KI und Big Data Analytics

IBM Q Hub in München soll Quanten-Computing voranbringen

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Nico Litzel

Die Universität der Bundeswehr in München ist der jüngste universitäre Hub, der dem IBM Q Netzwerk beitritt.
Die Universität der Bundeswehr in München ist der jüngste universitäre Hub, der dem IBM Q Netzwerk beitritt. (Bild: IBM)

Ein neuer „Knotenpunkt“ im IBM Q Network soll die wissenschaftliche und industrielle Forschung und Zusammenarbeit im Quanten-Computing weiter voranbringen. Zur Gründung eines solchen Hub haben IBM und die Universität der Bundeswehr in München einen Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Die Universität der Bundeswehr München und IBM unterzeichneten einen Kooperationsvertrag zur Gründung eines IBM Q Hubs in München – dem ersten Hub in Deutschland und zweiten in Europa. Dieser neue, am Forschungsinstitute Cyber Defence CODE der Hochschule angesiedelte „Knotenpunkt“ ist Teil des IBM Q Networks, einem weltweiten Verbund von Forschungszentren, Universitäten und Unternehmen zur Erforschung der Quanten-Computing-Technologie und zur Entwicklung der ersten praktischen Einsatzmöglichkeiten für Industrie und Wissenschaft.

Der IBM Q Hub München wird ein Kooperationsprogramm gründen, das es dem Netzwerk angeschlossenen Industriepartnern und Forschungseinrichtungen ermöglicht, gemeinsam an der Entwicklungsarbeit zur Erforschung von Quanten-Computern zu arbeiten. Die Universität der Bundeswehr München wird den Zugang zu den IBM-Q-Systemen außerdem für die wissenschaftliche Forschung und Ausbildung mit Schwerpunkten in Softwareentwicklung für Quanten-Computer, Big Data Analytics, Deep Learning sowie Verkehrsoptimierung und Quantum-Safe-Kryptografie nutzen.

Quantentechnologie macht große Fortschritte

Dank der großen Fortschritte in der Quantentechnologie ist es nun an der Zeit, ihren Nutzen für die vielversprechendsten Anwendungsfelder näher zu untersuchen, wie z. B. in der Materialwissenschaft, für naturwissenschaftliche Simulationen in Chemie und Biologie oder Optimierungsmodelle für wirtschaftliche Abläufe. Das IBM Q Network bietet seit Ende vergangenen Jahres weltweit Unternehmen und Forschungseinrichtungen Fachkompetenz und Ressourcen zum Thema Quanten-Computer-Technologie sowie Zugänge über die Cloud zu den Quanten-Computer-Systemen von IBM an. Innerhalb des Netzwerkes bilden die so genannten „Hubs“ regionale Zentren für Lehre, Forschung und Weiterentwicklung der Technologie. Sie sind damit entscheidend für die notwendigen Industriekooperationen, die Ausbildung sowie den Einsatz von Quanten-Computer-Technologie im industriellen wie auch im akademischen Umfeld.

Als Standort des IBM Q Hubs in München hat das Forschungsinstitut CODE Zugang zu den derzeit fortschrittlichsten und skalierbarsten Quanten-Computer-Systemen weltweit: Aktuell ein 20-Qubit IBM Quanten-Computer sowie ein System aus 50 Qubits, das in der nächsten Generation von IBM Q-Systemen verfügbar sein wird.

IBM bietet außerdem eine Open-Source-Quantensoftware und -Entwicklerwerkzeuge an, zu denen auch die öffentlich zugängliche IBM Q Experience mit 5 Qubit- und 16 Qubit-Systemen sowie der Quanteninformatik-science-kit QISKit gehören, mit dem Anwender Quanten-Computer-Programme entwickeln und ausführen können.

Bundeswehr-Uni in illustrer Gesellschaft

Der IBM Q Hub München ist ab sofort eine zentrale Anlaufstelle für weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die Quanten-Computer-Systeme von IBM nutzen möchten. Als Teil dieses Programms, wird das Forschungsinstitut CODE sowohl mit Partnern aus der Wirtschaft und der Zentralstelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS) kooperieren als auch im europäischen Kontext mit der Europäische Agentur für Netz- und Informationssicherheit (ENISA). Zusätzlich plant das Forschungsinstitut vor allem Partner aus dem wissenschaftlichen Bereich in den IBM Q Hub München an der Universität der Bundeswehr München mit aufzunehmen.

Die Universität der Bundeswehr ist der jüngste universitäre Hub, der dem IBM Q Netzwerk beitritt. Zum Netzwerk gehören bereits die Universitäten in Oxford (UK), Keio (Japan), North Carolina State University (USA) und die University of Melbourne (Australien). Weitere IBM Q Hubs sind IBM Research in den USA und der Schweiz sowie das Oak Ridge National Lab in den Vereinigten Staaten.

Quantum-Safe-Kryptographie

Quantum-Safe-Kryptografiemethoden sind Verschlüsselungsverfahren, die gegen Angriffe von klassischen sowie von Quanten-Computern resistenten sind. Diese sind notwendig, da Quanten-Computer in vielen Jahren auch Algorithmen umsetzen könnten, die die heutige Datenverschlüsselungstechnologie knacken könnten. Obwohl dafür fortschrittlichste Quanten-Computer mit Millionen von sogenannten Qubits und vollständiger Fehlerkorrektur benötigt werden, ist es schon heute wichtig, neue Verschlüsselungsverfahren zu entwickeln und einzusetzen. Denn die Entwicklung und vollständige Implementierung dieser quantensicheren Kryptographiemethoden wird Zeit brauchen.

Dieser Artikel stammt von unserem Partnerportal Industry of Things.

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