HP nach der Aufspaltung – Auf der Suche nach dem Ausstieg aus der Abwärtsspirale "HPE bündelt seine Kräfte beim IoT"

Autor / Redakteur: Walter Schadhauser / Rainer Graefen |

Arnold Vogt, Analyst bei Experton, hat die Geschäftszahlen von HPE und HP Inc. unter die Lupe genommen. Einzelne Bereiche stehen nicht schlecht da, bei anderen ist noch viel Anschub notwendig.

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Geschäftsentwicklung von HP. Zusammengestellt von Experton Group auf Basis von Finanzdaten von HP Inc. und HP Enterprise.
Geschäftsentwicklung von HP. Zusammengestellt von Experton Group auf Basis von Finanzdaten von HP Inc. und HP Enterprise.
(Experton)

Mit Abschluss des Geschäftsjahres 2015 (Ende Oktober 2015) vollzog der IT-Gigant HP seine im Herbst 2014 angekündigte Aufspaltung in HP Inc. (PC- & Drucker-Business) und HP Enterprise (Server, Services, Software).

In den letzten Tagen haben nun beide Unternehmen die ersten eigenen Quartalszahlen vorgelegt. Daher bietet es sich an, eine aktuelle Bestandsaufnahme zu machen. Wo stehen HP Inc. und HP Enterprise (HPE) nach der Aufspaltung?

Transformationsuntiefen

Kurz zusammengefasst, beide Unternehmen stecken noch tief in der eigenen Transformation fest und suchen nach neuen Wachstumsbereichen.

Zu den Fakten:

  • Wenn man sich die langfristige finanzielle Entwicklung von Gewinn und Umsatz der insgesamt fünf Geschäftsbereiche ansieht, ist die Abwärtsspirale deutlich erkennbar.
  • Der Umsatz geht in allen Geschäftsbereichen schon seit einiger Zeit kontinuierlich und teilweise massiv zurück.
  • Der letzte Trend im 1. Quartal 2016 scheint den Umsatzschwund sogar noch zu beschleunigen.

Hier verzerrt jedoch der starke Dollar etwas das Bild zu Ungunsten von HP. Der Umsatztrend zeigt trotzdem nach wie vor in die falsche Richtung – nach unten.

In den letzten Jahren konnten die fünf Geschäftssegmente wenigstens ihre Profitmargen, dies jedoch bedingt durch kontinuierlichen Personalabbau, weitestgehend halten.

Aber auch hier bröckelt es im 1. Quartal 2016 in allen Bereichen. Die bislang erreichten Ergebnisse machen deutlich, dass der Stellenabbau weitergehen wird.

Server Top, der Rest durchwachsen

Einziger Lichtblick ist der Server-Bereich. Die Enterprise Group konnte im Financial Year 2015 (FY2015)und im ersten Quartal 2016 (Q1/2016) umsatzseitig wachsen und das bei gleichbleibend guter Profitabilität.

Die ebenfalls sehr wichtigen, da hochprofitablen, Geschäftsbereiche mit Druckern und Software verlieren dagegen sogar zweistellig an Umsatz in Q1/2016. Selbst beim Wachstumstreiber Software-as-a-Service wächst HPE negativ in Q1/2016 (minus neun Prozent).

Wo soll also das so dringend benötigte Wachstum im Jahr 2016 herkommen, damit der Turnaround gelingen kann?

HPE hat das Thema Internet of Things (IoT) als Cross-Wachstumsthema für sein Hardware-, Software- und Service-Geschäft entdeckt und bündelt hier gegenwärtig seine Kräfte. Bei HP Inc. könnte 2016 das Thema Drucker für eine Trendwende sorgen.

Zum einen findet dieses Jahr wieder die drupa (Weltmesse zum Thema Druck & Papier) in Düsseldorf statt und bietet HP eine perfekte Bühne für Ankündigungen im Digitaldruck. Zum anderen soll 2016 nun endlich der lange ersehnte 3D-Drucker HP Multijet Fusion auf den Markt kommen.

Mit IoT und 3D-Druck setzt man sicherlich langfristig auf die richtigen Themen, aber ob diese bereits 2016 für den Turnaround beim Wachstum sorgen werden, darf bezweifelt werden. Langfristig sind es aber aus Analystensicht sicherlich die richtigen Fokusthemen.

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