereich Big Data um ein Vielfaches schneller als sein Vorgänger P7. Das haben Kunden mit realen und realistischen Workloads nachgewiesen."

Open Power Foundation

Die Power-Plattform wird seit 2013 in der Open Power Foundation weiterentwickelt, die bereits 16 Mitglieder vorweisen kann. Die Leitung hat Google inne, das Unternehmen, das diese Initiative nach Balogs Angaben angestoßen hat. „Inzwischen kommen 20 Prozent der Mitglieder aus China“, verrät Balog. „Chinesische Unternehmen wollen sich in der IT unabhängig machen. Sie streben nach Innovation fern von Intels Beinahe-Monopol und nach höherer Sicherheit.“ Sie hätten auch ihren eigenen Verschlüsselungsalgorithmus entwickelt, den OEM-Hersteller wie Tian, Inspur und Suzhou implementieren. Inspur sei ein Whitebox-Verkäufer von Power-Servern. Einen Preis von 3.000 US-Dollar für so einen OEM-Server hält Balog für realistisch.

Bildergalerie

Portierung von SAP HANA auf Powerlinux

Der nächste Schritt für die die Entwicklung der Power-Plattform besteht in der Portierung auf SAPs Datenbankplattform HANA. Nach Angaben Wittmanns ist die Portierung von HANA auf Powerlinux und somit auf die Power-CPU bereits weit vorangeschritten. Seitens SAP gebe es bereits ein Statement of Direction und Planungen für Proof of Concepts. Der Grund für diesen Schritt ist einfach: „Es gibt deutsche Benutzergruppen, die HANA auf Power fordern.“ Es handelt sich dabei unter anderem um deutsche Fertigungsunternehmen, die SAP einsetzen.

Diese Unternehmen streben nicht nur nach der höheren Performance, die HANA auf Power verspricht. Sie können auch ihre alten AIX-Anwendungen, die bisher auf dem System i (vormals AS/400) lagen, auf Linux portieren, für das es international wesentlich mehr Personal gibt. „Die heutigen Entwickler nutzen alle Open-Source-Software“, weiß Wittmann, „und das wird von IBM massiv unterstützt.“ IBM selbst beschäftige weltweit 600 Entwickler, die mit quelloffener Software arbeiten.

Die Zukunft: „kognitive Informatik“

Nachdem IBM seinen eigenen Geschäftszweig für x86-basierte Server an Lenovo verkauft hat, investiert das Unternehmen auf dem Mainframe System z und der quelloffenen Power-Plattform in „kognitive Informatik“, wie Doug Balog sagte. Außerdem investiert IBM rund drei Milliarden US-Dollar in Forschung, so etwa in die Nachfolgetechnik für CMOS-Chips und in Quantenrechner. Damit dürfte die Auswertung von Big Data wesentlich schneller bewerkstelligt werden können als bislang möglich.

(ID:42972870)