Internet of Things Foundation IBM bietet über BlueMix Cloud Service für Industrie 4.0

Autor / Redakteur: Michael Matzer / Nico Litzel

Mit „IBM Internet of Things Foundation“ (IoT Foundation) hat Big Blue einen Managed Cloud Service vorgestellt, mit dem sich Anwendungen für das Internet der Dinge und Industrie 4.0 schneller als bislang entwickeln lassen sollen. Den Service stellt IBM auf seiner Platform-as-a-Service BlueMix zur Verfügung, die auf Cloud Foundry basiert.

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Vereinfachte Darstellung der Rolle von IBM IoT Foundation und der Prozessschritte, die der Service ermöglicht. Deutlich sichtbar sind die APIs, die eine IoT-Anwendung mit den Devices verbinden.
Vereinfachte Darstellung der Rolle von IBM IoT Foundation und der Prozessschritte, die der Service ermöglicht. Deutlich sichtbar sind die APIs, die eine IoT-Anwendung mit den Devices verbinden.
(Bild: IBM)

Mit der Internet of Things Foundation will IBM die Entwicklung von IoT-Anwendungen, die aus cyberphysikalischen Geräten wie etwa intelligenten Stromzählern (Smart-Meter-) Daten auslesen, vereinfachen und beschleunigen. Denn bislang ist es so, dass ein Entwickler für jedes Gerät, das er anzapfen will, dessen proprietäre Schnittstelle kennen muss, bevor er es ansprechen kann.

Über eine API-Schicht in BlueMix kann ein Embedded-Entwickler künftig auf sogenannte „Recipes“ zurückgreifen, die von IBMs Hardware-Partnern ARM, B&B Electronics, Elecsys, Intel, Multi-Tech Systems und Texas Instruments für die Anbindung von Endgeräten wie Maschinen oder Smart Meter geliefert werden.

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Minuten statt Wochen

Diese „Recipes“ sind Regelsätze, etwa für das Auslesen von Daten. Statt die Geräteschnittstelle anzusprechen, verbindet der Entwickler über ein „Device Recipe“ sein Gerät mit IoT Foundation. Das geht nach den Worten von Bernd Wunderlich, Business Development Executive bei IBM Global Business Services, „binnen weniger Minuten statt wie zuvor in Wochen“.

Somit bekommt ein Application-Entwickler einen schnelleren Zugriff auf die Daten, um dann IoT-Applikationen zu bauen. Auf BlueMix steht ihm ein sogenanntes „IoT Boilerplate“ zur Verfügung. Dieses soll die schnelle Erstellung einer Applikation durch „Node-Red“ erlauben. „Node-Red ist ein grafisches Tool zur Erstellung von IoT-Applikationen“, erläutert Wunderlich, „es wurde von IBM entwickelt und dann als Open Source freigegeben.“

Breites Servicespektrum

Derzeit stehen Entwicklern ein Geospatial Service, ein Mobile Push Notifications Service, eine Integration in IBM Maximo (Asset Management), IBM Predictive Maintenance and Quality (PMQ) und IBM Intelligent Operations Center (für Smarter Cities Applications) zur Verfügung. Weitere BlueMix-Services sollen folgen.

„Für Industrie 4.0 ist besonders IBM PMQ relevant“, weist Wunderlich hin. PMQ steht für „Predictive Maintenance und Quality“. Als eine der vielen Referenzen gibt er den Turbinenbauer Pratt & Whitney an, der durch den Einsatz von IBM PMQ hohe Kosteneinsparungen durch eine vorausschauende Wartung erzielt habe.

Damit sich ein Gerät ansprechen lässt, braucht es eine eindeutige Identität. Diese schützt auch vor Missbrauch. IoT Foundation erlaubt es laut IBM, ein Gerät zu „registrieren“. Wer das tut, bekommt einen sicheren API-Schlüssel, mit dem er sein Gerät versehen kann. Mithilfe dieses Schlüssels lässt sich das Gerät authentifizieren. Es wird zudem über eine Verbindung angesprochen, die per TLS (Transport Level Security) verschlüsselt ist – dabei kommt mindestens TLS 1.2 zum Einsatz.

IoT Foundation setzt auf der Appliance MessageSight auf, die hochskalierbar und hochverfügbar ist. „IBM MessageSight ist eine voll ausgestattete Messaging-Appliance speziell für Machine-to-Machine- (M2M) und mobile Umgebungen“, erläutert Wunderlich. Das System verarbeitet große Ereignismengen nahezu in Echtzeit, um dem Nutzer die Leistung, Wertschöpfung und Benutzerfreundlichkeit zu bieten, die er für die wachsende Zahl von mobilen Geräten und Sensoren benötigt. MessageSight werde von IBM bereits häufig im Umfeld der „Connected Car“-Technologie deutscher Autohersteller eingesetzt.

IBM IoT Foundation verwendet eine Informix Time Series Database als „Data Historian“. Diese kann außerdem auf den Gateways eingesetzt werden, was in einer Ende-zu-Ende Architektur viele Vorteile im Hinblick auf die Datenaufbereitung bietet. IBM will laut Wunderlich selbst keinerlei Gateways bauen, sondern setzt dabei voll auf seine Partner.

Konditionen

Der Cloud Service „IoT Foundation“ wird als Service in der BlueMix PaaS in den Rechenzentren von Softlayer bereitgestellt. „Das nächste Rechenzentrum steht in Amsterdam und in Frankfurt/Main kommt bald eines hinzu“, erklärt Wunderlich.

Seinen Angaben zufolge kann IoT Foundation über drei verschiedene Optionen erworben werden:

  • als Teil von BlueMix: PAYG (Pay as you go – Volumenbasiertes Geschäftsmodell) via Kreditkarte oder als Subscription,
  • über den IBM SaaS Marketplace als monatlichen PAYG-Plan oder
  • als Subscription mit Standard-IBM-Support.

Unter BlueMix werde IoT Foundation als kostenloses Freemium-Modell zum Testen angeboten.

Für produktive Systeme seien hingegen eine monatliche PAYG oder eine Subscription nötig, die nach lizenzierter Gerätemenge, nach Datenvolumen und Speicherplatz abgestuft sind. Eine geringe Nutzung pro Tag, verbunden mit einem hohen Datenvolumen, wird dabei anders abgerechnet als der umgekehrte Fall – wie etwa beim Smart-Meter-Gerät, das nur alle 15 Minuten eine kurze Meldung an den Server schickt. „Unsere Gebühren sind auf jeden Fall sehr konkurrenzfähig“, so Wunderlich.

„Die IBM IoT Foundation bietet eine solide, robuste und sichere Grundlage für Industrie-4.0-Anwendungen – so wie sie unsere Partner und Kunden für ihre nächsten Schritte benötigen“, erklärt Friedrich Vollmar, bei IBM Deutschland verantwortlich für Industrie 4.0.

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