Kommentar von David Eden, Tata Communications

Heute die Grundlage für die vernetzte Welt von morgen legen

| Autor / Redakteur: David Eden / Nico Litzel

Der Autor: David Eden ist Future Technologist und Product Innovator bei Tata Communications
Der Autor: David Eden ist Future Technologist und Product Innovator bei Tata Communications (Bild: Tata Communications)

Im Hinblick auf Technologie sieht die Zukunft der Menschheit rosig aus: Dank des Internets der Dinge (IoT) und Fortschritten in vernetzen Technologien, wie zum Beispiel künstlicher Intelligenz, wird das Leben der Menschen sehr viel leichter werden. So verändert sich beispielsweise die Art und Weise, wie Produkte produziert und von A nach B transportiert werden. Gleichermaßen verändert sich auch, wie wir miteinander und mit unserer Umwelt kommunizieren.

Vom Handel, über Reisen, bis hin zu Entertainment oder Altenpflege – alles um uns herum wird von smarter, datenbasierter Technologie maßgeblich beeinflusst werden. Aber wie sieht es mit den Netzwerken unserer Welt aus? Sind die Netzwerke schon bereit, um Milliarden neuer Verbindungen zu unterstützen und mit dem enormen Anstieg des Bedarfs an Bandbreiten mitzuhalten?

IoT ist längst nicht mehr nur ein Schlagwort

Heute ist längst klar, dass anders als in den späten Neunzigerjahren oder frühen Zweitausendern nicht mehr nur stationäre PCs auf das Internet zugreifen. Es gibt immer mehr mobile und andere vernetzte Geräte, die sowohl Geschäftsprozesse als auch die Art und Weise, wie die Menschen leben, maßgeblich verändern. Gleichzeitig stellen sie auch ganz neue Anforderungen an die Netzwerke auf der ganzen Welt. Ein gänzlich neuer Markt entsteht und es wird erwartet, dass das Internet der Dinge ein wesentlicher Treiber eines milliardenschweren Enterprise Networking Space wird.

Laut Prognosen wird die Anzahl an vernetzten Dingen rapide ansteigen: Bis zum Jahr 2020 wird es bereits 50 Milliarden vernetze Geräte geben, während sich das Volumen des Internettraffics im Vergleich zu 2005 um das 100-Fache vergrößern wird. Nach dem großen Hype und einigen Fehlstarts des IoT deuten nun einige Faktoren darauf, dass dem großen Wachstum dieses Marktes nun nichts mehr im Wege steht – und nicht nur auf kurze Sicht. Das World Economic Forum prognostiziert, dass die Digital Economy durch fortschrittliche Technologien wie dem IoT im Jahr 2025 mehr als 100 Billionen US-Dollar wert sein wird.

Was hat sich also verändert, dass dem IoT auf einmal eine so viel versprechende Zukunft vorausgesagt wird? Einer der positiven Faktoren ist die Kostenreduzierung, während sich Skaleneffenkte bilden, die IoT-Lösungen wirtschaftlicher und dadurch einfacher realisierbar machen. In vielen Ländern, darunter Deutschland, versuchen nationale Regierungen und Behörden Anreize für Unternehmen zu bieten, in das IoT zu investieren. Dazu gehören auch Initiativen wie beispielsweise Industrie 4.0, die ganzen Städten und Kommunen zugutekommen.

Außerdem werden durch die weitverbreitete Adoption von Cloud-Diensten die Hindernisse für die Entwicklung neuer IoT-Innovationen beseitigt und Markteinführungszeiten beschleunigt. Darüber hinaus dient die nahezu allumfassende Netzwerkkonnektivität in vielen Ländern als entscheidende Grundlage für diese Lösungen. Dennoch bringt der riesige Zuwachs an Vernetzungen durch das IoT eine noch nie da gewesene Komplexität für die weltweiten Netzwerke, da unzählige drahtlose Geräte auf der vorhandenen, kabelgebundenen Infrastruktur aufbauen.

Virtual Reality ist auf dem Vormarsch

Der Druck, der auf den Netzwerken zusehends lastet, ist nicht nur eine Frage der Vielzahl an Verbindungen durch Milliarden an IoT-Anwendungen, sondern auch der Bandbreite. Im Jahr 2020 werden Video-Inhalte mehr als 80 Prozent des Internettraffics ausmachen. Das sind pro Sekunde fast eine Million Minuten an Videoinhalt, der über das Internet verbreitet wird. Sport, TV und auch die Filmindustrie produzieren immer mehr Inhalte für Oculus Rift, Google Glass, Samsung Gear oder andere VR-Headsets. Dadurch wird der Traffic durch Virtual Reality bis zum Jahr 2020 um das 60-Fache ansteigen.

Ein Grund für dieses starke Wachstum ist, dass VR fünfmal so viel Bandbreite wie HDTV benötigt, um ein immersives Nutzererlebnis herzustellen. Doch während die Unternehmen, die die Infrastruktur „hinter“ dem Internet besitzen und bereitstellen, über die nötige Bandbreite verfügen, um VR zu unterstützen, ist dies für die letzte Meile oder das Heimnetzwerk oft nicht der Fall. Dadurch wird das Zuschauer-Erlebnis maßgeblich beeinträchtigt. Genau aus diesem Grund müssen Investitionen in sehr geringe Latenzzeiten und leistungsfähige Netzwerke der letzten Meile getätigt werden, um mit den Ansprüchen von VR gerecht zu werden. Nur dann kann die Industrie das brillante, immersive VR-Zuschauererlebnis garantieren, welches von den Nutzern erwartet wird.

Wie kann das Internet damit zurechtkommen?

Um sicherzustellen, dass die Netzwerke auf der ganzen Welt für Zukunftstechnologien wie IoT oder VR gewappnet sind, müssen gemeinsame Anstrengungen der Technologie- und Telekommunikationsindustrie unternommen werden. Dabei muss überdacht werden, wie man die Internetinfrastruktur in Zukunft managt.

Vermehrt automatisierte und intelligente Software-Defined Hybrid Networks stellen die perfekte Kombination aus privaten Netzwerken und öffentlichem Internet dar. Diese Art der Netzwerkumgebung kann die Zuverlässigkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit und Flexibilität liefern, die das IoT und Bandbreiten-intensive Anwendungen wie VR benötigen. Herkömmliche private WANs sind einfach zu langsam, unflexibel und zu teuer für die Vielzahl an verschiedenen Anwendungen und Vernetzungen, die auf uns zukommen werden. Auf der anderen Seite ist das öffentliche Internet – obwohl es flexibel ist – nicht zuverlässig genug für kritische Anwendungsfälle, wie neue IoT-basierte Sicherheitsmechanismen in der Luftfahrtindustrie. Aufgrund der potenziellen katastrophalen Folgen eines Netzwerk-Ausfalls bei Stromnetzen oder Transportsystemen muss man anfangen, anders über kritischen IoT-Traffic als über herkömmlichen Datenverkehr nachzudenken.

Netzwerke werden immer komplexer durch ihre globale und vielschichtige Beschaffenheit, was bedeutet, dass die Gestaltung eines Netzwerks eine der komplexesten Aufgaben des Ingenieurswesens sein wird. Da sich die Anforderungen an das Netzwerk in Zukunft weiter verändern, werden neue Technologien die Gestaltung der Netzwerke revolutionieren. Software-Designed Networks sind erst der Anfang. Als nächstes wird Machine Learning ermöglichen, schnellere und effizientere Netzwerke aufzubauen, während künstliche Intelligenz die Netzwerke wartet, den Verkehr analysiert, Cyberangriffe verhindert und kontinuierliche automatische Verbesserungen gewährleisten wird. Durch Investitionen in Innovationen für das Herz des Internet-Backbones, können, je nach Bedarf, Trafficströme genauer vorhergesagt oder effizienter umgeleitet werden.

Fazit

Die Welt befindet sich vor einer großen digitalen Veränderung – aber damit diese (R)Evolution der Technologie Wirklichkeit wird, muss sichergestellt werden, dass die entscheidenden Grundlagen für die digitale Welt stabil sind. Es ist Aufgabe der Telekommunikationsbranche, zusammen mit Cloud-Playern und Technologieanbietern die Grundlagen zu legen. Es muss sichergestellt sein, dass das Internet von seinen bescheidenen Anfängen, eine einfache Verbindung zwischen Servern und Desktop-Computern herzustellen, zu einer globalen und umfassenden Infrastruktur für Konnektivität wird. Diese muss in der Lage sein, Milliarden neuer IoT-Verbindungen und die riesigen Workloads der neuen datenintensiven Anwendungen zu bewältigen. Diese Grundlagen werden den Weg für eine wahrhaft vernetzte Welt legen und Menschen und Unternehmen ermöglichen, die enormen Chancen zu nutzen, die VR, AR und noch zu entstehende technologische Fortschritte ermöglichen.

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