Ascend 910 und MindSpore

Huawei launcht KI-Prozessor und Computing Framework

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Nico Litzel

Der Huawei-Vorsitzende Eric Xu präsentierte die Ascend-910-Reihe.
Der Huawei-Vorsitzende Eric Xu präsentierte die Ascend-910-Reihe. (Bild: Huawei)

Mit dem Ascend 910 hat Huawei den nach eigenen Angaben leistungsstärksten KI-Prozessor der Welt veröffentlicht. Zeitgleich präsentierte das Unternehmen mit MindSpore auch ein umfangreiches KI-Computing-Framework.

Beim Ascend 910 handelt es sich um den aktuellsten Prozessor aus der Reihe der Ascend-Max-Chipsätze. Er ist in erster Linie für das KI-Modelltraining konzipiert. In einer typischen Trainingseinheit auf Basis von RestNet-50 erreicht die CPU im Zusammenspiel mit dem ebenfalls neuen MindSpore-Framework eine etwa doppelt so hohe Geschwindigkeit wie übliche Beschleunigerkarten im Einsatz mit TensorFlow.

Huawei betont, dass alle während der Entwicklung geplanten Leistungsziele erreicht wurden. Zudem fällt der Energieverbrauch deutlich niedriger als ursprünglich vorgesehen aus: Der Hersteller gibt den maximalen Energieverbrauch mit 310 Watt an – avisiert waren ursprünglich 350 Watt. Bei Gleitkommaoperationen mit halber Genauigkeit (FP16) erreicht die CPU 256 Teraflops. Vollständige Präzisionsberechnungen (INT8) werden mit 512 TeraOPs erledigt. Huawei bietet die Ascend-910-Prozessoren im Rahmen vorgefertigter Server an.

Umfassendes Framework vorgestellt

Das ebenfalls neu vorgestellte MindSpore-Framework soll künftig die Entwicklung von KI-Anwendungen vereinfachen und diese umfassender und zugänglicher gestalten. Gleichzeitig stehen der Schutz der Privatsphäre und eine möglichst effiziente Ausführung im Fokus. MindSpore soll sich problemlos in unterschiedlichen Verwendungen einsetzen lassen. Umgebungen mit definierten Ressourcen können dabei beliebig groß und kompliziert, aber auch klein und einfach ausfallen.

Der Schutz der Nutzerdaten wird gewährleistet, indem ausschließlich bereits zuvor verarbeitete Verlaufs- und Modelldaten genutzt werden. Das Framework verarbeitet keine Daten selbst und sorgt damit für die Sicherheit privater Daten auch in szenarioübergreifenden Umgebungen. Zudem werden die erzeugten Modelle über eine integrierte Technologie geschützt.

Flexible Einsatzmöglichkeiten

MindSpore lässt sich in allen Bereichen einsetzen, von Endgeräten bis hin zu Edge- und Cloud-Umgebungen. Das Konzept „KI-Algorithmus als Code“ soll dabei die unkomplizierte Entwicklung fortschrittlicher KI-Anwendungen und das schnellere Training eigener Modelle ermöglichen. Huawei nennt als Beispiel ein typisches neuronales Netzwerk für die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP): MindSpore verfügt hierbei über 20 Prozent weniger Kerncodezeilen als andere Frameworks und arbeitet laut dem Hersteller deutlich effektiver. Neben den Ascend-Prozessoren werden auch GPUs und CPUs anderer Anbieter unterstützt.

MindSpore wird ab dem ersten Quartal 2020 als Open-Source-Software verfügbar sein. „Wir wollen die Verbreitung von KI vorantreiben und Entwickler dabei unterstützen, das zu tun, was sie am besten können“, erklärte der Huawei-Vorsitzende Eric Xu während der Präsentation.

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